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Im Komm
Friede, Freude, Frauentag

Die Frauenbeauftragten von Stadt und Landkreis sowie die Familienbildungsstätte luden  zur After-Work-Party ins Komm und waren überrascht von der  Resonanz. Von Anja Kernig

Neunkirchen (nig) Der Titel war etwas irreführend: „After-Work-Party“. Schließlich ist nach der (Haus-, Erziehungs- und sonstiger) Arbeit für Frauen und Mütter ja letztlich auch wieder nur vor der Arbeit. Davon abgesehen, hat einfach alles gestimmt bei diesem Geschenk zum Internationalen Frauentag, welches die Frauenbeauftragten von Stadt und Landkreis, Annette Pirrong und Heike Neurohr-Kleer, sowie die Katholische Familienbildungsstätte da am Donnerstag im Komm-Zentrum Kleiststraße offerierten. Alle guten Dinge scheinen drei zu sein – nach zwei mit Poetry-Slam und Lesung mehr ambitionierten als publikumswirksamen Versuchen trafen die Organisatoren diesmal den Nerv der Zielgruppe. Etwa 100 weibliche Gäste, die jüngsten kein Jahr alt, die ältesten 60 plus, feierten zu Discomusik gemeinsam im Saal. „Wir sind ganz perplex und total happy“, strahlte Annette Pirrong, „damit haben wir gar nicht gerechnet.“ Weshalb ganz fix noch Tische und Stühle organisiert werden mussten.


Auf die Idee, eine DJane einzuladen, war man letztes Jahr gekommen: „Da wurde bei den Flamencodarbietungen mitgetanzt, alle hatten einen Riesenspaß.“ Der sich diesmal noch potenzierte dank Johanna Marx alias DJane Joana MX. Die in Köln lebende 40-Jährige ist eigentlich Schauspielerin, hatte aber sichtlich Spaß am Auflegen – wobei sie unter Hits von Ed Sheeran oder Pink auch immer wieder orientalisch angehauchte Titel mischte. Besonders freuten sich die Gastgeberinnen, dass viele syrische Frauen gekommen waren. Einige, vor allem jüngere, legten sogar ihre Kopftücher ab und genossen es sichtlich, sich ungezwungen zur Musik bewegen zu können. Was nicht nur eine Männer-freie Zone voraussetze, sondern auch, dass alle Anwesenden aufs Fotografieren verzichteten. Beköstigt wurden die Gäste von der internationalen Kochgruppe.

Als kulturellen Programmpunkt hatte man die Tanzgruppe Souvenir eingeladen. Ein Strauß roter Rosen und Gläser mit perlendem Sekt, verrieten, dass die Damen – überwiegend „Deutsche aus Russland und der Ukraine“, so Leiterin Amalia Wegener – etwas zu feiern hatten: ihr zehnjähriges Bestehen. Dass sei zwar korrekter Weise schon 2017 gewesen, aber hier habe man einfach den richtigen Rahmen für solch eine Jubiläumsfeier. Etwa zwölf  Frauen in Neunkirchen und zehn in Homburg unter Leitung von Svetlana Weis treffen sich regelmäßig, um orientalische und andere folkloristische Tänze einzuüben. Im Komm  begeisterten sie zu ungarischen, russischen und indischen Klängen.