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Zoo Neunkirchen
Jetzt hofft man auf baldigen Nachwuchs

 Nun ist das Gehege der Fossas im Neunkircher Zoo offiziell eröffnet.
Nun ist das Gehege der Fossas im Neunkircher Zoo offiziell eröffnet. FOTO: Bittner.photography / R.Ruppenthal - D.Bittner 0172678
Neunkirchen. Nach knapp neunmonatiger Bauzeit und viel Schweiß seitens des Zooteams infolge der umfangreichen Eigenleistungen ist es geschafft: Die Fossa-Anlage im Neunkircher Zoo ist offiziell eröffnet. „Mit diesen außergewöhnlichen Tieren kommt ein weiteres, exotisches Highlight in den Neunkircher Zoo.

Durch neue Tierarten und detailreich gestaltete Gehege ist unser Zoo nicht nur ein sehr interessantes Freizeitvergnügen – er ist zugleich auch immer wieder sehr lehrreich“, so Oberbürgermeister Jürgen Fried.


Die Fossa (Cryptoprocta ferox) ist, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt, das größte Raubtier Madagaskars. Genetische Untersuchungen haben ergeben, dass die Fossa, auch Frettkatze genannt, zu einer grundsätzlich anderen Gruppe gehört: die madagassischen Raubtiere (Eupleridae). Die madagassischen Raubtiere sind endemisch auf Madagaskar. Dies bedeutet, dass sie nirgendwo anders auf der Welt natürlich vorkommen.

Erwachsene Frettkatzen erreichen eine Kopfrumpflänge von 65 bis 80 Zentimeter und haben einen Schwanz von 60 bis 90 Zentimetern Länge. Ihr Gewicht beträgt sieben bis zu sechzehn Kilogramm. In Madagaskar besiedeln sie Baumsavannen und Wälder in bis zu 2600 Meter Höhe als Lebensräume.



Ein bis vier Jungtiere werden nach einer Tragezeit von 53 bis 60 Tagen geboren. In europäischen Zoos meist im Juni und Juli. Im Freiland auf Madagaskar in der Sommerzeit der Südhalbkugel, im November und Dezember.

Lebensraumverlust und die Abnahme ihrer Beutetiere führen weiter zur Ausrottung der Fossa. Sie ist auf der Roten Liste der IUCN als „gefährdet“ geführt. Es gibt auf Madagaskar noch weniger als 2000 Individuen. Auch Tollwut durch verwilderte Haushunde stellt eine große Gefahr für diese Tierart dar. Einige Menschen auf Madagaskar sind der Meinung, dass der Geruch der Fossas Geflügel tötet. Fossas gefährden aber auch ganz real als leichte Beute Hühnerbestände und werden deswegen bejagt.

Anders als im bekannten Film „Madagaskar“ dargestellt, leben Fossas nicht in Gruppen, sondern sind Einzelgänger. Sie können sehr gut klettern, um auch Lemuren wie die Kattas, die auch im Affenhaus des Neunkircher Zoos leben, zu erbeuten. Diese haben einen Anteil von 50 Prozent in ihrem Beutespektrum.

Der Neunkircher Zoo gehört zu den lediglich sieben deutschen zoologischen Einrichtungen, die diese Tierart halten. Das mit über 15 Kilogramm recht stattliche Männchen Solano (geboren am 7. Juni 2010 im Zoo Duisburg) lebt bereits seit Ende Juni 2018 hinter den Neunkircher Zoo-Kulissen; er kam nach mehrjährigem Zwischenaufenthalt aus dem schwedischen Parken-Zoo in Eskilstuna ins Saarland.

Er soll zukünftig mit dem erst Anfang März 2019 aus dem englischen Zoo „Africa Alive!“ in Kessingland angereisten Fossaweibchen Cavalla, .geboren am 12. Juli 2017, für Nachwuchs sorgen.

Auf Empfehlung des European ex-situ Programms (EEP) wurde die zierliche Cavalla, die nur ungefähr acht Kilogramm auf die Waage bringt, als zukünftig genetisch passende Partnerin für das Fossamännchen Solano ausgewählt.

Ende 2018 lebten im EEP 69 Fossas, davon 41 männliche und 28 weibliche Individuen, in 28 Einrichtungen. Christian Andres als Abteilungsleiter für Marketing, PR & Zoopädagogik und ebenfalls zuständiger Tierbestandskurator für madagassische Raubtiere im Neunkircher Zoo ist auch Mitglied im europäischen elfköpfigen Artkomittee für die Fossas.

 „Mit dem Neunkircher Zoo gewinnt das europäische Fossa-Zuchtprogramm einen hochengagierten Halter, der mit viel Hingabe eine herausragende Anlage gebaut hat. Nur drei Einrichtungen in Deutschland gelang bisher die Nachzucht von Fossas. Ich drücke den Kollegen die Daumen, dass der Neunkircher Zoo zur vierten wird“, führt Johannes Pfleiderer, Koordinator des europäischen und internationalen Zuchtbuchs für Fossas sowie zoologischer Leiter im Zoo Duisburg, aus.