Fit für die Jugendarbeit

Spiesen-Elversberg. Ferienfreizeiten kommen in der Regel bei Kindern und Jugendlichen jeden Alters gut an. Doch, um solche Angebote realisieren zu können, braucht es auch junge Menschen, die sich engagieren und die Ausflüge begleiten. Seit 1999 gibt es die Jugendleiter-Card

Spiesen-Elversberg. Ferienfreizeiten kommen in der Regel bei Kindern und Jugendlichen jeden Alters gut an. Doch, um solche Angebote realisieren zu können, braucht es auch junge Menschen, die sich engagieren und die Ausflüge begleiten. Seit 1999 gibt es die Jugendleiter-Card. Dieser bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit dient zur Legitimation und als Qualifikationsnachweis der Inhaber.Junge Menschen fit zu machen für die Jugendarbeit - das ist auch ein Anliegen des neuen Jugendpflegers der Gemeinde Spiesen-Elversberg, Horst Findeisen. Neun Teilnehmer im Alter zwischen 15 und 25 Jahren hat er jetzt für die Juleica-Schulung, die am 10. Februar beginnt, anmelden können. Eine von ihnen ist Jenny Staden (24). Sie möchte Lehrerin werden und sieht in der Jugendarbeit die Chance Erfahrungen zu sammeln. "Ich fühle mich bei der Arbeit mit Kindern wohl. Außerdem ist es spannend, die verschiedenen Generationen zu erleben. So bleibt man up-to-date."

Fünf Wochenenden müssen die Teilnehmer für die Schulung reservieren. Auf dem Stundenplan stehen dann vier Pflichtseminare und ein Wahlseminar. "Pädagogische Grundlagen, Erste Hilfe und Recht - sind zum Beispiel Themen, die für jeden Teilnehmer verpflichtend sind", erklärt Horst Findeisen. Schulungsort ist das Landesjugendwerk der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Ludweiler. Das Gelände werde auch für Freizeiten genutzt, sagt Findeisen, der die Ausbildung dort als sehr gut bewertet. Das liege auch an den verschiedenen Gastreferenten. "Außerdem macht man die Ausbildung bei Leuten, die schon viele Freizeiten geleitet haben." Auf die Jugendlichen kämen bei den Freizeiten heute ganz andere Herausforderungen zu als früher. "So mancher Jugendlicher wird da für ein Ferienkind zum Vater- oder Bruderersatz."

Ein Vorteil der Juleica ist für Findeisen, dass die Jugendlichen die Möglichkeit haben, auch bei anderen Verbänden Freizeiten zu leiten. "So können sie sich ihr Taschengeld aufbessern", sagt der Jugendpfleger. Für 14-tägige Freizeiten werden 150 bis 200 Euro gezahlt. Daniel Wagner (21) nimmt auch an der von der Awo finanzierten Juleica-Schulung teil. Er möchte Sozialpädagogik studieren und wurde von Findeisen auf die Schulung aufmerksam gemacht. "Es ist eine Möglichkeit, Erfahrung fürs Studium zu sammeln und meine Kompetenzen zu erweitern", so Wagner.

Aber die Awo ist nicht nur für die Finanzierung der Juleica zuständig, sondern auch für die des Jugendpflegers der Gemeinde Spiesen-Elversberg. Letzteres hat praktische Gründe, wie Horst Moser, stellvertretender Vorsitzender des Awo-Landesverbandes, erklärt: "Wenn ein Sozialarbeiter mal krank wird, wäre es für die Gemeinde schwierig für Ersatz zu sorgen." Deshalb sei es gut, einen Träger mit im Boot zu haben, der personell gut ausgestattet ist. "Ich bin froh, dass Horst Findeisen die Aufgabe des Jugendpflegers hier übernommen hat. Er hat Erfahrung und kann etwas aufbauen."

AUF EINEN BLICK

Die Jugendleiter-Card (Juleica) gibt es seit 1999. Mit diesem bundesweiten Ausweis können sich Mitarbeiter in der Jugendarbeit legitimieren. Außerdem gilt der Ausweis als Qualifikationsnachweis der Inhaber. Die Ausbildung umfasst mindestens 40 Stunden. Thematisch geht es um Gruppenpädagogik oder auch Erste Hilfe. evy