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Günter-Rohrbach-Filmpreis
Und der Grandseigneur wird 90

Vorstellung der Finalistenfilme. Von links Markus Müller, Oberbürgermeister Jürgen Fried, Cornelia Feld und Nicolas Schneider.
Vorstellung der Finalistenfilme. Von links Markus Müller, Oberbürgermeister Jürgen Fried, Cornelia Feld und Nicolas Schneider. FOTO: Elke Jacobi
Neunkirchen. Fünf aus 84: Die Finalistenfilme des Günter-Rohrbach-Filmpreises stehen fest. Finalistenwoche in der Reithalle. Von Elke Jacobi

Und es hat wieder nicht geklappt. Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried erzählt es mit einem Lächeln. Schließlich hat es schon Tradition: In der Jury zur Verleihung des Günter-Rohrbach-Filmpreises gewinnt nie der Film, den Jurymitglied Fried favorisiert. „Dabei“, so verrät er, „hat mich Rohrbach damals in die Jury beordert, weil ich sozusagen die Stimme des normalen Volkes sein sollte.“ Was den OB aber nicht daran hindert, gestern in wohl informierten und informativen Worten die fünf Finalisten-Filme zu präsentieren. „November ist ganz schnell“, hatte Pressesprecher Markus Müller gesagt. Und meint damit die offizielle Verleihung. Die findet am 2. November statt.


Von Anfang an ist es schöne Tradition, dass die fünf Finalistenfilme vorab im Laufe einer Woche gezeigt werden. Jeden Tag einer. Zwei Besonderheiten gibt es in diesem Jahr: Zum einen, so verrät die Verantwortliche Cornelia Feld, ist man umgezogen. Statt im Kino findet der Film nun in der Halle statt, der Stummschen Reithalle. „Die Umgebung ist netter“, sagt Feld. Und Fried ergänzt, dass man diesen Umzug schon länger ins Auge gefasst habe. „Da muss man hinterher nicht gleich aufspringen und rausgehen.“ Besonderheit Nummer zwei ist an sich eine kleine, hat aber eine gewaltige Ursache. Der Namensgeber und wohl berühmteste Sohn der Stadt, der Produzent Günter Rohrbach, wird dieses Jahr rund. Stolze 90 Jahre. Das bedeutet einige Überraschungen, unter anderem wird es eine Ausstellung geben, wie Fried schon mal vorab verriet. Und wegen des runden Geburtstages wird noch einmal der Film über Rohrbach gezeigt „Ich habe mich immer eingemischt“, im Anschluss an den Finalistenfilm des Dienstag (30. Oktober).

Doch zurück zur ersten Einstellung. Die war gestern des Oberbürgermeisters Rückblick auf neun Jahre. „Vor neun Jahren steckten wir noch in den Kinderschuhen, mittlerweile zur achten Verleihung ist der Preis längst bundesweit anerkannt.“ Das zeigt die Zahl der eingesandten Filme, die mit 84 die zweithöchste Einsendung seit letztem Jahr hatte. Dabei ist das Thema immer noch Mensch und Arbeitswelt. Die Zahl fordert Frieds Respekt, Respekt an die Mitglieder der Vorjury, die sich durch die Filme geguckt und eine Vorauswahl getroffen haben. Acht blieben übrig. Diese acht hat dann die eigentliche Jury, die seit vielen Jahren wesentlich gleich besetzt ist, „nur der Vorsitze wechselt“ (Fried), sich angeguckt und eingehend beraten. In diesem Jahr ist Vorjahrespreisträger Herbert Knaup Juryvorsitzender. Außerdem gehören Ulli Aselmann (die film GmbH), erstmals Ulrich Höcherl (Herausgeber „Blickpunkt Film), Thomas Reinhardt (SZ) und Andrea Etspüler (SR) neben Knaup und dem Neunkircher OB zur Jury-Riege.



Wie üblich wurden aus den acht Filmen fünf ausgewählt, die ins Finale kommen. Unter ihnen wird am 2. November sowohl der Preis für den besten Film (dotiert mit 10 000 Euro) der Preis für den besten Darsteller (5000 Euro) und drei Sonderpreise (2500 Euro, 3500 Euro, 5000 Euro) vergeben. Um die Preise ringen „Gundermann“ (in der Finalistenwoche am Montag, 29. Oktober, 18 Uhr) unter der Regie von Andreas Dresen. Er erzählt das Leben des singenden Baggerfahrers und spielt auf zwei Zeitebenen — der ehemaligen DDR und heute. „Für einen Wessi wie mich vor allem historisch sehr interessant“, kommentierte Fried bei der Vorstellung. Der Jugendfilm „Das schönste Mädchen der Welt“ erzählt die Geschichte des Cyrano de Bergerac neu (Dienstag, 30. Oktober, 18 Uhr). Regie bei der Komödie führte Aron Lehmann. Unter anderem spielen Heike Makatsch und Anke Engelke mit. „Die Lebenswelt der Jugendlichen wird hier sehr realistisch dargestellt.“ Film drei „In den Gängen“ unter der Regie von Thomas Stuber (Mittwoch, 31. Oktober, 18 Uhr) „lebt von den drei Hauptdarstellern“. Von denen hat Franz Rogowski gerade den deutschen Filmpreis gewonnen. Dafür nominiert war die Hauptdarstellerin von „Back for Good“ (Regie Mia Spengler), Kim Riedle (Donnerstag, 1. November, 18 Uhr). „Der Film hat mir persönlich gut gefallen“, sagt Fried. Fünfter und letzter im Finalistenbunde ist „Styx“, „der mit seiner Flüchtlingsproblematik wohl aktuellste Film“, mit Hauptdarstellerin Susanne Wolff unter der Regie von Wolfgang Fischer (Donnerstag, 1. November, 20 Uhr).

Eingeleitet wird die Finalistenwoche im Übrigen wieder wie seit dem zweiten Verleihungsjahr ganz traditionell mit dem saarländischen Filmemacher-Abend am Sonntag, 28. Oktober, 18 Uhr, ebenfalls in der Reithalle.

Infos, Tickets (auch für die eigentliche Filmpreis-Verleihung am 2. November): Telefon (06821) 202-111 und -121 oder an der Rathausinfo, außerdem über Ticket-Regional

Alexander Scheer ist „Gundermann“
Alexander Scheer ist „Gundermann“ FOTO: Pandora Film Produktion GmbH
A. Engelke in „Das schönste Mädchen der Welt“
A. Engelke in „Das schönste Mädchen der Welt“ FOTO: Nadja Klier und Tobis Film
Eskimokuss „In den Gängen“.
Eskimokuss „In den Gängen“. FOTO: Sommerhaus Filmproduktion GmbH
Kim Riedle in „Back for Good“.
Kim Riedle in „Back for Good“. FOTO: Zum Goldenen Lamm Filmproduktion GmbH
Susanne Wolf in „Styx“.
Susanne Wolf in „Styx“. FOTO: Schiwago Film GmbH
Günter Rohrbach.
Günter Rohrbach. FOTO: Stadt neunkirchen / Brigitte Neufang-Hartmuth