| 08:45 Uhr

Beim Einsatz
Feuerwehrmann von Autofahrer angefahren

Symbolbild
Symbolbild FOTO: Jan-Philipp Strobel / picture alliance / dpa
Wiebelskirchen. Angriffe auf Feuerwehrleute im Einsatz sind leider keine Seltenheit. Dass einer angefahren wird, das ist neu.

Die Feuerwehr leistet ihre Arbeit ehrenamtlich. Und gerade in der zu Ende gehenden Woche haben die Neunkircher Wehrleute wahrlich nicht über mangelnde Einsätze zu klagen: Ein umgestürzter Bagger, Großeinsatz beim Brand im Chillers. Gestern dann Sperrung der Hauptdurchfahrtstraße in Wiebelskirchen. Dort ist bei Bauarbeiten versehentlich eine Hauptwasserleitung angebohrt worden. Weil das Wasser Zentimeter hoch steht, muss die Feuerwehr sperren. Das gefällt den wartenden Autofahrern wenig. Die Ehrenamtler werden verbal attackiert. Doch damit nicht genug: Während er die Straße sperrt, wird ein 25-jähriger Feuerwehrmann sogar von einem Auto angefahren. „Das Portfolio reicht von schlichtem Unverständnis für die Maßnahmen der Feuerwehr bis hin zu üblen Beleidigungen und Drohungen gegen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte“, weiß Feuerwehrsprecher Christopher Benkert. Das kennen die Wehrleute leider schon. Dass ein Auto einen Feuerwehrmann an einer Straßensperre anfährt und dann flieht, damit habe die Aggression eine neue Dimension erreicht, sagt Benkert. Der 25-jährige Wehrmann sperrt zusammen mit anderen Feuerwehrleuten die Wibilostraße an der Einmündung der Ostertalstraße ab. Mit eingeschaltetem Blaulicht steht ein Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr quer auf der Fahrbahn und signalisiert unmissverständlich, dass es hier nicht weiter geht. Ein Mann, der die Sperre mit seinem Auto aus Richtung Ottweiler erreicht, macht zwar zunächst halt, will dann aber seine Fahrt auf der Wibilostraße fortsetzten. Gegenüber den Feuerwehrleuten gibt sich der Mann vollkommen uneinsichtig und verständnislos. Dass er auf der Wibilostraße nicht weiterfahren darf, will er nicht hinnehmen und seine Fahrt trotz des Einsatzes fortsetzten. Der junge Feuerwehrmann stellt sich daraufhin vor das Auto des Mannes und fordert ihn abermals auf, zu wenden und die Sperrung zu akzeptieren. Total unvermittelt gibt der Autofahrer Gas und trifft den nur knapp vor dem Wagen stehenden Feuerwehrmann an den Beinen. Während dieser strauchelnd gerade noch einen Sturz abwenden kann, legt der Autofahrer den Rückwärtsgang ein, wendet und flüchtet. „Der junge Feuerwehrmann zog sich zum Glück nur leichte Verletzungen zu und konnte seinen Einsatz zunächst auch noch fortsetzen. Danach musste er aber für Untersuchungen doch noch ins Krankenhaus“, so Feuerwehrsprecher Benkert. Nach dem für die Feuerwehrleute unfassbaren und schockierenden Angriff erstatten sie bei der Polizei Anzeige, die auch gleich Ermittlungen in die Wege leitet. „Das Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte Opfer von Gewalt, egal ob verbaler oder körperlicher, werden ist erschütternd und erschreckend. Es kann in keiner Weise toleriert werden, dass die, die sich selbstlos für das Wohl und die Sicherheit aller Menschen einsetzten, Opfer von Aggressionen jeder Art werden“, mahnt der Neunkircher Wehrführer Stefan Enderlein.



(ji)