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Feuerwehr wirbt um Nachwuchs

Die Jugendwehr der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen stellt sich und ihre Arbeit bei vielen Veranstaltungen vor, so wie hier auf dem Stummplatz in Neunkirchen. Foto: Archiv/Willi hiegel
Die Jugendwehr der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen stellt sich und ihre Arbeit bei vielen Veranstaltungen vor, so wie hier auf dem Stummplatz in Neunkirchen. Foto: Archiv/Willi hiegel FOTO: Archiv/Willi hiegel
Neunkirchen. Die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen hat in ihren Jugendabteilungen 110 Mitglieder. Knapp ein Viertel davon ist weiblich. Der Unterbau ist wichtig, um bei der Vielzahl an Einsätzen auch in einigen Jahren noch genügend Lebensretter im Dienst zu haben. Michael Beer

Wenn's brennt, sind sie da. Die jüngste Expertise hatte der Feuerwehr Neunkirchen nicht nur flotte Ausrückzeiten bescheinigt, sie kam auch zu dem Schluss, dass bei 430 Einsätzen übers Jahr die Belastungsgrenze der Lebensretter erreicht ist. Um schlagkräftig zu bleiben, braucht die Wehr einen stabilen Unterbau. Feuerwehr-Pressesprecher Christopher Benkert spricht von 110 jungen Menschen, die in der Jugendfeuerwehr das kleine Einmaleins ihrer Zunft erlernen. Genug, um auch in ein paar Jahren eine starke Truppe beisammen zu haben? "Das ist okay. Aber es könnten, dürften und müssten eigentlich noch mehr sein", sagt der Pressemann. Er erinnert daran, dass nicht alle Jugendwehrleute später einmal aktive Feuerwehrmänner und -frauen werden. Quereinsteiger gebe es zudem heute weniger. Das war früher, als es noch den Wehrersatzdienst gab, anders. Mittlerweile müsse die Feuerwehr ihren Nachwuchs vorwiegend über die Jugendwehren finden.


Über 300 Mitglieder, elf Prozent davon Frauen, hat die Neunkircher Feuerwehr. Gerade erst haben 15 Neue ihren Grundlehrgang hinter sich gebracht. Sie engagieren sich in den Löschbezirken Innenstadt, Furpach, Hangard, Ludwigsthal, Münchwies, Wellesweiler, Wiebelskirchen und im Löschzug Sinnerthal, der organisatorisch zum Löschbezirk Innenstadt gehört. Jeder Löschbezirk hat prinzipiell seine eigene Jugendwehr, nur Furpach und Ludwigsthal arbeiten in diesem Bereich zusammen.

Im Löschbezirk Neunkirchen-Innenstadt sind von 30 jungen Leuten elf weiblich. Auch Wiebelskirchen hat eine starke Jugendabteilung: 29 Mitglieder fasst sie, acht davon weiblich. An der Frauenquote arbeiten dürfen noch besonders Münchwies (zehnköpfige reine Jungengruppe), Wellesweiler (zwölf Mitglieder, davon ein Mädchen) und Furpach/Ludwigsthal. Dort hat die Jugendwehr 19 Mitglieder, davon sind zwei Mädchen. Hangard dagegen nähert sich einem ausgewogenen Geschlechterbild: Sechs Jungs stehen dort vier jungen Damen gegenüber. Auf Nachwuchsprobleme in den vergangenen Jahren hat die Feuerwehr im Saarland mit dem Absenken des Eintrittsalters reagiert. Heute können schon Sechsjährige einen Vorgeschmack auf das Leben in der Wehr bekommen. In Neunkirchen startet der Nachwuchs bislang mit acht Jahren. Die Arbeit mit den Abc-Schützen bringt aber auch Probleme mit sich. Benkert: "Es ist pädagogisch und von der körperlichen Leistungsfähigkeit schon ein Unterschied, ob man mit einem Achtjährigen oder einem 15-Jährigen zu tun hat." Auch die notwendige Ausrüstung müsse man für die kleinen Feuerwehrleute erst einmal zusammenbekommen.

Aber die Feuerwehr braucht in der Konkurrenzsituation zu langen Schultagen, Vereinen und einer zunehmend individualistischeren Gesellschaft einen Zugang zu Kindern und Jugendlichen. Benkert: "Wir stehen in einem harten Wettberwerb mit anderen Vereinen, die Jugendarbeit betreiben. Am Ende gewinnt der Verein, bei dem man länger Mitglied ist."