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Feuerwehr: Grubengas in bestimmter Mischung stark explosiv

Feuerwehr: Grubengas in bestimmter Mischung stark explosiv

. Am Ostersonntag hat es in Hangard einen Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und KEW (Kommunale Energie- und Wasserversorgung) gegeben. Der Grund war ausgetretenes Gas, rund 50 Personen mussten kurzzeitig evakuiert werden, bis ein Sondermessgerät der KEW Entwarnung gab: Es hatte sich um Grubengas gehandelt, wie es hieß um "nicht explosives Grubengas" (wir berichteten).

Eine missverständliche Formulierung, wie Feuerwehr-Pressesprecher Christopher Benkert sagt. "Wie jedes brennbare Gas hat auch Grubengas einen so genannten Explosionsbereich." Damit es zur Explosion komme, müsse das richtige Mischungsverhältnis aus Grubengas und Sauerstoff, also Luft, vorhanden sein. Ist zu wenig Grubengas vorhanden und zu viel Luft, spricht man, so Benkert, von einem mageren Gemisch, im umgekehrten Fall ist das Gemisch zu fett. "In beiden Fällen kommt es nicht zur Explosion, wenn man dem Gemisch eine Zündquelle zuführt." Das könne offenes Feuer oder ein elektrischer Funke sein. In Hangard sei zwar grundsätzliches explosives Grubengas ausgetreten, aber eben in einer nicht explosiven Konzentration. "Das", so Benkert, "macht die Lage zwar ungefährlich, das Gas aber nicht." Beispiel für die Gefahr durch Grubengas sei beispielsweise das Grubenunglück von Luisenthal im Jahr 1962. Bei einem Anteil von vier bis 15 Prozent Methan (Grubengas) in der Luft, ist ein zündfähiges Gemisch gegeben, es kann zur Explosion kommen. Dieses Gemisch heißt in der Bergbausprache Schlagwetter. Gefährlich sei das Grubengas auch deshalb, weil es farb-, geruchs- und geschmacklos sei, also - wie in Hangard geschehen - beispielsweise durch Gasbläschen (hier in einer Regenwasseransammlung in einer Baugrube) bemerkt werden könne.

Gleiche Eigenschaften in Sachen Brennbarkeit und Wahrnehmbarkeit hat das zum großen Teil auch aus Methan bestehende Erdgas. Ihm wird Geruch beigemischt, damit ein mögliches Austreten auffällt. Bei Grubengas, das direkt aus der Erde austritt, ist das nicht möglich.