Feier zum internationalen Weltmädchentag in der Reithalle.

Gleichberechtigung : Jungs und Eltern unerwünscht

Im Dezember 2011 ernannten die Vereinten Nationen den 11. Oktober zum Internationalen Weltmädchentag. Die Initiative soll ein Meilenstein auf dem Weg zu echter Gleichberechtigung sein. Seitdem machen zahlreiche Aktionen an diesem Tag weltweit auf die Belange von Mädchen aufmerksam. Auch in Neunkirchen.

„Wir feiern heute den Weltmädchentag! Denn nicht überall auf der Welt haben Mädchen die gleichen Rechte. Wir wollen aber alle, ob Mädchen oder Jungs, auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützen. Dafür müssen wir eintreten. Gute Bildung für alle! Macht mit!“ Mit dieser Botschaft rief die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot zur Teilnahme an den Aktionen die an diesem Tag im Saarland stattfinden auf.

In Neunkirchen veranstalteten zu diesem Tag die Frauenbeauftragten der Stadt, Annette Pirrung, und des Landkreises, Heike Neurohr-Kleer, das Kreativzentrum Kutscherhaus mit Edda Petri sowie die Katholische Familienbildungsstätte mit Anne Schmidt in der Stummschen Reithalle zum zweiten Mal gemeinsam einen reinen Mädchenabend. Zutritt hatten nur Mädchen ab zehn Jahren. Jungs und Eltern mussten draußen bleiben. Die Organisatorinnen des Abends verfolgten damit das Ziel, den Mädels einen Abend zu bieten, ohne die Aufsicht von Eltern und ohne dumme Sprüche von Jungs.

Das Programm war vielfältig und bot den Besucherinnen einige Abwechslung. Es tanzten die Power Girls vom Sozial- und Kulturverein Horizont.

Der einzig zugelassene Mann des Abends, der Musiker und Komponist Francesco Cottone aus Neunkirchen, animierte die Girls zur Teilnahme an einer Karaoke-Session. Ellen Kärcher, die aus vielen Musicals bekannte Sängerin und Choreographin, tanzte gemeinsam mit den Teenies zu Hip-Hop und Musical-Melodien. Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt der 15-Jährigen Angelina Scheuer. Die Nachwuchskünstlerin aus Thalexweiler komponiert und textet ihre Lieder selbst.

In einer Foto-Ecke konnten sich die weiblichen Teenies in Männerkleidern und mit typischen Accessoires männlicher Berufe fotografieren lassen. So konnten die Mädels ein Gefühl für Berufe bekommen, die von Männern, aber auch von Frauen ausgeübt werden können. Eine Slackline, eine übergroße Dartscheibe und eine Beauty-Ecke rundeten das Angebot ab.

Dass die Veranstaltung beim jungen Publikum ankam, zeigten die fröhlichen Gesichter und die positiven Kommentare der Mädels. So beispielsweise die Freundinnen Virginia Edelmann, Bexbach, und Luisa Schwende, Wiebelskirchen, beide zehn Jahre: „Wir haben hier Spaß, weil wir ohne Eltern da sein können.“ Shanyma Schaar war vor allem an der Tanzgruppe interessiert: „Ich spiele auch gern Fußball. Aber ohne Jungs ist es heute Abend besonders schön hier.“ Dem schloss sich Joud Nasser uneingeschränkt an. Die beiden 13-Jährigen kamen vor sechs Jahren nach Deutschland, sprechen perfekt Deutsch, sind voll integriert und fühlen sich wohl in ihrer neuen Heimat.

Mehr von Saarbrücker Zeitung