Fasziniert von Fischen

Hüttigweiler. Der demografische Wandel ist ein stets präsentes Thema in der heutigen Zeit. Zahlreiche Vereine sind von der Verschiebung der Altersstruktur betroffen und es mangelt an jungen Mitgliedern, die bereit sind, verantwortliche Positionen einzunehmen. Eine erfrischende Ausnahme bilden da die Aquarienfreunde Illtal: Gerade einmal 24 Jahre ist ihr Vorsitzender, Philipp Engel, alt

Hüttigweiler. Der demografische Wandel ist ein stets präsentes Thema in der heutigen Zeit. Zahlreiche Vereine sind von der Verschiebung der Altersstruktur betroffen und es mangelt an jungen Mitgliedern, die bereit sind, verantwortliche Positionen einzunehmen. Eine erfrischende Ausnahme bilden da die Aquarienfreunde Illtal: Gerade einmal 24 Jahre ist ihr Vorsitzender, Philipp Engel, alt. Schon seit seinem 11. Lebensjahr ist der aquaristikbegeisterte Student Mitglied bei den Aquarienfreunden. "Alles fing damit an, dass mein älterer Bruder zur Kommunion ein Aquarium geschenkt bekommen hat", erinnert sich der 24-Jährige. Nachdem der große Bruder schnell das Interesse an der schillernden Unterwasserwelt verlor, übernahm Philipp Engel schließlich die Pflege des Aquariums, das zu dieser Zeit mit Guppys besetzt war. "Die Fische haben dann Junge bekommen, und für die habe ich mir dann ein zweites Becken zugelegt", erzählt Philipp Engel weiter.Schnell entwickelte sich die Aquaristik zum Hobby Nummer eins für den heutigen Vereinsvorsitzenden, und so besuchte er regelmäßig Fischbörsen, knüpfte Kontakte zu den Leuten aus dem Verein und wurde alsbald Mitglied bei den Aquarienfreunden Illtal.

Im Laufe der Jahre kamen stets neue Becken und Fischarten hinzu. Mittlerweile hat sich Philipp Engel im Keller eine kleine Zuchtanlage mit acht Aquarien eingerichtet. "Ich züchte Barben, Guppys und Maulbrüter", verrät der 24-Jährige.

Eine große Faszination üben dabei seit jeher die Fortpflanzungsstrategien der verschiedenen Fischarten auf ihn aus. "Es gibt zum Beispiel Maulbrüter, Höhlenbrüter oder Freilaicher", erläutert der Aquarianer. Durch die Lektüre von Fachzeitschriften liest er sich das nötige Wissen an, das für die erfolgreiche Zucht der kleinen Zöglinge unverzichtbar ist. "Manche Fische benötigen zum Beispiel proteinreiches Futter. Im Sommer verfüttere ich dann lebende Mückenlarven oder Wasserflöhe, die draußen in der Regentonne schwimmen."

Jeden zweiten Sonntag im Monat veranstaltet Philipp Engel mit dem Verein in der Seelbachhalle von Wustweiler eine Aquaristikbörse, wo die Nachzuchten schließlich zum Verkauf stehen. Als Anfang des Jahres der Vorsitzende des Vereins von seinem Amt zurücktrat, übernahm der 24-Jährige gerne diese Position, zumal er sich auch in der Vergangenheit als Börsenwart stark für die Aquarienfreunde engagierte. Zusammen mit den weiteren 28 Vereinsmitgliedern veranstaltet Philipp Engel einmal im Monat ein sogenanntes "Jedermannstreffen", zu dem alle Aquarianer aus der Gegend zum Erfahrungsaustausch eingeladen sind.

Gerne würde der junge Vorsitzende seine Zuchtanlage erweitern und für sein Hobby noch mehr Zeit aufbringen, doch hat selbstredend der erfolgreiche Abschluss seines Studiums Vorrang. "Ich studiere an der Universität des Saarlandes Materialwissenschaften. Voraussichtlich im nächsten Sommersemester werde ich das Studium mit der Diplomarbeit abschließen", plant Philipp Engel.

Seine übrige Freizeit verbringt der 24-Jährige am liebsten mit seiner Freundin, mit der er sich eine gemütliche Wohnung in seinem Elternhaus eingerichtet hat. Und selbstverständlich verpasst er kaum ein Spiel seines Lieblingsfußballvereins, des 1.FC Saarbrücken. "Ich begleite den Verein durch alle Höhen und Tiefen", beteuert er.

Sein Amt als Vorsitzender der Aquarienfreunde möchte Philipp Engel dabei noch viele Jahre bekleiden. Gerne würde er auch einmal Expeditionen nach Thailand oder Südamerika unternehmen, um die Lebensräume der Fische zu beobachten. "Alles fing damit an, dass mein älterer Bruder zur Kommunion ein Aquarium geschenkt bekommen hat."

Philipp Engel