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Fahrgäste in Echtzeit informieren

Fahrgäste in Echtzeit informieren

Ist mein Bus heute pünktlich oder muss ich mit ein paar Minuten Verspätung rechnen? Dies erfahren Buskunden bald durch die dynamische Fahrgastinformationsanzeige an drei Neunkircher Haltestellen.

An Rosenmontag erhielt man an den Bushaltestellen in der Lindenallee schon mal einen Vorgeschmack darauf, was die neue, dynamische Fahrgastinformationsanzeige, kurz DFI genannt, zu leisten vermag: "Der Rosenmontagszug ist abgesagt, der Busverkehr läuft regulär." Die brandaktuelle Information lieferte die Neunkircher Verkehrs AG (NVG) ihren Kunden auf der elektronischen Tafel. Und in wenigen Tagen soll das neue System, das in der Lindenallee, auf der Bahnhofsbrücke und auf dem Bahnhofsvorplatz Ende November installiert wurde, "freigeschaltet" werden und damit seinen eigentlichen Sinn erfüllen. Nämlich die Fahrgäste in Echtzeit über die Abfahrtszeiten der Busse zu informieren. Noch ist nämlich nur der reguläre Fahrplan abgebildet.

Wie dies funktioniert und warum die Kunden noch ein paar Tage auf diese Informationen in "Echtzeit" warten müssen, erläuterten gestern im SZ-Gespräch NVG-Geschäftsführer Pascal Koch und sein Stellvertreter Michael Schmidt. Grundsätzlich soll der Öffentliche Personennahverkehr im Saarland transparenter und damit attraktiver werden. Zur Verbesserung der landesweiten Fahrgastinformation "Saarland in Time" wurden deshalb in Neunkirchen , Saarlouis, Merzig, Homburg und weiteren Städten an stark frequentierten Knotenpunkten die dynamischen Fahrgastinformationen installiert. Das Projekt habe für Neunkirchen 160 000 Euro gekostet, berichtet Koch, gefördert wurde es zu 100 Prozent vom Zweckverband Personennahverkehr und dem Ministerium. Die NVG habe lediglich die Folgekosten zu begleichen, die seien überschaubar. "Wir können den Kunden sagen: Ist der Bus pünktlich oder hat er Verspätung." Ein toller, neuer Luxus, wie Pascal Koch findet. Alle Anzeigen sind behindertengerecht mit "text-to-speech"-Einrichtungen ausgestattet. Dabei wird der angezeigte Text per Knopfdruck auf einem Taster in eine akustische Sprachausgabe umgewandelt. Positive Reaktionen habe man bereits aus dem Fahrgastbeirat erhalten, berichtet Schmidt, der Leiter Planung, Produktion und Vertriebstechnik bei der NVG. Eine stark sehbehinderte Frau empfindet den (übrigens leuchtend gelben) Taster als "sehr große Erleichterung". Wie erscheint nun die voraussichtliche Ankunft des Busses auf der Anzeige? Alle Busse des ÖPNV im Saarland sind mit einem GPS ausgestattet, das heißt, die aktuelle Position wird über Satellit bestimmt. Diese Daten werden in Echtzeit an die Datendrehscheibe der VGS (Verkehrsmanagement-Gesellschaft Saar) in Saarbrücken übermittelt. Diese bündelt alle Informationen saarlandweit und stellt sie ihren Kunden wieder zur Verfügung. Allerdings lief in den vergangenen Wochen noch nicht alles reibungslos. Es gab Schnittstellenprobleme, die aber mittlerweile aus dem Weg geräumt worden seien, informiert Schmidt. Es sei nur noch eine Frage von Tagen, wann es grünes Licht für die dynamische Fahrgastinformation gebe. Aus Kostengründen können nicht alle Haltestellen damit ausgestattet werden, bedauert auch NVG-Chef Koch. Wer aber ein Smartphone hat, kann auf den Fahrplänen, die nach und nach ausgetauscht werden, den QR-Code nutzen. Dieser zeigt, wenn man ihn mit der Handy-Kamera scannt, die Ankunftszeit des Busses. "Das ist das neue, moderne Bild der NVG", freut sich Pascal Koch.

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Auf einen BlickKunden des Öffentlichen Personennahverkehrs erhalten über die Saarplan-App, sofern sie über ein Smartphone verfügen, eine mobile Fahrplanauskunft für alle Verkehrsmittel wie Bahn, Stadtbahn, Bus oder Anruf-Sammeltaxi im Saarland mit Echt-Zeit-Darstellung. Über die Saarplan-App, die man sich beispielsweise über die NVG Neunkirchen herunterladen kann, erhält man eine Verbindungsauskunft mit Haltestellen, Adressen, besonderen Zielen oder aktuellem Standort. Quelle: NVG