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Fachleute erklären, was im Garten zu tun ist

Garten : Schlechte Prognose für die Obsternte

Die Expertenrunde des Obst- und Gartenbauvereins Wiebelskirchen warnt vor noch möglichen Nachtfrösten. Tipps für Gartenfreunde.

 Wenn im Frühjahr die Natur erwacht, draußen alles grünt und sprießt, dann stehen auch die Hobbygärtner in den Startlöchern, um ihre Anlagen nach den Wintermonaten wieder aufzupäppeln und die Vorbereitungen zu treffen für spätere Ernteerträge. Was jetzt zu tun ist und was berücksichtigt werden muss, das erklärte eine Expertenrunde des Obst- und Gartenbauvereins Wiebelskirchen der Saarbrücker Zeitung.

Klar ist, dass die Pflanzzeit und die Schneidezeit für Gehölze längst vorbei ist. „Bäume werden in der Regel im Herbst gepflanzt und auch geschnitten“, betont Garten- und Obstbaumfachmann Hermann Obermann in morgendlicher Runde im Büroraum des Wiebelskircher Kelterhauses. „Jetzt muss man daran gehen und das dünne Holz aus Bäumen und Sträuchern herausschneiden“, empfiehlt er weiter. Dabei ist es im Frühjahr aber wichtig, dass der gehäufte Baumschnitt aus dem Herbst nicht mehr gehäckselt wird, weil darin über Winter Vögel und andere Kleintiere heimisch geworden sind. Obermann leitet beim OGV Wiebelskirchen auch regelmäßige Baumschnittkurse und weiß deshalb, wovon er spricht. Auch mit dem Frühjahrsschnitt von Buchsbaum und Thujahecken sollte man noch abwarten, erklärt Dirk Ulrich, weil auch dort zurzeit die Vögel brüten.

Salvatore Perino hat seine Erbsen und Radieschen längst im Boden, die jetzt aber gegen den Frost geschützt werden müssen. „Natürlich ist jetzt auch die Pflanzzeit für alle Salate und Kräuter“, erklärt Vereinsvorsitzender Frank Obermann, „und auch die Kartoffeln sollten jetzt gesetzt werden“, weiß er weiter. Mit Tomaten, Bohnen oder Gurken sollte man aber lieber bis nach den Eisheiligen warten, empfiehlt Vater Hermann Obermann. Unabhängig von den Temperaturen müssen jetzt auf jeden Fall die Erdbeerpflanzen gesäubert und Brombeersträucher geschnitten werden, erklärt der Senior weiter. Auch Himbeersträucher müssen um diese Zeit an Stöckchen angebunden werden, um ihnen Halt zu verschaffen. Rhabarber kann, je nach Sorte, jetzt schon geerntet werden. Anfang Mai können auch die Balkonblumen aus dem Winterschlaf geholt werden, die auf jeden Fall aber vor dem Nachtfrost geschützt werden müssen.

Dass es in diesem Sommer viele Möglichkeiten geben wird, so kraftvoll in Zwetschgen zu beißen wie die junge Dame hier, da sieht man beim Obst- und Gartenbauverein Wiebelskirchen eher schwarz.  Foto: picture-alliance/ dpa/Rolf Haid

Und noch einen wichtigen Hinweis hat Hermann Obermann parat: Regenwassertonnen müssen nach dem Winter geleert und gründlich gereinigt werden, „denn da ist eine Menge Schimmel drin und der darf natürlich nicht an die Pflanzen“, macht der 80-jährige Hobbygärtner klar. Und er wagt auch eine Prognose, was die Obsternte in diesem Jahr betrifft. „So wie es jetzt aussieht, werden wir hier bei uns wohl so gut wie keine Kirschen und kaum Mirabellen kriegen“, erwartet der Fachmann. Auch die Zwetgschenernte wird nach seiner Erfahrung eher mäßig ausfallen, „aber Äpfel gibt es auf jeden Fall“, sieht Obermann schon am jetzigen Stand der Bäume.