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Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen in Corona-Zeiten

Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen : So geht es auch: „Kollekte“ steckt hinterm Scheibenwischer

Geldspenden ohne Gottesdienste und Klingelbeutel. Die Gemeindearbeit der evangelischen Kirchen Neunkirchen in Corona-Zeiten.

An diesem Sonntag, Palmsonntag, sollten die Konfirmanden in den Gottesdiensten der Gemeinde vorgestellt werden. 36 Namen stehen im – von Corona längst überholten – Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinde Neunkirchen. Doch die Konfirmationsfeiern im Mai sind wegen des Covid-19-Virus abgesagt. „Wir haben die neuen Termine in den Herbst gelegt“, sagt Pfarrer Michael Hilka. „Am 3. und 4. Oktober.“

Die Absage der Konfirmation ist nicht die einzige Konsequenz aus dem Kampf gegen die Pandemie. Zunächst bis Gründonnerstag, jetzt weiter bis zum 20. April gibt es keine Treffen der Gruppen und Kreise. Trauungen und Taufen werden verschoben. „Doch die meisten Arbeiten in der Gemeinde laufen im Prinzip weiter“, berichtet Hilka: „Das Büro ist besetzt. Hausmeister- und Reinigungskräfte sind im Dienst. Der geschäftsführende Ausschuss trifft sich. Und auch das Presbyterium wird zur nächsten Sitzung persönlich eingeladen.“ Am 30. März sollten sich die neuen und wiedergewählten Presbyter im Gottesdienst vorstellen. Wegen Corona wurden sie ohne Gottesdienst und mit schriftlichem Gelübde eingesetzt. In neuer Besetzung wollen sie zum ersten Mal am 21. April zusammenkommen. „Wir werden natürlich auf die Sicherheitsabstände achten“, sagt Presbyteriums-Vorsitzender Hilka.

 „Kollekten sind auch ein Thema“, sagt Pfarrer Uwe Schmidt. Ohne Gottesdienste keine Kollekte, ohne Kollekte kein Geld. Jüngst am Sonntag, erzählt Schmidt, fand er nach dem Glockenläuten in Furpach einen Umschlag mit einer „Kollekte“ am Scheibenwischer seines Autos, „säuberlich beschrieben und entsprechend aufgeteilt nach Eingangs- und Ausgangskollekte“. Wer was beitragen wolle, könne seine Spende bei jedem Pfarrer abgeben, beim Gemeindeamt vorbeibringen oder auch aufs Konto überweisen.

In Pflegeheimen und Krankenhäusern gilt das Besuchsverbot auch für die Seelsorger, sagt Bertram Weber. Bleibt das Telefon. „Ich habe Telefonnummern von Heimbewohner, gerade von denen, die regelmäßig in den Gottesdienst gekommen sind.“ „Wir sind für die Seelsorge da“, sagt Hilka. „Und in begründeten Fällen besuchen wir auch zu Hause.“ Der Kirchenkreis als Vorgesetzter hat Bescheinigungen ausgestellt, „dass wir im Dienst sind als Pfarrer und zu Seelsorgesprächen eben auch raus müssen“.

Katholische Kirchen bleiben offen für die, die sich besinnen, eine Kerze anzünden wollen. Evangelische Kirchen bleiben zu. Die Superintendenten landeskirchenweit und der Präses hätten diese Frage diskutiert und dann vorgeben, die Kirchen geschlossen zu halten, berichtet Schmidt. „So ein bisschen bedauere ich es, dass das Katholisch und Evangelisch nicht gleich gehandhabt wird“, sagt Schmidt. „In der evangelischen Kirche liegt das letztlich schon in der Verantwortung eines jeden Presbyteriums. Aber es ist eine Verordnung, dass wir die Kirchen geschlossen halten. Ich akzeptiere das so.“ Auch seine Kollegen Hilka und Weber.

< Bericht folgt: Wie die Kirchengemeinde in diesem Jahr das Osterfest feiert