Es wird gehustet und geschnieft

Die Wartezimmer in den Arztpraxen sind voll, grippale Infekte sind im Landkreis auf dem Vormarsch. Von einer Grippewelle kann aber noch keine Rede sein. Seit Jahresbeginn wurden 42 Influenzafälle registriert.

. Gut, dass diese Woche noch Ferien sind, dann können sich wenigstens die Lehrer und Schüler nicht gegenseitig anstecken. Die Fastnachtstage mit erhöhtem Körperkontakt haben mit dazu beigetragen, dass mehr Menschen als gewöhnlich mit grippalem Infekt oder gar Grippe flach liegen. Das hat man auch in der Praxis von Dr. Peter Monzel in Neunkirchen festgestellt. In den vergangenen 14 Tagen wurden hier verstärkt Patienten mit Erkältungskrankheiten behandelt, was typisch für die Fastnachtszeit sei. Besonders auffällig sei, dass die Kranken über starken Husten klagen, berichtet Gabriele Monzel, die als Praxismitarbeiterin großen Wert auf Prophylaxe legt. "Wir versuchen, das ganze Jahr über gesund zu leben, denn ein Krankenschein ist für uns unmöglich." Im Laufe der Jahre habe man ein ganz gutes Immunsystem entwickelt, das durch vorbeugende Maßnahmen wie etwa Schüssler-Kuren im Herbst und regelmäßig Sport weiter gestärkt werde. Gabriele Monzels Tipp, wenn es anfängt, im Hals zu kratzen: heiße Tees aus dem Ayurveda-Bereich mit Nelken, Zimt und dazu etwas Honig.

Auch in der Praxis von Dr. Hans-Georg Müller in Spiesen-Elversberg "ist die Grippewelle ein Thema." Das Wartezimmer sei voll mit grippalen Infekten, zu Beginn der Woche sei dies richtig losgegangen, berichtete der Facharzt für Allgemeinmedizin gestern auf SZ-Anfrage. Er kann allerdings nicht bestätigen, dass die Fastnacht zum erhöhten Krankenstand beigetragen hat. "60 Prozent meiner Patienten sind keine Fastnachter." Die meisten sind übrigens so krank, dass sie einige Tage nicht zur Arbeit gehen können. Bei rund 80 Prozent der Fälle schreibt Dr. Müller in diesen Tagen eine Krankmeldung.

Grundsätzlich gilt: In der akuten Erkrankungsphase möglichst zu Hause bleiben und regelmäßig lüften, damit der Körper frische Luft erhält und sich die Zahl der virusbelasteten feinen Tröpfchen in der Luft reduziert. Zu Hause bleiben musste auch die gesamte erkrankte Baukolonne, die eigentlich in der vorigen Woche mit den Arbeiten am Kreisverkehrsplatz Fernstraße/Bliesstraße beginnen sollte. Wie berichtet haben die Arbeiten nun gestern begonnen. Auch in den Rathäusern von Neunkirchen und Ottweiler ist ein "deutlich erhöhter Krankenstand" zu verzeichnen. Geschätzt zirka 20 Prozent höher als vor dem Jahresende, heißt es aus dem Neunkircher Rathaus. Es sei denkbar, dass dies in Zusammenhang mit der Grippewelle steht. Da aus datenschutzrechtlichen Gründen aber keine Diagnose auf der Krankmeldung stehe, bleibe dies eine Vermutung. Einen "signifikant höheren Krankenstand vor allem in den Kindertageseinrichtungen", meldet die Ottweiler Stadtverwaltung. Die Sparkasse Neunkirchen wiederum teilte auf Anfrage mit, dass die aktuelle Krankenquote der knapp 400 Mitarbeiter zum Stichtag 17. Februar mit 7,8 Prozent zwar über der durchschnittlichen Krankenquote liege. Sie bewege sich dabei aber in einem für den Monat Februar durchaus normalen Rahmen.

Das Kreisgesundheitsamt vermeldet Stand gestern insgesamt 42 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle für 2015. Allerdings gehen nicht alle Patienten mit Influenza zum Arzt, sodass es durchaus mehr Grippefälle geben kann.