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Jetzt Ausbildungsstelle sichern
Es fehlt an geeigneten Bewerbern

Kreis Neunkirchen. Die Arbeitslosigkeit im Kreis Neunkirchen lag im Mai auf dem niedrigsten Stand seit 18 Jahren.

(red) Im Landkreis Neunkirchen lag die Arbeitslosigkeit im Monat Mai auf der niedrigsten Quote in einem Mai seit 18 Jahren. Das teilte die Arbeitsagentur mit. Es gibt einen starken Anstieg bei der Arbeitskräftenachfrage und eine große Nachfrage nach Bewerberinnen und Bewerbern um Ausbildungsstellen.


Im Mai hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Neunkirchen weiter verringert. Mit 4789 lag sie um rund 200 unter dem Aprilstand und ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 13 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,6 Prozent, 1,1 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr.

„Bei guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelt sich auch der Arbeitsmarkt weiter günstig. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Mai weiter zurückgegangen und die Beschäftigung ist erneut gewachsen. Auch die Nachfrage der Unternehmen nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befindet sich weiterhin auf einem hohen Niveau“, erläutert Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. „Die besondere Herausforderung besteht für unsere Vermittlungsfachkräfte vor allem darin, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen, das heißt: offene Stellen mit geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen. Der steigende Bedarf an qualifizierten Fachkräften betont die Wichtigkeit einer soliden Ausbildung als Versicherung gegen Arbeitslosigkeit“, so Haßdenteufel.

Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis Neunkirchen im Mai mit 7080 Personen fast zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 67,6 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde damit durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik um fast ein Drittel entlastet. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind.

Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.



Seit Jahresbeginn haben die Unternehmen der Region fast 1300 Stellen zur Besetzung gemeldet, 40,6 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell sind noch 1126 Stellen offen, 38,3 Prozent mehr als im Mai 2017. Besonders viele Mitarbeiter werden derzeit in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel und im Baugewerbe gesucht. Auch das Verarbeitende Gewerbe, das Gastgewerbe und der freiberufliche/wissenschaftliche/technische Dienstleistungsbereich haben Personal gesucht.

Im Kreis wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 628 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 13,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 796 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 3,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im Mai waren noch 362 Stellen unbesetzt und 395 Jugendliche unversorgt.

„Der Ausbildungsbeginn rückt spürbar näher. In vielen Betrieben sind die Einstellungsverfahren derzeit noch nicht abgeschlossen, in zahlreichen Branchen bieten sich noch Ausbildungsmöglichkeiten. Ich empfehle denjenigen Jugendlichen, die aktuell noch keine feste Zusage für einen Ausbildungsplatz haben, Kontakt mit der Berufsberatung aufzunehmen. Dabei ist es von Vorteil, wenn sich die jungen Leute Gedanken über berufliche Alternativen machen“, rät Haßdenteufel.

Neben der reinen Vermittlung von Ausbildungsstellen bietet die Berufsberatung Informationen zu Ausbildungsvoraussetzungen, Bewerbungsverfahren und Berufsausbildungsbeihilfe an. Falls die schulischen Leistungen nicht so sind wie erwünscht, kann sie die Bewerberinnen und Bewerber mit zahlreichen Fördermöglichkeiten und Hilfestellungen unterstützen. Ausbildungsbetrieben, die bislang noch keine geeigneten Bewerberinnen und Bewerber gefunden haben, empfiehlt Haßdenteufel, sich durch den Arbeitgeberservice über Alternativen bei der Gewinnung künftiger Fachkräfte beraten zu lassen.

Ein Termin bei der Berufsberatung bekommen Sie unter: (0800) 4 55 55 00