Eröffnung des Frauencafés Neunkirchen in der Brückenstraße mit Musik und Kunst.

Neueröffnung : Ein Platz für die gemeinsame Auszeit

Eröffnung des Frauencafés Neunkirchen in der Brückenstraße mit Musik und Kunst.

Die Tage werden kürzer, das Wetter launischer. Wann, wenn nicht jetzt wäre der passende Moment, um ein Café zu eröffnen – als gemütlichen Treffpunkt, Alltagsoase, Auszeit-Schenker. Voila! Annette Pirrong und Heike Neurohr-Kleer von den Gleichstellungsstellen der Kreisstadt und des Landkreises haben sich diesen Wunsch jetzt erfüllt – weniger für sich selbst, als für ihre Geschlechtsgenossinnen. „Die Idee war schon im letzten Jahr geboren“, erinnert sich Annette Pirrong, der eine Freundin aus Frankfurt von einem ähnlichen Projekt vorgeschwärmt hatte. Was lange fehlten, waren passende Räumlichkeiten. Mit der Umwidmung des ehemaligen Ladenlokals zum Quartierstreff hatte die Suche ein Ende. „Die Lage ist zentral und uns gefällt auch der Café-Charakter“, betonte die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Anders als im Kommunikationszentrum, kurz Komm, mit seinem eher nüchternen Charme, ist die Atmosphäre im Quartierstreff heimeliger. „Mir gefallen besonders die verschiedenen Stühle“, alles Unikate. Die man demnächst vielleicht noch um ein paar Stück ergänzen muss, wenn noch mehr Besucherinnen der Einladung folgen. Gefeiert wurde die Premiere mit Zitronen- und Nusskuchen, Crémant, Apfelschorle – und natürlich Kaffee. Dank der temperamentvoll interpretierten Songs von Martina Veit (Gesang) und Natalia Malkova (Piano), Dozentinnen der Musikschule St. Wendel, kam echte Kaffeehausstimmung auf. Als stimmig erwies sich auch die aktuelle Ausstellung, bei der die Neunkircher Hobbymalerin Ute Apel eine Auswahl ihrer Aquarelle, Kreide- und Öl-Arbeiten zeigt, darunter einige Frauenbilder und Akte.

Heike Neurohr-Kleer informierte über das noch junge Frauennetzwerk Neunkirchen, dem aktuell 15 Akteurinnen angehören. Mit Aktionen wie dem „One Billion Rising“-Tanz-Flashmob im Saarpark-Center, einer Tanzparty, der mitverbreiteten Petiton gegen Bordell-Werbung, der Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“ oder zuletzt der Lesung über die Perfektionismusfalle hat das Frauen-Netzwerk im ersten Jahr seines Bestehens bereits für einige Aufmerksamkeit gesorgt.

Und so soll es auch bleiben: Zu den nächsten Höhepunkten zählen am 6. November die Frauen-Tanzparty unter dem Motto „Bulgarische Tänze“ und am 21. November die Taschentauschbörse, jeweils im Komm. Wer sich ebenfalls im Netzwerk einbringen möchte, ist herzlich willkommen. Das nächste Arbeitstreffen ist für den 29. Oktober um 19 Uhr im Quartierstreff terminiert. „Dann wollen wir den Aktionstag anlässlich des Weltfrauentags im März planen“, verriet Heike Neurohr-Kleer.

Das Frauencafé ist bis zum nächsten Frühjahr hoffentlich schon ein gutes Stück etabliert, hofft das Duo. Am 15. November startet man mit dem regulären Turnus: „Geöffnet ist das Frauencafé ab dann jeden ersten und dritten Freitag im Monat von 16 bis 18 Uhr.“ Das nächste Mal wird der Frauennotruf vorgestellt, für den 6. Dezember lädt man zum „Adventscafé“ ein. Für Anregungen und Themenwünsche sind die beiden Veranstalterinnen dankbar, die sich über die gute Resonanz zum Café-Start sichtlich freuten. Für Annette Pirrong war es letztlich eine Bestätigung. Ihr Eindruck ist: „Es tut sich was in Neunkirchen.“

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