1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Neunkirchen

Erntedank, Bierkästen und ein neuer Fußballplatz

Erntedank, Bierkästen und ein neuer Fußballplatz

Die Pallotti-Kirmes ist – trotz Regens zum Ende hin – gut besucht gewesen. Ein Höhepunkt war die Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes, der künftig auch von den Kindern der Fußball AG genutzt wird.

Auf diesem Platz macht es sogar noch Spaß zu verlieren. Weshalb es am Ende auch völlig unerheblich war, dass sich die blauen "Alles pallotti"-Jungs dem grünen Jugendamt-Saarlouis-Team 4:11 geschlagen geben mussten. Immerhin kam ihnen die Ehre zu, den nagelneuen Kunstrasenplatz einzuspielen. Künftig wird hier auch die neu gegründete Kinder-Fußball-AG trainieren. 100 000 Euro investierte das Pallotti-Haus für das Schmuckstück, dessen Einweihung Direktor Pater Herbert Heuel gemeinsam mit Geschäftsführer Hans-Georg Stockhausen und Jugendrat-Sprecher Jan Klein am Sonntag anlässlich der Pallotti-Kirmes vornahm. Stockhausen wies darauf hin, dass dies der erste Bauabschnitt in der Sanierung des 48 Jahre alten Spielgeländes sei und dass für weitere Maßnahmen noch Spender gesucht werden.

Überhaupt war es eine besonders schöne, besonders gut besuchte Kirmes. Als einziger Wermutstropfen erwies sich das Wetter, das drei Stunden vorm offiziellen Schluss alle Aktivitäten und Gäste per Dauerregen uncharmant in die Innenräume verwies. Doch bis dahin hatten Groß und vor allem Klein bereits jede Menge Unterhaltung, die später bei der Zirkusvorstellung der Zauberhüpfer und dem Mini-Konzert mit dem Duo Maritim im Trockenen einen weiteren Höhepunkt erreichte.

Den Auftakt bestritt Pater Heuel am Vormittag mit einem Erntedankgottesdienst in der mit Früchten und Blumen geschmückten Aula. Zum musikalischen Gelingen trug die Musik AG ebenso bei wie die Schüler von Drummer Sebastiano Pirritano. Der Musiker gibt seit einem Jahr Pallottischülern während des Schulvormittags Einzelunterricht am Schlagzeug. Dass die schon eine Menge gelernt haben, bewiesen sie mit starken Beats. Und dann gab es kein Halten mehr für die Kinder: Die Kirmes war eröffnet. Also nichts wie hin zur Mega-Seifenblasen-Werkstatt, zum Schminken und Tattoo-Malen, zum Wikinger-Schach, zum Trampolinspringen und, und, und. Ein 20 Meter hoher, aus Zweibrücken angerückter Kran und das Team der Außenwohngruppen Illtal und Teamworker ermöglichten eine Mutprobe der besonderen Art: akrobatisches Bierkästen-Stapeln, wobei der Höhenrekord bei 25 Kisten lag. Gleich von zwei Wohngruppen wurde der angesagte Rainbow-Loom-Trend aufgegriffen. Erstaunlich viele Jungs nutzten die Chance und verknüpften geduldig bunte Gummis zu Armbändern.

"Die Pallotti-Kirmes ist für uns jedes Jahr ein Pflichttermin", erklärten Mario und Susanne Becker schmunzelnd, "aber ein angenehmer." Besonders gefällt dem Paar aus Neunkirchen der Mix aus "Gudd gess", Live-Musik der Saar-Fern-Gas- und Pallotti-Band, Mitmach- und Zuschauangeboten. "Die Stimmung hier ist einmalig", sagte auch Isolde Wagner. "Man spürt das Miteinander aller." Froh und auch ein bisschen stolz war die Leitung über das große Engagement, das die Mitarbeiter mit ihren Schutzbefohlenen bei der Vorbereitung und Gestaltung des Jahrmarktes an den Tag legten - trotz Stresses und Überstunden: "Da herrscht hier eine tolle Motivation."