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Jugendfußball: Erfolgreiche Zusammenarbeit über Landesgrenzen

Jugendfußball : Erfolgreiche Zusammenarbeit über Landesgrenzen

Auch Fußballclubs haben es angesichts des demografischen Wandels in Zeiten von Netflix und Nintendo immer schwerer, Nachwuchs zu rekrutieren. Fünf Vereine aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz gehen das Problem gemeinsam an.

Früher hatten es die Fußballvereine leichter, ihren Nachwuchs zu rekrutieren. In Zeiten, in denen es weder Handys noch Spielekonsolen gab, war der Weg in den örtlichen Fußballclub beinahe Schicksal. Das ist aber Schnee von gestern. Größere Clubs verzeichnen zwar noch immer Zulauf, aber für Dorfvereine wird die Jugendarbeit auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels immer diffiziler. Selbst wenn ein Heranwachsender sich lieber sportlich betätigt als auf der Konsole zu daddeln, ist das keine Garantie dafür, dass er auch die Fußballschuhe für sein Heimatdorf schnürt. Die Konkurrenz zwischen den Clubs, aber auch unter den verschiedenen Sportarten ist enorm. Und spätestens, wenn die erste feste Freundin oder der erste Freund an der Haustür klingelt, ist der Verein schnell vergessen.

Die Verantwortlichen vieler Clubs haben die Zeichen der Zeit erkannt und kooperieren mit Kindergärten und Lehranstalten. Wo die Möglichkeit besteht, kommen Trainer an die Schulen und bieten in zusammen mit den Lehrkräften Fußball-Arbeitsgemeinschaften an. So findet zwar der eine oder andere den Weg von der Schule in den Verein. Doch um den Aderlass der Clubs aufzufangen, reicht das oftmals nicht.

Um überhaupt noch Nachwuchsmannschaften ins Rennen schicken zu können, sind Jugendspielgemeinschaften unter den Clubs dieser Tage gang und gäbe. Dass die Mitglieder einer solchen JSG allerdings aus verschiedenen Bundesländern kommen, stellt immer noch eine große Ausnahme dar. Und wo es sie gibt, zerbrechen sie rasch wieder. Der saarländische SV Wolfersweiler und der pfälzische SV Gimbweiler haben ihre Zusammenarbeit gerade eingestellt.

Richtig gut läuft es dagegen bei der JSG Saarpfalz. Dort sind Saarländer-Witze von Pfälzern – und umgekehrt – längst Geschichte. Neben den Saar-Clubs TuS Fürth, 1. FC Lautenbach, DJK Münchwies und SVGG Hangard gehören auch die Nachwuchsfußballer des pfälzischen TuS Breitenbach der Spielgemeinschaft an. In der Saison 1995/96 war die damalige SG Fürth-Lautenbach erstmals durch Breitenbacher Gastspieler verstärkt worden. Die Anfangsprobleme – zum Beispiel die Abstimmung der Trainings- und Spielplätze oder auch Gastspielerlaubnisse über die Landesgrenzen hinweg – wurden schnell überwunden. 1996 konnte sogar eine Mädchenmannschaft gemeldet werden. Und ein Jahr später wurden dann mit Gründung der JSG Saarpfalz endgültig Nägel mit Köpfen gemacht. 2013 kam die DJK Münchwies hinzu, zwei Jahre danach folgte schließlich die SVGG Hangard als jüngstes Mitglied. Heute stehen den Vereinen vier Kunstrasenplätze und ein Naturrasen zur Verfügung – außerdem die Sporthallen in Münchwies, Fürth und Breitenbach.

„Es gibt für die Kinder und Jugendlichen ein Überangebot an Aktivitäten. Von daher waren die Zahlen der Kids bei uns und fast allen anderen Vereinen rückläufig. Vor allem in den höheren Altersklassen ist es nicht leicht für uns“, sagt der Münchwieser Jugendleiter Sebastian Minke. Derzeit treten rund 100 Nachwuchsfußballer bei der JSG Saarpfalz gegen den Ball. Es gibt aktuell je ein Team bei den G-, E-, D-, C- und B-Junioren, hinzu kommen zwei F-Jugendmannschaften. Bei den B-Junioren handelt es sich um eine B9, die mit drei Gastspielern des VfR Frankenholz aufgefüllt ist. Zur kommenden Runde wird auch wieder versucht, eine A-Jugend zu stellen. Die Kinder und Jugendlichen gehören komplett dem Spielbetrieb des Saarländischen Fußballverbandes an. Jeweils drei Monate lang wird bei einem Verein gespielt, ehe dieses Recht auf den nächsten übergeht. „In den beiden jüngeren Altersklassen werden auch Heimturniere veranstaltet“, berichtet Minke

Wichtig sei aber nicht nur die Quantität der Spieler, sondern auch die Qualität der Übungsleiter. „Wir haben viele junge Trainer, die teilweise noch aktiv spielen. Es wird darauf geachtet, dass sie ihre Trainerqualifikationen erwerben. Sie sind zwar ehrenamtlich für unsere JSG tätig, aber alle mit vollem Einsatz dabei“, freut sich der Münchwieser Jugendleiter. Der mit seinen Kollegen aus Hangard, Lautenbach, Fürth und Breitenbach bereits auf viele Erfolge zurückblicken kann. So erinnert sich Minke besonders stolz an die Meisterschaft der C-Junioren in der Saison 2015/16. Und auch in dieser Saison lief es für die C-Jugendlichen der JSG bis zum Abbruch der Saison aufgrund der Corona-Pandemie rund. Die Mannschaft führte ihre Gruppe mit vier Siegen und einem Unentschieden ungeschlagen an.