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Er malte auch auf Butterbrotpapier

Er malte auch auf Butterbrotpapier

Neunkirchen. Auf riesige Resonanz stieß am Sonntagmorgen die Ausstellungseröffnung mit Werken von Walter Bernstein, in der Galerie des Künstlerkreises Neunkirchen

Neunkirchen. Auf riesige Resonanz stieß am Sonntagmorgen die Ausstellungseröffnung mit Werken von Walter Bernstein, in der Galerie des Künstlerkreises Neunkirchen. Der Künstlerkreis Neunkirchen hat seinem ehemaligen Mitglied Walter Bernstein, der sich über die Landesgrenzen hinaus, als Landschafts- und Industriemaler einen Namen machte, eine ganz besondere Ausstellung gewidmet (wir berichteten). Sie zeigt die etwas unbekanntere Art des Schaffens des Künstlers. Porträts, Tierzeichnungen, Studien, aber auch Menschengruppen, Aktzeichnungen dokumentieren das Können Bernsteins.Die jetzt gezeigten Exponate wurden von der Gemeinde Schiffweiler, zur Verfügung gestellt. "Wir haben über 1000 Exponate von Walter Bernstein in Gemeindebesitz, darunter auch viele Studienarbeiten", informierte Jutta Gimmler, Kulturbeauftragte der Gemeinde Schiffweiler. "Uns war es wichtig, mit dieser Ausstellung auf das Gesamtlebenswerk Walter Bernsteins aufmerksam zu machen." Dies unterstrich auch Schiffweilers Bürgermeister Markus Fuchs. Hannelore Seiffert, Vorsitzende des Neunkircher Künstlerkreises und Annelie Scherschel-Freudenberger hatten aus dem großen Fundus die nunmehr ausgestellten Werke ausgewählt. "Dabei legten wir von Anfang an bei der Durchsicht der vielen Exponate Wert darauf, nicht die bekannten Motive zu präsentieren. Wir wollten einen Bernstein finden, der für viele neu ist, der seine unterschiedlichsten Facetten zeigt", erklärte Annelie Scherschel-Freudenberger bei der Ausstellungseröffnung.

Porträtzeichnungen, darunter auch Eigenporträts oder aber auch lebendige Tierzeichnungen wie eine laufende Gazellenherde sowohl am Tag wie bei Nacht, sind Indiz von der großen Schaffenskraft Walter Bernsteins. Dabei verwies Scherschel-Freudenberger auch auf die Vielseitigkeit des 1981 verstorbenen Schiffweiler Malers: "Walter Bernstein arbeitete in unterschiedlichsten Techniken: Kohle, Tusche, Bleistift, Rötel, Kugelschreiber oder Faserstift waren genau so Arbeitsmaterial wie zum Beispiel Briefumschläge, Butterbrotpapier, strukturiere Papiere oder Pappen Zeichengrundlagen sein konnten", so Annelie Scherschel-Freudenberger. "Und so unterschiedlich, wie die Techniken und der Bildgrund sind, ist auch sein Zeichenduktus. Mal mit lockerem Strich grob die Form umreißend, mal mit feinen Schraffuren detailgetreu ausgearbeitet, mal fast in kubistische Formen zerlegt."

Die Walter Bernstein-Ausstellung ist bis zum 11. Februar immer samstags von 14 bis 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung, Telefon (0 68 21) 6 95 93 oder (0 68 21) 6 78 43, in der Galerie des Künstlerkreises Neunkirchen, in der Langenstrichstraße, zu besichtigen.

"Uns war es wichtig, auf sein Gesamtlebenswerk aufmerksam zu machen."

Jutta Gimmler, Kulturbeauftragte