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Sie wollen spielen, spielen, spielen: „Einfach nicht ans Schwitzen denken“

Sie wollen spielen, spielen, spielen : „Einfach nicht ans Schwitzen denken“

Drei Stunden auf der Bühne: Das verlangt von den Darstellern von „The Producers“ einiges ab, bei der Hitze.

Schauspieler halten einiges aus. Denn sie wollen spielen, spielen, spielen. Spielen für ihre Zuschauer.

Herr Müller, Sie stehen in der Hauptrolle des Stücks „The Producers“ als Max Bialystock derzeit in jeder Vorstellung fast drei Stunden auf der Bühne. An den Darstellern scheinen die momentanen Temperaturen abzuprallen, wenn man sieht, mit welcher Begeisterung sie bei der Sache sind. Wie kommt das?

Markus Müller: Das frage ich mich manchmal auch. Nein ernsthaft. Ich denke, es ist die Leidenschaft und die Begeisterung, mit der wir hier alle zur Werke gehen, gepusht durch das eigene Adrenalin, die Lust und Spielfreude, diese Nummer gemeinsam mit Tempo, Dynamik und Schmiss auf die Bühne zu wuppen. Wir alle wissen, dass wir uns dieses Stück jeden Abend wieder neu erobern müssen. Hier geht nichts von selbst, sonst schlafft es ab. Das gilt für die Hauptdarsteller genauso wie für die kleinsten Ensembleparts oder das Tanzensemble. Ganz zu schweigen von den Kolleginnen und Kollegen, die zahlreiche Kostümumzüge haben. Hier haben wir alle ein gemeinsames Ziel. Tja, und dieses Wissen, dieses gemeinsame Gefühl, gibt neue Kraft fürs Spiel auf der Bühne, aber auch gegen die Hitze.

Die Zuschauer können das Stück mit einem Fächer in der einen und einem kühlen Getränk in der anderen Hand genießen. Ist man da als Darsteller nicht geneigt, lieber die Seiten zu wechseln?

Müller: Nein, wir wollen ja spielen; spielen für die Zuschauer. Die Fächer und die Möglichkeit, Getränke mit in den Zuschauerraum zu nehmen, sind Angebote, damit es für die Besucher nicht ganz so heiß wird. Dazu gibt es eine erweiterte Außengastronomie. Am Freitag bieten wir außerdem eine offene Bühne mit den Ensemblemitgliedern, der Band und deren eigenen Songfavoriten von Musical bis Pop. Am Samstag kann man mit Party- DJ-Musik gemeinsam mit dem Projekt feiern. Eine Besuch liegt also temperaturmäßig durchaus noch im erträglichen Bereich und muss sich wohl lohnen, wenn ich dies augenzwinkernd anmerken darf.

Drei Stunden auf der Bühne zu stehen, ist allein schon eine enorme Leistung, aber bei der Hitzewelle grenzt das ja an Hochleistungssport. Kann man sich darauf überhaupt vorbereiten? Und falls ja, wie?

Müller: Da kann ich in Teilen nur für mich sprechen, bin mir aber sich, dass es meinem, von mir aufs Höchste geschätzten Mitspieler Nicolas Schneider als Leo Bloom nicht anders geht. Einfach nicht daran denken und trinken, trinken, trinken. Gute fünf Liter Wasser pro Show sind es sicher für jeden von uns. Ansonsten vor den Shows: In den Tunnel gehen, den Schalter umlegen und einfach nicht mehr ans Schwitzen denken. Dazu kommen natürlich noch ausreichend Schlaf, vitaminreiche Ernährung und, wann immer es geht, die Stimme schonen und pflegen.

Wie heiß ist es eigentlich auf der Bühne, unter den Scheinwerfern?

Müller: Schon sehr heiß. Aber wie gesagt, einfach nicht dran denken. Manchmal merkt man es dann aber doch, wenn einem ein kleines Schweißrinnsal über die Wange läuft. Apropos: Die Hitze ist auch extrem für das Material; von den Mikrophonen bis zur Musik-Software.

Wie reagiert der Körper, wenn nach der Vorstellung so langsam das Adrenalin nicht mehr wirkt?

Müller: Die Maschine fährt runter, die Konzentration lässt nach, man spannt regelrecht ab. Und das ist auch gut so.

Mitte der Woche soll es merklich abkühlen. Sehnen die Darsteller dem entgegen?

Markus Müller. Foto: Jörg Jacobi

Müller: Ja, aber nicht nur wegen der gemäßigteren Temperaturen. Wir allen hoffen, dass, wenn die Temperaturen angenehmer werden, noch viele viele Zuschauer den Weg in die Gebläsehalle finden werden, denn es ist ein Musical-Broadway-Spaß, der sich wahrhaftig lohnt.