Einen Schnaps aufs Bliesquartier

Am Bliesquartier geht's voran. Bauträger IFA hat gestern zum Richtfest geladen und rund 50 Gäste schauten sich um. Die erste Etage ist an die Lebenshilfe übergeben, das Erdgeschoss für Woolworth fast fertig.

Das große Schnapstablett bleibt weitgehend unberührt. Denn auch wenn Hochprozentiges zu einem Richtfest dazugehört, steht den rund 50 Gästen an diesem frühen Dienstagnachmittag auf der Bliespromenade und im Erdgeschoss des ehemaligen Sinn-Leffers-Gebäude der Sinn eher nach kaltem Wasser und Apfelschorle. Nur die Offiziellen halten für die Fotografen wacker ein Gläschen in die Kamera. Oben am Gebäude flattern die Bänder eines Richtbäumchens in der Brise, doch dort will bei über 30 Grad Celsius erst mal niemand hin.

Der Bauträger , die IFA-Projektgesellschaft, hat eingeladen zum Richtfest des künftigen "Bliesquartiers". Im Erdgeschoss ist es kühl, oben im Haus rattern Baumaschinen. IFA-Geschäftsführer Wolfgang Schäfer relativiert bei seiner Begrüßung den Grund der Einladung: "Wenn man es genau nimmt, ist es mehr als ein Richtfest. Im unteren Teil ist es schon mehr Eröffnung, im oberen Richtfest." Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried , locker im blauen Polo-Shirt, schlägt einen neuen Namen für das Objekt vor: Man könne jetzt auch vom IFA-Haus sprechen. Der Verwaltungschef spannt den zeitlichen Bogen, erinnert an den Ausbau der Bliespromenade, als noch niemand das Saarpark-Center auf der Rechnung gehabt habe. Mit dem Center, mittlerweile ein Vierteljahrhundert in der Stadt, sei die Promenade "zurückgefallen". Sinn-Leffers weg, C&A ins Center abgewandert. Fried: "Es gab viele Bemühungen, besonders, um das Sinn-Leffers-Gebäude zu beleben." Das Engagement der IFA sei deshalb von großer Bedeutung für die Stadt.

Freundliche Worte gab es auch für ihn. Geschäftsführer Schäfer spricht von einer guten Zusammenarbeit mit der Stadt, aber auch mit allen anderen Beteiligten an dem Projekt, das ein Volumen von über 10 Millionen Euro habe. Im Erdgeschoss sei für die Einzelhandelskette Woolworth schon fast alles bereit, die erste Etage habe der Bauträger vergangene Woche an die Lebenshilfe übergeben. Sie wird dort ihre Landesgeschäftsstelle und die Landespflegeschule unterbringen.

"Wohnen und arbeiten an der Bliesterrasse" war das Ziel der Bemühungen, erläuterte Hans Jürgen Lichter von IFA. Der demografische Wandel floss in die Überlegungen. Der Trend heiße: Zurück in die Stadt. In der Bahnhofstraße entsteht gerade eine Seniorenresidenz, ebenfalls ein IFA-Projekt. Das Bliesquartier wird in den oberen Stockwerken - das Gebäude wurde um vier Etagen aufgestockt - 25 Wohnungen zwischen knapp 40 und 233 Quadratmeter bieten. Verkauft sind bislang vier, neun weitere reserviert. Das Prospekt streicht die gute Infrastruktur in direkter Umgebung heraus. IFA-Chef Schäfer ist überzeugt, das Interesse ziehe an, wenn erst mal Wohnungsbesichtigungen möglich sind. Darauf stößt er gerne an.