Eine Zugfahrt Richtung Zukunft

Der schwierigste Teil der Abschlussfeier gleich zu Beginn: Der SZ-Fotograf versucht, die 65 Schüler , die an diesem Freitagmittag ihr Hauptschulabschlusszeugnis bekommen, so hinzustellen, dass jeder zu sehen ist. Im Innenhof der Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen , kurz GGSNK, herrscht daraufhin Durcheinander. Als die Gruppe schließlich nach überstandenem Fototermin in die Aula zurückströmt, wird es dort brechend voll. Junge Damen fächeln sich Luft zu, Eltern sitzen am Rand auf den Heizkörpern. Abschlussfeier kann ganz schön anstrengend sein. Das gilt natürlich auch für die, die noch einen Auftritt vor sich haben. Beim Eröffnungslied der Schulband - Adeles "Rolling in the deep" - fehlt der Sängerin die Textsicherheit, und auch später, als sich einige Schülerinnen bei ihren Lehrern bedanken, gibt es mal einen kurzen Stopp der Aufregung halber. Aber das stört niemanden. "Es ist heute ein besonderer Tag", sagt Schulleiter Clemens Wilhelm, "ein Tag zum Feiern". Und er ist beeindruckt, wie sich seine Schüler für diesen Augenblick in Schale geschmissen haben: "Ihr seht toll aus!" In seiner Rede vergleicht Wilhelm die fünf Schuljahre mit einer Zugreise. In den einzelnen Waggons - fünf Klassen bildete die GGSNK vor fünf Jahren - seien ganz unterschiedliche Menschen eingestiegen. Eine Gemeinschaft zu bilden, sei nicht immer eine leichte Aufgabe. Die Schule habe sich bemüht, alle mitzunehmen. Aber nicht im Gleichschritt, denn jeder sollte nach seinen Talenten gefördert werden. Eine Eisenbahn laufe auf Schienen, und auch die Schule habe versucht, ihren Schützlingen Halt zu geben, indem sie Werte zu vermitteln suchte wie Toleranz, Respekt, Disziplin und Selbstständigkeit. Drei Schüler stellte der Schulleiter besonders heraus: Junge Afghanen, die vor knapp zwei Jahren ohne Deutschkenntnisse an die Schule gekommen sind, haben den Abschluss geschafft. Das findet nicht nur Wilhelm außerordentlich, seine Zuhörer im Saal zollen mit kräftigem Applaus Respekt. Die Tutoren Ilona Rickel und Oliver Rau sorgen mit einer Auflistung der nervigsten Schüler- und Lehrersprüche für Heiterkeit. "Is' der hässlich - was der labert - ich han nix gemacht" gehören zu den Sätzen, die Lehrer kaum noch hören können. Den Satz "In den Pausen ist hier kein Aufenthalt" quittierten die jungen Leute mit Lachen und Applaus. Der Lehrerbefehl "Handy weg!", den sie wohl besonders oft hören mussten, erntet selbst in der launigen Rückschau Buh-Rufe.

Der schwierigste Teil der Abschlussfeier gleich zu Beginn: Der SZ-Fotograf versucht, die 65 Schüler , die an diesem Freitagmittag ihr Hauptschulabschlusszeugnis bekommen, so hinzustellen, dass jeder zu sehen ist. Im Innenhof der Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen , kurz GGSNK, herrscht daraufhin Durcheinander. Als die Gruppe schließlich nach überstandenem Fototermin in die Aula zurückströmt, wird es dort brechend voll. Junge Damen fächeln sich Luft zu, Eltern sitzen am Rand auf den Heizkörpern. Abschlussfeier kann ganz schön anstrengend sein. Das gilt natürlich auch für die, die noch einen Auftritt vor sich haben. Beim Eröffnungslied der Schulband - Adeles "Rolling in the deep" - fehlt der Sängerin die Textsicherheit, und auch später, als sich einige Schülerinnen bei ihren Lehrern bedanken, gibt es mal einen kurzen Stopp der Aufregung halber. Aber das stört niemanden. "Es ist heute ein besonderer Tag", sagt Schulleiter Clemens Wilhelm, "ein Tag zum Feiern". Und er ist beeindruckt, wie sich seine Schüler für diesen Augenblick in Schale geschmissen haben: "Ihr seht toll aus!"

In seiner Rede vergleicht Wilhelm die fünf Schuljahre mit einer Zugreise. In den einzelnen Waggons - fünf Klassen bildete die GGSNK vor fünf Jahren - seien ganz unterschiedliche Menschen eingestiegen. Eine Gemeinschaft zu bilden, sei nicht immer eine leichte Aufgabe. Die Schule habe sich bemüht, alle mitzunehmen. Aber nicht im Gleichschritt, denn jeder sollte nach seinen Talenten gefördert werden. Eine Eisenbahn laufe auf Schienen, und auch die Schule habe versucht, ihren Schützlingen Halt zu geben, indem sie Werte zu vermitteln suchte wie Toleranz, Respekt, Disziplin und Selbstständigkeit.

Drei Schüler stellte der Schulleiter besonders heraus: Junge Afghanen, die vor knapp zwei Jahren ohne Deutschkenntnisse an die Schule gekommen sind, haben den Abschluss geschafft. Das findet nicht nur Wilhelm außerordentlich, seine Zuhörer im Saal zollen mit kräftigem Applaus Respekt. Die Tutoren Ilona Rickel und Oliver Rau sorgen mit einer Auflistung der nervigsten Schüler- und Lehrersprüche für Heiterkeit. "Is' der hässlich - was der labert - ich han nix gemacht" gehören zu den Sätzen, die Lehrer kaum noch hören können. Den Satz "In den Pausen ist hier kein Aufenthalt" quittierten die jungen Leute mit Lachen und Applaus. Der Lehrerbefehl "Handy weg!", den sie wohl besonders oft hören mussten, erntet selbst in der launigen Rückschau Buh-Rufe.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Tutoren Bickel und Rau haben bei der Hauptschulabschluss-Feier am GGSNK Schülerinnen und Schüler für besondere Leistungen geehrt. Die beste Deutschnote hatten Angelika Lorang, Oliver Calmus und Aktürk Chidem. Die beste Mathematiknote schaffte Davide Catania. Den besten Abschluss hat Michelle Göltzer gemacht. mbe