Interkulturellen Wochen: Eine „Interkulturelle Woche“, die zwei Monate dauert

Interkulturellen Wochen : Eine „Interkulturelle Woche“, die zwei Monate dauert

Neunkirchen bietet insgesamt 40 Einzelveranstaltungen zum Thema Integration an.

Es war einmal eine „Interkulturelle Woche“. Die hatte so viel Potenzial, dass sie wuchs und wuchs – so dass sie sich nun, im elften Jahr, über zwei Monate spannt. „Wir haben das Programm gestreckt, weil wir möchten, dass alle Termine gut besucht werden“, erklärte Željko Ćudina, Integrationsbeauftragter der Kreisstadt Neunkirchen, bei der Pressekonferenz im Kommunikationszentrum Kleiststraße. Das Spektrum reicht vom Erntedankfest im „Aller-Welts-Garten“ über das Cafe du Monde im Evangelischen Kita Haus des Kindes bis hin zur Interkulturellen Wanderung auf dem Neunkircher Hüttenweg. 40 Einzelveranstaltungen umfasst das Programm, das in einem 18-seitigen Flyer zusammengefasst ist.

Inhaltlich setze man auf „Altbewährtes und Aufklärungsarbeit“, so Ćudina. Wobei sich letztere Angebote vor allem an zugezogene Osteuropäer sowie Flüchtlinge richte, so der Koordinator der Interkulturellen Wochen. „Früherkennungsuntersuchungen für Kinder gibt es in diesen Ländern nicht.“ Weshalb man in Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt für 20. September ins VHS-Zentrum zu einem Vortrag über die U1 bis U9 einlädt.

Neu im Boot sind die „Söhne Damaskus“ Zu dieser Folkloregruppe haben sich im Oktober 16 junge syrische Männer zusammen geschlossen, um traditionelle Gesänge, Tänze und anderes Volksgut aus der Heimat zu erhalten und ihren Landsleuten zu vermitteln. Daneben verstehen sich die in Neunkirchen und Schiffweiler lebenden Männern auch als Botschafter ihrer Kultur. Am 19. September bieten sie im KOMMzentrum „Syrische Folklore für Kinder“ an, am 25. September zusammen mit der Flüchtlingshilfe Neunkirchen einen  Kindertreff und natürlich werden sich die „Söhne Damaskus“ auch am Syrischen Abend beteiligen. Der Erlös der Benefizveranstaltung am 26. September fließt in Projekte mit Flüchtlingskindern.

Am besten lernt man eine andere Kultur kennen, wenn man selbst tätig wird. Gelegenheit dazu bietet der VHS-Kurs „Orientalisches Malen auf Holzboxen“. Unter Anleitung des syrischen Künstlers Hani Yabrudi verwandeln die Teilnehmer Holzkisten mittels traditioneller Muster in wahre Schmuckstücke. Der Kurs startet am 14. September.

Nicht fehlen dürfen Kinotermine: Am 18. und 20. September läuft im Rahmen der „Rollenwechsel-Kirche im Kino“-Reihe „Die Migrantigen“: Eine Komödie, die in Wien spielt und sich genüsslich mit den gängigen Klischees und Vorurteilen, die Migranten gegenüber herrschen, auseinandersetzt. Ernstere Töne schlägt die Doku „Deportation Class“ an, die Abschiebungen in Deutschland thematisiert, zu sehen am 2. und 4. Oktober ebenfalls im Cinetower.

Sportlich geht es am 17. September beim Interkulturellen Lauf der Grundschulen zu. Passend zum Weltkindertag laufen die Mädchen und Jungen der innerstädtischen Grundschulen auf dem Sportplatz an der Fernstraße um die Wette. An Frauen richtet sich der Interkulturelle Begegnungsnachmittag am 18. September im KOMM, organisiert vom Ortsverband der Litauer im Saarland, der Selbsthilfegruppe „Bunte Seelen“ und der Flüchtlingshilfe Neunkirchen. Ab 17 Uhr besteht die Chance, mit Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern ins Gespräch zu kommen. Wer möchte, kann landestypische Spezialitäten mitbringen. Angedacht ist auch, dass sich aus diesem ersten Kennenlernen weitere gemeinsame Vorhaben entwickeln.

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