Ein umgänglicher Querdenker

Wiebelskirchen. Er steht in der Nachfolge eines Johann Friedrich Wilhelm Pustkuchen. Nicht nur als einer der in Wiebelskirchen wirkenden und engagierten evangelischen Pfarrer, sondern auch als eine besondere, gern auch quer denkende Persönlichkeit, als ein eigenwilliger Charakter, bei all dem aber umgänglich und immer zugewandt

Wiebelskirchen. Er steht in der Nachfolge eines Johann Friedrich Wilhelm Pustkuchen. Nicht nur als einer der in Wiebelskirchen wirkenden und engagierten evangelischen Pfarrer, sondern auch als eine besondere, gern auch quer denkende Persönlichkeit, als ein eigenwilliger Charakter, bei all dem aber umgänglich und immer zugewandt. Allein schon sein Erscheinungsbild mit seiner nicht zu zähmenden grauen Lockenpracht und den hellwachen Augen über etwas wildem Bartwuchs vermittelt einen bleibenden Eindruck. Doch da ist auch die Arbeit des Seelsorgers Biederbeck, die lange nachwirken wird, wenn Pfarrer Gerhard Biederbeck nach 31 Jahren seelsorgerischer Tätigkeit in Wiebelskirchen Abschied nimmt. "Ich habe versucht, einfach da zu sein, wenn Menschen mich brauchten, Barrieren abzubauen und Kirche erlebbar zu machen als wohltuende Alternative", nennt er die Beweggründe seiner Arbeit. Seine 31 Jahre in Wiebelskirchen waren vielseitig geprägt. Am schmerzlichsten aber dürfte ihn der Verlust seiner Frau Rosemarie getroffen haben. Sie starb in Wiebelskirchen im Juni 2002 an einer heimtückischen Krankheit. Seitdem lebt er mit seinem autistischen Sohn Felix im ehemaligen Pfarrhaus in der Schillerstraße, das er gekauft hat und wo er nun wohnen bleiben will, "weil er hier sein Zuhause hat". Sein zweiter Sohn Max studiert in Mannheim. Pfarrer Biederbeck, der im Oktober 1978 nach Wiebelskirchen gekommen war, ("mit einem Schaukelstuhl, einem Schlafsessel und einem Stereoturm. . .") wird 2012 in Rente gehen. An diesem Sonntag wird er aus dem aktiven Dienst seiner Altersteilzeit verabschiedet. Seine Ordinationsrechte verliert er dadurch nicht. Er kann weiterhin Amtshandlungen und Gottesdienste halten, "aber nur, wenn er gefragt wird und die Ortspfarrer entlasten kann - keinesfalls im ersten Jahr." Dies ist mit dem Presbyterium so abgesprochen. Im Rückblick kann er "die Zahl der Taufen, Konfirmationen, Trauungen oder Beerdigungen nur ahnen". Mit engagierten Mitarbeitern konnte er einiges auf den Weg bringen. Biederbeck erinnert gerne an den von seiner Frau gegründeten Chor Joy, den es mit Chorleiter H.J. Sander immer noch gibt. Gerne erinnert auch an so manche Freizeitaktivität, nicht zuletzt das Fußballspiel in der Neunkircher TuS-Halle, besonders aber Skifreizeiten im Allgäu und dreißig Jahre Tennisspielen.

Zur PersonPfarrer Gerhard Biederbeck ist am 3. April 1949 in Barmen als erstes von 2 Kindern der Eheleute Erika und Helmut Biederbeck geboren. In Wuppertal machte er sein Abitur. Seine Studien absolvierte er in Wuppertal und Bonn. Nach der Bundeswehrzeit, dem Studium und der Vikarszeit in Velbert kam Gerhard Biederbeck bereits nach Wiebelskirchen. gm