| 18:34 Uhr

Elf Menschen gerettet
Ein Toter bei Brand in Wiebelskirchen

Feuerwehrwagen stehen am Mittwochmorgen vor dem verwüsteten  Mehrfamilienhaus mit Gaststätte im Stadtteil Wiebelskirchen, das in der Nacht brannte.
Feuerwehrwagen stehen am Mittwochmorgen vor dem verwüsteten Mehrfamilienhaus mit Gaststätte im Stadtteil Wiebelskirchen, das in der Nacht brannte. FOTO: dpa / Oliver Dietze
Wiebelskirchen. Ein Feuer zerstörte in der Nacht zum Mittwoch ein Haus in der Wiebelskircher Kuchenbergstraße. Elf Menschen konnte die Feuerwehr retten. Einen Mann mussten die Retter tot bergen. Von Solveig Lenz-Engel und Marc Prams

Bei einem Brand in der Wiebelskircher Kuchenbergstraße in der Nacht zu Mittwoch ist laut Polizei ein Mann ums Leben gekommen, elf weitere Personen konnten gerettet werden. Lange Zeit haben Medien und über den Verbleib des 37-Jährigen spekuliert, der Opfer der Flammen wurde. Denn erst am Mittwochnachmittag bestätigte Neunkirchens Bürgermeister Jörg Aumann, dass der Mann bei dem Brand ums Leben gekommen sei. Erst Abends bestätigte die Polizei den Tot des Mannes. Wer der Tote ist, konnte oder wollte sie noch nicht mitteilen. Heute soll eine Obduktion stattfinden. Die Brandursache steht noch nicht fest.


Die abgebrannten Wohnungen in dem Haus in der Kuchenbergstraße sind von der Stadt Neunkirchen als Unterkunft für Flüchtlinge angemietet worden, wie Aumannn erklärte. Ob eine oder zwei Familien darin untergebracht waren, konnte der Neunkircher Bürgermeister nicht mit Gewissheit sagen. Ob das Todesopfer zu den Mietern gehörte oder als Gast dort war, als das Feuer ausbrach, war bis Redaktionsschluss der gedruckten Ausgabe nicht bekannt. Auch konnte Aumann nicht sagen, ob in dem Haus Brandmelder angebracht waren. „Ich war selbst von ein Uhr bis etwa 3.30 Uhr in Wiebelskirchen vor Ort. Die geretteten Personen, die zum Teil wegen Rauchvergiftung ins Krankenhaus mussten, werden natürlich von uns untergebracht. Wir haben in Neunkirchen noch leerstehende Wohnungen angemietet“, so Aumann. Diese Form der Unterstützung sei selbstverständlich für alle Opfer von Bränden gewährleistet.

Zur Brandursache konnten weder Jörg Aumann noch Falk Hasenberg von der Landespolizei bislang etwas sagen. Hasenberg: „Die Brandermittler konnten ihre Arbeit in dem Gebäude erst am Mittwochnachmittag aufnehmen, vorher war ein Betreten des stark zerstörten Gebäudes nicht möglich.“



Laut eines Feuerwehrsprechers spielten sich bei Eintreffen der Helfer in der Nacht zu Mittwoch dramatische Szenen in dem brennenden Haus ab. Gegen 23.15 Uhr ging bei der Feuerwehr der erste Alarm ein: Brand im Treppenhaus eines Wohn- und Geschäftsgebäudes am Kuchenberg. „Viele Menschen standen in den Fenstern und riefen um Hilfe. Drei Leute hatten sich auf der Rückseite des Hauses aufs Dach gerettet und warteten mit in der Regenrinne abgestützten Füßen darauf, dass wir sie dort sicher runterholen“, schilderte der Feuerwehrsprecher gegenüber der SZ die Situation. Bis zu 120 Kräfte der Löschbezirke Wiebelskirchen, Hangard, Münchwies und Wellesweiler, unterstützt von den Teams mit großen Drehleitern aus Neunkirchen-Innenstadt und Ottweiler, hätten sich zuallererst um die Rettung der Personen gekümmert. Elf Menschen, darunter vier Kinder, wurden in Sicherheit gebracht. Alle wurden glücklicherweise im Feuerhaus nur leicht verletzt, teilweise durch den Rauch. Sie alle wurden von den Rettungskräften in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Während der Rettung der Hausbewohner breitete sich das Feuer im Haus weiter aus. Betroffen waren vor allem das erste Obergeschoss und der Dachstuhl. Das Erdgeschoss mit einer geschlossenen Gaststätte und einem Reisebüro war zur Brandzeit leer. „Das Treppenhaus und Decken brachen trotz aller Bemühungen zusammen“, so die Feuerwehr, was die Ermittlung der Brandursache weiter erschwert. Vor Ort waren während des Einsatzes die Brandinspekteure des Landes und des Kreises, Timo Meyer und Werner Thom.

Fachberater des Technischen Hilfswerks (THW) und der Unteren Bauaufsichtsbehörde (UBA) beurteilten das Wohn- und Geschäftshaus auf seine Statik, wie die Feuerwehr mitteilte. Um für weitere Löscharbeiten einen sicheren Rahmen zu bieten, brachten Spezialkräfte des THW Ortsverbandes St. Ingbert an einem der Giebel Bewegungs-Sensoren an. Mit ihnen kann die Feuerwehr selbst kleinste Bewegungen am Giebel erkennen und die Einsatzkräfte vor Ort so schnell vor einem drohenden Einsturz gewarnt werden.

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Mit bis zu 120 Kräften waren die Feuerwehren vor Ort, um den Menschen in der Kuchenbergstraße zu helfen.
Mit bis zu 120 Kräften waren die Feuerwehren vor Ort, um den Menschen in der Kuchenbergstraße zu helfen. FOTO: Rolf Ruppenthal / Rolf ruppenthal
Vom Dachstuhl des Hauses bliebt trotz aller Bemühungen nur noch ein verkohltes Gerippe übrig.
Vom Dachstuhl des Hauses bliebt trotz aller Bemühungen nur noch ein verkohltes Gerippe übrig. FOTO: Rolf Ruppenthal
In der  ausgebrannten Dachgeschosswohnung soll eine Leiche gefunden worden sein, was die zuständige Landespolizei bislang nicht bestätigte. 
In der ausgebrannten Dachgeschosswohnung soll eine Leiche gefunden worden sein, was die zuständige Landespolizei bislang nicht bestätigte.  FOTO: dpa / Oliver Dietze
Mit Drehleitern konnten die Feuerwehrleute elf Bewohner aus dem brennenden Haus retten. Das aufgebaute Sprungpolster wurde nicht gebraucht.
Mit Drehleitern konnten die Feuerwehrleute elf Bewohner aus dem brennenden Haus retten. Das aufgebaute Sprungpolster wurde nicht gebraucht. FOTO: Rolf Ruppenthal