Ein Tag voller Pech und Unglück?

Kreis Neunkirchen. Kaum zwei Wochen ist das neue Jahr alt und schon zeigt der Kalender: Freitag, der 13. Für Menschen, die abergläubig sind, ist der heutige Tag eine echte Herausforderung. Das weiß auch Jutta Ringling, psychologische Psychotherapeutin in Ottweiler, aus dem Alltag in ihrer Praxis. "Im schlimmsten Fall gibt es Patienten, die am Freitag, den 13

Kreis Neunkirchen. Kaum zwei Wochen ist das neue Jahr alt und schon zeigt der Kalender: Freitag, der 13. Für Menschen, die abergläubig sind, ist der heutige Tag eine echte Herausforderung. Das weiß auch Jutta Ringling, psychologische Psychotherapeutin in Ottweiler, aus dem Alltag in ihrer Praxis. "Im schlimmsten Fall gibt es Patienten, die am Freitag, den 13. nicht vor die Tür gehen", berichtet Ringling. Aber wie kann solch ängstlichen Menschen geholfen werden? Die Therapeutin lächelt. "Ich bestelle sie an diesem Tag in die Praxis, dann müssen sie das Haus verlassen."Der Glaube oder die Angst, dass gerade am Freitag, den 13. etwas schief geht, ist weit verbreitet. Deshalb haben sich auch schon Statistiker mit diesem Phänomen beschäftigt. Das Ergebnis dürfte selbst dem abergläubigsten Menschen Mut machen. "Es gibt am 13. nicht mehr Unfälle als an anderen Tagen - das ist erwiesen", sagt Ringling. Doch mit Vernunft hat Aberglaube wenig zu tun. Es ist eher eine Art magisches Denken. Und davon können sich wohl die wenigsten komplett freisprechen. "Ich habe ein bestimmtes Kleidungsstück bei den Prüfungen getragen", erinnert sich Jutta Ringling. Hinter solch kleinen Ritualen verberge sich der Wunsch des Menschen, Kontrolle über nicht kontrollierbare Ereignisse zu haben.

Im Zusammenhang mit dem Aberglaube sprechen Psychologen und Soziologen auch von einer "selbsterfüllenden Prophezeiung". Das bedeutet, dass, wenn jemand fest davon ausgeht, dass an einem Freitag, den 13. mehr schief geht als sonst, dies auch so eintreffen wird. Denn das eigene Verhalten führt schließlich dazu, dass sich die Erwartungen bestätigen. Auch falsche Interpretationen können zu Aberglaube führen. "Man sieht eine schwarze Katze und später am Tag passiert etwas Negatives, dann führt man das plötzlich auf die Katze zurück", so die Therapeutin. Das sei eine typische Fehlinterpretation von alltäglichen Begebenheiten.

Dass der Aberglaube, besonders der in der Verdingung mit der Zahl 13, einen gewissen Stellenwert in der Gesellschaft hat, wird zum Beispiel dadurch anschaulich, dass die Lufthansa in allen Flugzeugen die Sitzreihe 13 (und die Reihe 17) auslässt. Ein ähnliches Phänomen gibt es bei Hotels, die das Stockwerk 13 und das Zimmer 13 bei der Nummerierung auslassen. Darüber hinaus findet sich im Internet auch der Hinweis darauf, dass in den USA 40 Prozent der Wolkenkratzer keinen 13. Stock haben. Was Unglückszahlen betrifft, so gibt es durchaus kulturelle Unterschiede. "In Asien zum Beispiel gilt die 4 als Unglückszahl", so Jutta Ringling.

Begibt man sich im Internet auf Spurensuche, warum die Zahl 13 Pech bringen soll und gerade in Verbindung mit einem Freitag so gefürchtet ist, so finden sich einige interessante Quellen. Eine Erklärung bezieht sich auf die Bibel: 13 Personen haben am letzten Abendmahl teilgenommen. Der 13. Jünger war Judas, der Jesus schließlich verraten hat. Gestorben ist Jesus an einem Freitag. Als "schwarzer Freitag" ging der 13. Mai 1927 in die Geschichte ein. Damals kam es zum einem großen Börsencrash. In diesem Jahr drohen noch zwei Freitage, den 13.: im April und im Juli. Foto: Schneider

"Wenn ich daran glaube, dass etwas passiert, dann passiert es auch. Glaube versetzt Berge."

 Oh Schreck! Viele Menschen fürchten sich am Freitag, den 13. vor Missgeschicken oder Unglücksfällen. Foto: Willi Hiegel
Oh Schreck! Viele Menschen fürchten sich am Freitag, den 13. vor Missgeschicken oder Unglücksfällen. Foto: Willi Hiegel

Jutta Ringling