Ein Sprachrohr für die Jugend

Er wird oft unterschätzt, doch der Jugendbeirat ist eine wichtige Schnittstelle. Hier kann die jüngere Generation mitentscheiden. Am 10. Dezember haben die Jugendlichen in Neunkirchen wieder die Möglichkeit, eine Interessensvertretung zu wählen. Die aktuelle Vorsitzende Fabienne Eli hat im Gespräch mit der SZ Bilanz gezogen.

Schon bei ihrem Amtsantritt im Jahr 2014 wusste Fabienne Eli genau, weshalb sie sich engagiert: "Es ist eine gute Möglichkeit, was zu ändern." Nun neigt sich die Amtszeit der aktuellen Vorsitzenden des Neunkircher Jugendbeirats dem Ende zu. Die mittlerweile 18-Jährige zieht beim Redaktionsgespräch eine fast durchweg positive Bilanz: "Wir haben einiges erreicht." Zu den umgesetzten Zielen gehöre die Erneuerung der Skateranlage im Wagwiesental, die laut Eli "rege genutzt wird". Sie selbst könne sich noch gut daran erinnern, in welch marodem Zustand die Anlage gewesen sei. "Im Sommer wird die Erneuerung komplett fertiggestellt", bekräftigt die Politikstudentin. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei hier, wie auch in anderen Bereichen, vorbildlich gewesen. "Wir sind auf offene Ohren gestoßen. Vorher war es lange so, dass nichts gemacht wurde." So hätten Eli und die weiteren 13 Mitglieder des derzeitigen Jugendbeirats ebenfalls angeregt, in Neunkirchen mehr Ausgehmöglichkeiten für junge Menschen zu schaffen. Darauf habe die Stadt reagiert und das Angebot in der Gebläsehalle entsprechend erweitert. Ein gutes Beispiel sei, so Eli, das Antattack-Festival, das im kommenden Jahr mit einer neuen Punk-Band an den Start geht.

Besonders gefreut hat sich die junge Frau über den Generationendialog, der am 20. September in Wellesweiler im Rahmen des Seniorennachmittags zum ersten Mal stattfand. Dort hielt Eli eine kurze Ansprache. "Es war interessant zu hören, was die Älteren über uns denken", sagt sie und lächelt. Auch in puncto Öffentlichkeitsarbeit hat sich der Jugendbeirat weiterentwickelt.

Nun verfüge man über eine eigene und gut gestaltete Facebook-Seite und wende sich an die Medien. "Selbst wenn nur Ältere Artikel über uns lesen: Sie können es ja ihren Enkeln weitererzählen." Auch im Radio hat sich das Gremium bereits vorgestellt. Auch wenn sie nach eigenen Angaben "sehr ehrgeizig" ist: Für eine zweite Amtszeit steht Eli nicht mehr zur Verfügung. "Ich studiere in Trier und möchte mich dort mehr in die Politik einbringen. Das würde zeitlich nicht mehr passen." Der Jugendbeirat trifft sich in der Regel einmal im Monat. Wer Veränderungen herbeiführen will, muss Zeit und Energie investieren. Für Elis Nachfolger gibt es noch einiges zu tun. So habe man bisher vergeblich versucht, die Neunkircher Verkehrs GmbH (NVG) dazu zu bewegen, die Busanbindungen zwischen Wellesweiler und Furpach zu verbessern und mehr Nachttaxis einzusetzen. Auch mit den Preisen sind die Jugendlichen noch nicht zufrieden. "Bei der NVG haben wir leider noch nichts erreicht", bedauert die Noch-Vorsitzende. Der neue Beirat wird außerdem endgültig über die Einrichtung eines Jugendraums in Münchwies entscheiden.

Zum Abschluss wünscht sich Eli neben einer weiterhin guten Zusammenarbeit mit der Stadt mehr Aufklärung über die Arbeit des Jugendbeirats. Die Wahlbeteiligung sei nämlich bisher viel zu gering. "Vielen ist nicht bewusst, was man damit erreichen kann."

Zum Thema:

Auf einen BlickDie achten Wahlen zum Jugendbeirat finden am Donnerstag, 10. Dezember, um 19 Uhr in der Stummschen Reithalle statt. Alle Personen zwischen 14 und 23 Jahren können entweder selbst kandidieren oder über die Zusammenstellung des neuen Beirats entscheiden. Maximal 19 Mitglieder hat der Jugendbeirat. Der Vorsitzende wird spätestens im Januar in der konstituierenden Sitzung gewählt. Am Tag der Wahl müssen sich die Teilnehmer an der Anmeldung ausweisen. Angenommen werden Personal- oder Schülerausweis. faa