Ein Schwanenpaar ist unterwegs nach Furpach

Gutsweiher : Ein Schwanenpaar ist unterwegs

Wohl schon zum Ende der Woche wird die Auswilderungsvoliere auf dem Gutsweiher in Furpach bezogen. Zwei Tiere sollen einziehen.

Die Zeit der Vakanz ist vorüber. Auf dem Furpacher Gutsweiher werden zum Ende der Woche wieder Schwäne leben. Wie die SZ auf Nachfrage beim Vorsitzenden des Heimatvereins Furpach, Wolfgang Stemmler, erfuhr, ist Neunkirchens Zoodirektor Norbert Fritsch seit gestern unterwegs nach Wilhelmshaven, um das ein Schwanenpaar abzuholen.

Man erinnert sich: Am 19. Juni hatte der Furpacher Angelsportverein der Redaktion mitgeteilt, dass der letzte Schwan des Furpacher Weihers tot ist. Der Angelsportverein und der Heimatverein haben sich gemeinsam um das Tier gekümmert. Stemmler hatte damals das Tier entdeckt, nahezu leblos mit dem Kopf im Gefieder. In der Tierklinik in Elversberg hatte man noch versucht, das Tier mit Hilfe von Infusionen aufzupäppeln. Vergeblich. Tags darauf musste der letzte Furpacher Schwan eingeschläfert werden. Seine Partnerin war bereits Jahre vorher an einem Stück Brot erstickt.

Ein schwanenloser Furpacher Weiher? Für die Furpacher undenkbar. Die Schwäne gehören da hin wie die Butter aufs Brot. Wenn das jemand weiß, dann der Heimatverein. Deshalb verkündete der bereits Anfang September: „Der Heimatverein Furpach möchte in Kooperation mit der Kreisstadt Neunkirchen und dem Angelsportverein Furpach ein Schwanenpaar auf dem Gutsweiher auswildern.“ Hier kommt nun Werner Tuba ins Spiel. Der ehemalige Förster, wohnhaft auf dem Eberstein, sagte eine großzügige Spende zu („Unser Gönner“, sagt Stemmler). Damit sollten die Beschaffungskosten gedeckt werden. Und auch für eine Auswilderungsvoliere auf der Insel im Gutsweiher, der Schwaneninsel, hat er gesorgt. Alleine, so erzählt Stemmler der SZ: Woher nehmen? „Es gibt ja viele Schwäne auf Flüssen und überall, aber da kann man ja nicht einfach welche wegnehmen.“ Und wieder ist es Tuba, der hilft. Er hat im Internet gesucht und wurde fündig. Eine Auffangstation  in Wilhelmshaven hat ein ehemals verletztes Schwanenpärchen soweit aufgepäppelt, dass es ausgewildert werden kann, erzählt Stemmler der SZ.

Da man bereits im September mit dem Neunkircher Zoo geklärt hatte, dass der die Auswilderung begleiten wird, war klar, dass der Zoodirektor Richtung Norden fährt. Gestern ging es los, vermutlich morgen früh wird Fritsch mit dem Schwanenpaar zusammen zurückkommen. Dann gilt es, die beiden langsam an ihr neues Daheim zu gewöhnen.

Damit der Wunsch von Heimatverein, Angelsportverein, Zoo und Stadt wahr wird, auch in Zukunft gemeinsam die Voraussetzungen für einen Verbleib der wilden Schwäne am Gutschweiher zu schaffen und zu erhalten, „damit die Wildtiere, obwohl sie niemandem gehören, tiermedizinisch überwacht und im Notfall auch versorgt sind“, hatte der Heimatverein bereits im September ein Spendenkonto eröffnet. Denn Spendenwillige gibt es offenbar genug, hatten sich doch nach der Nachricht vom Tod des letzten Schwanes viele Menschen gemeldet, die Geld zur Anschaffung neuer Schwäne beisteuern wollten. Nun werden die vom Heimatverein verwalteten Spenden dabei helfen, die Daueraufgabe Daueraufgabe Versorgung zu sichern.

Und wer weiß: Wenn sich die beiden Nordlichter erst so richtig eingelebt haben, dann ist nicht nur die schwanenfreie Zeit vorbei, dann entsteht auf der kleinen Schwaneninsel vielleicht schon bald neues Leben.

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