1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Neunkirchen

Ein Offizier, der kein "Parteisoldat" sein will Einladung zur Podiumsdiskussion von SZ und SR am 5. März

Ein Offizier, der kein "Parteisoldat" sein will Einladung zur Podiumsdiskussion von SZ und SR am 5. März

Ottweiler. "Ich bin kein Parteisoldat" - darauf legt Oberstleutnant Holger Schäfer, seit drei Jahren CDU-Mitglied, Wert. Die Unzufriedenheit mit den kommunalpolitischen Verhältnissen in seiner Wahlheimat Ottweiler habe ihn zur Kandidatur für den anspruchsvollen Job des Stadtoberhauptes bewogen, hält er im Gespräch mit der SZ fest

Ottweiler. "Ich bin kein Parteisoldat" - darauf legt Oberstleutnant Holger Schäfer, seit drei Jahren CDU-Mitglied, Wert. Die Unzufriedenheit mit den kommunalpolitischen Verhältnissen in seiner Wahlheimat Ottweiler habe ihn zur Kandidatur für den anspruchsvollen Job des Stadtoberhauptes bewogen, hält er im Gespräch mit der SZ fest. Die Erfahrung dafür bringt er nach seiner Ansicht mit - auch wenn er mit 44 Jahren der jüngste der drei Bürgermeisterkandidaten ist. Just am Valentinstag (14. Februar) sei er vier Mal elf Jahre alt geworden, bringt Schäfer auch seine närrische Ader ins Spiel. Beim NKV Elversberg spielte er im Jahr 2000 zusammen mit seiner dort heimischen Ehefrau Nicole das Prinzenpaar und gehört seitdem dem Elferrat an."Wir Soldaten sind da etwas zurückhaltender", beschreibt Schäfer seine bisherige Distanz zum kommunalpolitischen Geschehen. Aber auch wenn er auf Kommunalebene noch nicht in Erscheinung getreten ist, so hat der "Staatsbürger in Uniform" doch auf hoher militärischer Ebene politische Erfahrung gesammelt. "Ich bin in einer Armee aufgewachsen, die Demokratie predigt", ordnet sich der langjährige Berufssoldat eindeutig ein. Auch seine Arbeit - bis vor kurzem war Schäfer Chef des Stabes der Luftlandebrigade 26 in Saarlouis - ist der eines Verwaltungschefs nicht unähnlich. "Die Arbeit im Stab ist so ein bisschen wie Rathausarbeit", erläutert der Mann mit Lorbeerkranz und zwei Sternen in Silber auf der Schulterklappe. Er war als Projektmanager verantwortlich für die Planung von Ausbildung, Übungen und Einsätzen, inklusive der Verantwortung fürs Budget.

Schäfer war 1987 nach dem Fachhochschulabschluss zur Bundeswehr gegangen und stieg dort vom Kompaniechef bis zum Adjutanten des Nato-Oberbefehlshabers für Nordeuropa auf. Zusammen insgesamt eineinhalb Jahre war Schäfer auch als UN-Blauhelm auf dem Balkan im Einsatz, Einheiten wie Ifor, Sfor oder Task Force Fox kennt er von innen. Die Situation in Afghanistan hat er auf Dienstreise kennen gelernt.

Als Privat-Standort hat der ausgeprägte Familienmensch Schäfer aber definitiv Ottweiler auserkoren. Dort haben er und Ehefrau Nicole im Gabriele-Münter-Weg ein ansprechendes Grundstück gefunden und vor neun Jahren ein Eigenheim gebaut. Zur Familie gehören inzwischen die Töchter Emily (9) und Emma (6) sowie die beiden französischen Bulldoggen Henry und Hanni. Eingebunden ins städtische Leben ist der Fußballfan (1. FC Saarbrücken und 1. FC Kaiserslautern) mittlerweile als Mitglied des Turnvereins (Abteilungen Turnen und Handball), der DLRG, der Bürgergarde und der Wing-Tsun-Schule. Wichtig ist ihm auch der Vorsitz im Förderverein der Grundschule Neumünster, der Schule seiner Töchter.

Gerade weil er in Ottweiler alt werden will, möchte Schäfer an verantwortlicher Stelle die in seinen Augen unbefriedigende Lage der Stadt positiver gestalten. "In Ottweiler guckt man oft nicht über den Tellerrand hinaus", stellt er im SZ-Gespräch fest. Hier hält er sich zugute, als Mann von außen einen objektiven Blick - der auch in seinem Beruf ganz wichtig sei - auf die Probleme zu haben. Und dabei, so sein Idealziel, will er die Bürger mitnehmen, ein "Wir-Gefühl" entwickeln. Als Grundlage dafür verspricht er den Ottweilerern mehr Transparenz bei allen Entscheidungsprozessen. Dazu gehört für ihn beispielsweise ein Bürgerhaushalt. Auch plädiert Schäfer dafür, Ottweiler mit seiner "Super-Altstadt" offensiver zu vermarkten: "Wir liegen jetzt in der Besucherritze zwischen St. Wendel und Neunkirchen!"

Also hat sich Holger Schäfer nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, die "Wahnsinns-Herausforderung" anzunehmen, als Roland Theis mit der Kandidaten-Frage auf ihn zukam. Und er versichert trotz Kür auf christdemokratischer Grundlage: "Ich werde als Bürgermeister die Bürger vertreten, nicht eine Partei." Und weil nach seinem Verständnis Politik für den Bürger die Maxime für alle Parteien sein sollte, hätte er auch keine Bedenken, mit einem Stadtrat zu arbeiten, in dem die SPD dominiert.

Ottweiler. Im Vorfeld der Bürgermeister-Wahl in Ottweiler am Sonntag, 11. März, veranstalten Saarbrücker Zeitung und SR eine Podiumsdiskussion mit den drei Kandidaten Paul Distler (parteilos), Uwe Meiser (SPD) und Holger Schäfer (CDU). Als Moderatoren werden SZ-Regionalleiter Manfred Krause und SR-Redakteur Thomas Gerber den Bewerbern am kommenden Montag, 5. März, ab 19 Uhr im Schloss-Theater auf den Zahn fühlen. Nach einer Vorstellungsrunde stellen sich die Kandidaten nicht nur den Fragen der Moderatoren, sondern steigen auch in eine Diskussion mit dem Publikum ein. 12 395 Ottweiler Bürger können am 11. März an die Urnen treten. Eine Stichwahl würde am 25. März, mit der Landtagswahl, stattfinden sl

Zur person

Holger Schäfer, der Kandidat der CDU für die Wahl um das Amt des Ottweiler Bürgermeisters, ist Wassermann, geboren am 14. Februar 1968. Der gebürtige Saarbrücker wohnt mit Ehefrau Nicole und den Töchtern Emma und Emily in Ottweiler-Zentral.

Beruflicher Werdegang: Nach Fachabitur Eintritt in die Bundeswehr (1987). Ausbildung zum Stabsoffizier an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, 2006 Beförderung zum Oberstleutnant. Kompaniechef in Lebach und Zweibrücken, Adjutant des Nato-Oberbefehlshabers für Nordeuropa, Dienst beim Generalstab in Koblenz, jetzt im Stab der Luftlandebrigade 26 in Saarlouis (Saarlandbrigade).

Holger Schäfer engagiert sich ehrenamtlich als Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule Neumünster, als Richter am Truppendienstgericht in Koblenz und als Vertrauensperson (Arbeitnehmervertreter) bei seiner Einheit.gth