Ein nicht ganz alltäglicher Schultag mit Feuerwehrübung

Mainzweiler. Eigentlich sollte es ein ganzer normaler Schultag für die 70 Schüler und die 30 Kindergartenkinder in der Eric-Carle-Schule in Mainzweiler werden - nur eben an einem Samstag. Doch als um kurz nach halb zehn die Haussirene Feueralarm schlug, war plötzlich alles ganz anders

 Einsatzkräfte mit Atemschutz bei der Übung in der Eric-Carle-Schule in Mainzweiler. Foto: Bernhard Schäfer

Einsatzkräfte mit Atemschutz bei der Übung in der Eric-Carle-Schule in Mainzweiler. Foto: Bernhard Schäfer

Mainzweiler. Eigentlich sollte es ein ganzer normaler Schultag für die 70 Schüler und die 30 Kindergartenkinder in der Eric-Carle-Schule in Mainzweiler werden - nur eben an einem Samstag. Doch als um kurz nach halb zehn die Haussirene Feueralarm schlug, war plötzlich alles ganz anders.Die Förderschule für Kinder mit geistiger Behinderung im Alter von sechs bis 18 Jahren, teilweise mit schwersten oder mehrfachen Behinderungen, muss wie jede andere Schule auch, einmal im Jahr einen Feueralarm proben.

"Obwohl wir einen Feueralarm mit unseren Schülern und Kindergartenkindern zuvor bereits mehrfach geübt und besprochen hatten, waren die Schülerinnen und Schüler dann doch stark verunsichert, als der Alarm losging", beschreibt Schulleiter Sascha Mechenbier die Situation kurz nach dem Schulalarm. Eine große Herausforderung für die Therapeuten, Erzieher und Lehrer an der Schule.

Sie mussten die Schüler, teilweise in Rollstühlen sitzend, ins Freie führen und auf einen sichereren Platz bringen. "Dennoch müssen wir auch Ausnahmesituationen mit den Schülern und den Erziehern üben. Es ist sehr wichtig, dass die Kinder auch mit Stress umgehen können", so Mechenbier weiter. Für den Schulleiter ist auch wichtig, dass die Schüler und Kindergartenkinder einmal einen Feuerwehrangehörigen in Einsatzkleidung erleben können - vollgepackt mit Schläuchen und Ausrüstung und mit einer Atemschutzmaske vor dem Gesicht. Dass sie nicht in allzu große Panik verfallen, wenn plötzlich mal im Ernstfall die Feuerwehrfahrzeuge mit Martinshorn vor der Tür stünden. "Vielleicht haben die Schüler bei einem Ernstfall keine Panik, und lassen sich von den Feuerwehrleuten auch helfen", hofft Mechenbier.

Eine Ausnahmesituation war es auch für die Feuerwehrleute aus Mainzweiler und Ottweiler: Sie hatten den Schulalarm gleichzeitig mit einer Alarmübung verbunden. "Für die Einsatzkräfte ist es sehr wichtig, die Örtlichkeiten in ihrem Einsatzbereich zu kennen, um bei einem Ernstfall besser helfen zu können", so Wehrführer Stefan Weißmann. So ist auch der Umgang mit Menschen mit Behinderung in Stresssituationen kein Alltag für die freiwilligen Wehrleute und fordert den Helfern besonders viel Feingefühl ab.

Die eigentliche Übung verlief dann fast reibungslos. Das angenommene Feuer im Heizungskeller der Schule war schnell gefunden und gelöscht. Zufrieden zeigte sich auch der Einsatzleiter der Feuerwehr Mainzweiler, Manfred Abel, mit dem schnellen Einsatz der beiden Wehren.

Er bedankte sich insbesondere bei den insgesamt 26 Helfern, die sich in ihrer Freizeit für eine so wichtige Übung an einem Samstagvormittag frei machen konnten. ard

Hintergrund

Im Lebenshilfezentrum Mainzweiler besuchen etwa 70 Schülerinnen und Schüler die Eric-Carle-Schule und im integrativen Kindergarten werden hier über 30 nicht behinderte, behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder im Vorschulalter gefördert. Über die schulischen Angebote hinaus stehen den Kindern und Schülern die ergänzenden Dienste, der Eric-Carle--Club und viele weitere Angebote offen. ard

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort