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Nächstes Jahr Pause
Ein musikalischer Ausflug in den Urwald

Die Grundschule Wellesweiler präsentierte den begeisterten Gästen in der Paul Gerhard Kirche ihr Musical „Wimba... und das Geheimnis im Urwald“.
Die Grundschule Wellesweiler präsentierte den begeisterten Gästen in der Paul Gerhard Kirche ihr Musical „Wimba... und das Geheimnis im Urwald“. FOTO: Jörg Jacobi
Wellesweiler. 1400 Musicalfans erlebten in Wellesweiler ein Dschungel-Musical, aufgeführt von der Theater-AG der Grundschule. Von Anja Kernig

Nein, was für ein Alptraum! So etwas wünscht man nicht mal seinem ärgsten Feind: Das Handy ist tot. Keinen Pieps macht es mehr. Ausgerechnet jetzt, wo Conny (Elias Rohde), Malu (Giulia Mathern), Gila (Emily Marzlin) und Jonathan (Dennis Bystrom) dringend Hilfe benötigen würden. Gerade haben die blutjungen Forscher im Urwald eine Tropfsteinhöhle entdeckt, sich hineingewagt - und finden sich, minimiert auf drei Personen, planlos auf einer Lichtung wieder, die überaus fantastisch anmutet und von seltsamen Wesen bevölkert ist. Sie treffen auf Schleierelfen und herumwuselnde Grünlinge, von den Riesenhörnchen (Laura Spaniol und Saskia Ruffing), die ganz wild auf Erdnussflips sind, ganz zu schweigen.


Es ist längst eine liebgewordene Tradition, dass die Theater-AG der
Grundschule Wellesweiler kurz vor den Sommerferien zu einem Musical in die evangelische Kirche Wellesweiler einlädt. Inzwischen hat das Ganze semiprofessionellen Charakter angenommen: „Da steckt ganz ganz viel Zeit, Inbrunst und Engagement drin“, betonte Rektorin Petra Peifer, die das Projekt zusammen mit AG-Leiterin Alexa Mosdzianowski und Musiker Nino Deda leitet. Fünf Aufführungen galt es für die 25 Schüler und etlichen Helfer zu stemmen. „Wenn die letzte rum ist, fällt uns ein Stein vom Herzen“, meinte die Pädagogin lächelnd. Schon im Vorverkauf waren 1000 Karten weg gegangen. Insgesamt schätzt sie die Zahl der Zuschauer auf 1400, darunter etliche Grundschulklassen und Kindergartengruppen aus Bexbach, Furpach und der Neunkircher
Innenstadt.

Geboten bekamen sie ein flottes, witziges Musical, das phasenweise Konzertcharakter hatte. Echte Hingucker waren die phantasievollen Kostüme und die zwei tollen Dschungel-Bühnenbilder mit fleischfressenden Pflanzen und Augen, die einen aus dem grünen Meer anblickten. Hier geht ein dickes Dankeschön an Manfred Frisch, der kreativ und tatkräftig geholfen hatte. Eine Steilvorlage waren nicht zuletzt die fetzigen Lieder des Autoren/Komponisten-Trios Gerhard A. Meyer, Ulrike und Gerhard Weiler. Da konnten die Kids ihrem Affen so richtig Zucker geben. Begleitet von Nino Deda am Keyboard, Thomas Blatt am Schlagzeug und Anne-Sophie Müller mit der Querflöte meisterten sie souverän die verschiedenen Genres, egal ob Pop, Rock, Reggae oder Ska.

So bedrohlich sich die Geschichte weiter entwickelte - immerhin solltendie Uwofs (Urwaldforscher) der sprechenden Götterstatue Wimba (Anastasia Sedoy) geopfert werden, so wunderbar entwirrten sich die Knoten schlussendlich. So outete sich der erlöste Gott als Meteorit, den es auf die Erde verschlagen hatte, wo er sämtliche Energie in seiner Umgebung aufsaugte. Für ihn ging es „Zurück ins All“. Aber vorher sang das „Kraftpaket“ zusammen mit dem ganzen Ensemble als Belohnung für die lebhaft applaudierenden kleinen Zuhörer noch einmal den Ohrwurm „Ich bin die Power“.

Die aufgebrauchten Akkus wieder aufladen lautet die Parole übrigens auch für das Grundschul-Team, das nun – ausnahmsweise – mal ein Jahr pausieren darf. „Das nächste Schuljahr ist so kurz“, begründete Schulleiterin Peifer die Entscheidung, „dazu kommt das Schulfest. Das wird zu viel.“ Vielleicht kann man die Pause sogar nutzen, um die bislang etwas unterpräsentierten Musical-Sparten Tanz und Schauspiel stärker auszubauen - um anschließend fulminant durchzustarten wie Wimba.