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Weihnachten
Ein leises Bimmeln kündet es an

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Die Christmette ist aus. Der Musikverein hat uns mit einem Weihnachtslied aus der Kirche verabschiedet. Jetzt nichts wie nach Hause. Jacken und Mützen ausziehen und dann ab ins Wohnzimmer. Die Lichter am Weihnachtsbaum leuchten auf. Von Geschenken aber weit und breit keine Spur. Von Volker Fuchs

Logisch, das Christkind war doch noch gar nicht da. Und es traut sich auch nicht, solange die Kinder im Wohnzimmer sind. Also marschieren Papa und die drei Kinder in den ersten Stock in eines der drei Kinderzimmer. Der Papa liest noch einmal aus der Bibel die Geschichte von Jesu Geburt. Christina, Anika und Michael sind mucksmäuschenstill. Natürlich ist die Geschichte von dem kleinen Kind in der Krippe spannend, aber noch spannender ist der erwartete Besuch des Christkindes.



Um den  nicht zu verpassen, braucht es ein gutes Gehör. Das Chistkind kündigt sich durch das zarte Klingeln eines Glöckchens an. Kaum erklingt es, springen die Drei auf, rennen die Treppe runter. Die Haustür ist weit offen. „Gerade habt ihr das Christkind verpasst“, sagt die Mutter. Schade. Die Geschenke aber liegen alle unterm Weihnachtsbaum. Und jetzt ist Bescherung.

So war das bei uns, als meine Kinder noch klein waren. Und so ist es auch heute noch, obwohl die drei längst erwachsen sind. Wir verschwinden nach wie vor ins Obergeschoss, kommen erst wieder runter, wenn das Glöckchen gebimmelt hat, wenn das Christkind da war.

Eine schöne Tradition, finden wir. Eine, die wir gerne beibehalten. Und die für uns zu Weihnachten gehört.