| 20:44 Uhr

Umsetzung Synode
Ein „Knotenpunkt“ im „Netz“ der Kirche

Das Leitungsteam „Momentum“ packt’s an: Ute Wagner (63), Oswald Jenni (62) und Yvonne Uebel (32).
Das Leitungsteam „Momentum“ packt’s an: Ute Wagner (63), Oswald Jenni (62) und Yvonne Uebel (32). FOTO: Claudia Emmerich
Neunkirchen. Der Kirchenladen „Momentum“ will ein Ort bleiben, Neues auszuprobieren. Klaus Becker aus dem Leitungsteam wechselt ins Generalvikariat nach Trier. Freitag ist Verabschiedung. Yvonne Uebel rückt nach. Von Claudia Emmerich

Das Leitungsteam des Neunkircher Kirchenladens „Momentum“ auf der Bliespromenade ist wieder komplett. Pastoralreferentin Yvonne Uebel nimmt neben Diakon Oswald Jenni und Pastoralreferentin Ute Wagner den freigewordenen dritten Platz ein. Dekanatsreferent Klaus Becker, der das Projekt von Anfang an mitverantwortet hat, ist im Juni ins Bischöfliche Generalvikariat nach Trier gewechselt. Er arbeitet als Referent in der Abteilung Seelsorge und pastorales Personal. Becker wird an diesem Freitag im Piusheim offiziell verabschiedet.


Beckers Fußstapfen sind groß, fühlen seine „Momentum“-Kollegen Jenni („Es tut mir schon leid, dass er jetzt doch so schnell weg ist“) und Wagner („Wir haben zusammen was auf den Weg gebracht“), das weiß auch die „Neue“: Aber sie wird, sie will ihren eigenen Weg gehen.

32 Jahre ist Yvonne Uebel jung. Sie kommt ursprünglich aus Idar-Oberstein, ging 2006 für 16 Monate in den Freiwilligendienst nach Bolivien, studierte anschließend in Trier Theologie. Als angehende Pastoralreferentin wurde sie dem Dekanat Neunkirchen zugewiesen, arbeitete da bereits mit Schwerpunkt „Momentum“. Jetzt im April hatte sie zu entscheiden, ob sie bleiben möchte. Das Ja fiel ihr leicht: „Dies ist ein Ort, wo man sich ausprobieren kann. Hier trifft man Menschen mit verschiedenen Lebenswirklichkeiten – Mitarbeiter, Kooperationspartner, Besucher.“



Der Kirchenladen war im Mai 2013 als vom Bistum bezuschusstes Modellprojekt (Stichwort „Citypastoral“) eröffnet worden. Getragen vom Dekanat Neunkirchen (37 500 Katholiken im Raum Neunkirchen, Schiffweiler, Spiesen-Elversberg) und der Neunkircher Pfarrei St. Marien. Citypastoral will niedrigschwellige kirchliche Präsenz in der Innenstadt sein, bietet Information, Gespräch und Seelsorge an. Inzwischen ist gesichert, dass der Kirchenladen bis 2023 weiterarbeiten kann. Das Modellprojekt entwickelt sich zum Regelangebot. Das „Momentum“ wird überführt in die neue „Pfarrei der Zukunft Neunkirchen“ (wir berichteten).

„Das ‚Momentum’ war ein großes Experiment, das sich in Freiheit entwickeln konnte“, wertet Ute Wagner. Ein Experiment sei es nicht mehr, sagt die Runde, aber natürlich werde weiter ausprobiert – das „Momentum“ bleibe ein „Lernfeld“ (Jenni). Kirche sei auch heute noch gefragt, glaubt Ute Wagner, müsse aber neue Wege finden und gehen. „Missionarisch“ unterwegs sein, nennt es Oswald Jenni. „Breiter denken, offener sein in der Begegnung mit Menschen.“ „Was nützt Kirche der Gesellschaft?“, formuliert Yvonne Uebel ihr Leitfrage. „Wir haben noch nicht alles ausgeschöpft.“

Das „Momentum“ ist bis 2023 gesichert, eingebettet bis dahin in eine fundamentale Reform im Bistum, das Umsetzen der Synode, das Aufbauen und Ausgestalten der Großpfarreien. Seine Rolle: „Es soll ein Ort von erfahrbarer Kirche sein“, sagt Oswald Jenni. Yvonne Uebel spricht von „einem Netz mit Knotenpunken, das ‚Momentum’ ist solch ein „Knotenpunkt“. „Von Anfang an gab es hier eine starke Mitwirkung der Beteiligten, der Ehrenamtlichen“, sagt Ute Wagner. „Sie bringen sich und ihre Fähigkeiten ein.“ Ganz im Sinne der Synode.

Übrigens so ganz ist Klaus Becker nicht vom „Momentum“ weg. Der Blick ins Veranstaltungsprogramm (siehe auch Info) zeigt: Im Advent übernimmt er mit seiner Nachfolgerin gemeinsam auch mal die Gastgeberrolle.