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Ein Jahr zu Ehren Friedrich Stengels

Ein Jahr zu Ehren Friedrich Stengels

Kreis Neunkirchen. Das Zeitalter des Barock hat in der Region noch heute sichtbare und historisch spannende Spuren hinterlassen. Auf einer Route von Saarbrücken über Zweibrücken und den Saar-Pfalz-Kreis führt die sogenannte Barockstraße auch nach Ottweiler. Die ehemalige Residenzstadt trägt die Handschrift des Baumeisters Friedrich Joachim Stengel

Kreis Neunkirchen. Das Zeitalter des Barock hat in der Region noch heute sichtbare und historisch spannende Spuren hinterlassen. Auf einer Route von Saarbrücken über Zweibrücken und den Saar-Pfalz-Kreis führt die sogenannte Barockstraße auch nach Ottweiler. Die ehemalige Residenzstadt trägt die Handschrift des Baumeisters Friedrich Joachim Stengel. Um das Wandern auf der Barockstraße weiter mit Leben zu füllen, sollen künftig Veranstaltungen zu einem übergeordneten Thema stattfinden, wie Cornelia Hoffmann-Bethscheider, Landrätin des Kreis Neunkirchen, erklärt. 2012 rückt das Leben und Wirken Friedrich Joachim Stengels in den Mittelpunkt.Gestern jährte sich der Todestag des Baumeisters zum 225. Mal. Das war der Anlass zur Eröffnung des Stengeljahres mit einem Barockkonzert im Witwenpalais. 1758/60 hatte Stengel das Gebäude im Auftrag des Fürsten Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken als Stadtpalais gebaut. Es war für seine Gemahlin gedacht, die es auch nach dem Tod des Fürsten noch von Zeit zu Zeit bewohnte. Nicht zuletzt deshalb bekam das Gebäude von Karl Lohmeyer, Autor einer Stengel-Monografie, den Namen Witwenpalais. Im Jahr 1889 kam das Anwesen in den Besitz des Landkreises Ottweiler und ist seitdem Sitz des Landratsamtes. Am 20. Mai, wenn in Ottweiler der Rosenmarkt stattfindet, sollen die Besucher auch Gelegenheit haben, den Witwenpalais zu besichtigen. "Wir öffnen an diesem Tag das Landratsamt", sagt Hoffmann-Bethscheider. Ihr sei es wichtig, dass sich die Besucher alles anschauen können. So auch den historischen Sitzungssaal mit seinen Gemälden. Passend zum Stengeljahr ist eine Wandgestaltung mit Bauwerken des Barock-Architekten geplant. Sehenswert sei auch das Kaminzimmer . "Dieses Zimmer ist so belassen wie damals, als die Reichsgräfin es bewohnt hat." Rund um die Geschichte des Witwenpalais geht es in einer Broschüre des Landkreises. Diese soll neu aufgelegt werden und mit neuen Fotos ergänzt werden. "Wir wären dankbar für Zusendungen von alten Fotografien oder Ansichtskarten, die den Palais im historischen Zustand zeigen", sagt Hoffmann-Bethscheider. Persönlichkeit und Baukunst Stengels in den Blickpunkt rücken - das soll das Gedenkjahr leisten. Denn der 1694 geborene Baumeister hat neben dem Witwenpalais weitere Gebäude geschaffen. So auch den Pavillon in Ottweiler, die Stengelkirche in Wellesweiler oder Schloss Jägersberg in Neunkirchen. "Bei der Stengelkirche ist der Stil des Baumeisters optisch noch gut zu erkennen", findet die Landrätin. evy

Wer alte Fotos oder Ansichtskarten vom Witwenpalais hat, kann sich ans Amt für Öffentlichkeitsarbeit, Wilhelm-Heinrich-Straße 36 in Ottweiler wenden. Telefon: (0 68 24) 9 06 12 45

AUF EINEN BLICK

Nachdem das Stengeljahr gestern mit einem Konzert eröffnet wurde, folgt am Donnerstag, 1. März, ein zweites Barockkonzert anlässlich des Geburtstags der Reichsgräfin. Die nächste Veranstaltung ist am Sonntag, 20. Mai, geplant. Zeitgleich mit dem Rosenmarkt findet im Witwenpalais ein Tag der offenen Tür statt. Dabei wird die Wandgestaltung mit Bauwerken Stengels eröffnet. Das Stengeljahr endet mit einem Adventskonzert am Freitag, 14. Dezember, in der Stengelkirche in Wellesweiler. evy