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Afrikaprojekt
Ein Hoffnungsschimmer für die Kleinsten in Togo

Von links: Irene Lawson, Ulrike Heckmann und Giovanni DiRosa mit Margit Bauer, die sich bei der Spendenübergabe sichtlich über den Geldbetrag, der für ihr Projekt eine wichtige Unterstützung ist, freut.
Von links: Irene Lawson, Ulrike Heckmann und Giovanni DiRosa mit Margit Bauer, die sich bei der Spendenübergabe sichtlich über den Geldbetrag, der für ihr Projekt eine wichtige Unterstützung ist, freut. FOTO: Anja Kernig
Neunkirchen. Die Bürgerinitiative Stadtmitte aus Neunkirchen spendete die Erlöse verschiedener Veranstaltungen für Kinderhilfsprojekte in Afrika.

Was haben 200 Kinder in Togo und mindestens noch einmal so viele in Burkina Faso mit der Pflanztauschbörse am Oberen Markt und einem Konzert des Shanty-Chores im Kommunikationszentrum (Komm) zu tun? Mehr als man meint. Flossen doch die Erlöse aus diesen Veranstaltungen der Bürgerinitiative Stadtmitte in zwei Projekte, die eben jenen westafrikanischen Mädchen und Jungen zu Gute kommen. „Wir sammeln die Überschüsse und Spenden, die übers Jahr zusammenkommen, immer für einen guten Zweck“, erklärt Vorsitzende Ulrike Heckmann. Diesmal sogar gleich für zwei: Die 1090 Euro, die unter anderem auch durch die adventliche Winterstimmungs-Feier im Kommunikationszentrum Bachstraße zusammenkamen, gingen zu gleichen Teilen an den Verein Meleke Balu, vertreten durch Margit Bauer, und an das Kindergartenprojekt in Amadahome, Lomé (Togo), für das sich Irene Lawson engagiert.


Die gelernte Erzieherin lebt die Hälfte des Jahres in Togo, die andere in Neunkirchen, wo sie der internationalen Kochgruppe angehört. Ihr Herzenswunsch ist, den Vier- bis Sechsjährigen in Lomé einen regulären Kindergartenbesuch zu ermöglichen. Das Gebäude gibt es seit einem Jahr: „Drei nackte Räume und ein Büro“, konkretisiert Irene Lawson. „Dort sieht es anders aus als bei uns in der Kita Talstraße.“ Keine Farben an den Wänden, Spielsachen sucht man vergeblich, immerhin gibt es eine Schreibtafel. „Die Eltern haben Stühle gebaut.“ Doch „was nützt das alles, wenn man Hunger hat?“. Die meisten Familien können sich nur eine Mahlzeit am Tag leisten, und die ist am Abend. „Warm gegessen wird oft nur einmal in der Woche.“ Weshalb die 545 Euro der Bürgerinitiative vor allem in Nahrungsmittel investiert wurden.

Etwas anders ist die Lage in Bobo-Dioulasso (Burkina Faso). Die geplante Schule ist vorerst ein Traum, auf den man sich schrittchenweise hin bewegt, erzählt Margit Bauer, Meleke Balu-Gründungsmitglied. Derzeit spart man auf ein Grundstück, parallel laufen aber diverse Hilfsangebote. So werden zum Beispiel mechanische Nähmaschinen gesammelt und verschifft, mit denen die Frauen auch Schuluniformen nähen können. „Mir liegt Burkina Faso sehr am Herzen, weil es ein so friedliches Land ist“, sagt die Künstlerin und Kunsttherapeutin. Seit fast 20 Jahren bereist sie die ehemalige französische Kolonie im Westen Afrikas – zum Teil extreme Erfahrungen, die Margit Bauer nicht mehr missen will. Besonders nahe geht ihr das Leid der Menschen, die aufgrund von Armut in sehr einfachen Verhältnissen leben. „Zwei Drittel der Landesfläche bestehen aus Wüstenlandschaften. Das restliche Drittel ist sehr arm, da es kaum Bodenschätze gibt.“ Das bedeutet für die meisten Einwohner: „Kein Wasser, kein Strom, kein WC.“

Auf einen Lehrer kommen im Schnitt 100 Schüler. Wobei man sich Bildung erst einmal leisten können muss: „80 Prozent der Mütter sind Analphabeten“, weiß Margit Bauer. Und „wer einmal sein Schulgeld nicht bezahlt, ist weg“.

Wer mehr über die Projekte erfahren und nebenbei multikulturell feiern möchte, sollte sich jetzt schon den 8. September vormerken. Dann startet die Interkulturelle Woche mit einem Fest im Komm.



Unter anderem mit einer Pflanzentauschbörse konnte Geld für zwei wichtige Afrikaprojekte gesammelt werden.
Unter anderem mit einer Pflanzentauschbörse konnte Geld für zwei wichtige Afrikaprojekte gesammelt werden. FOTO: Margit Bauer
Die Bildung der Kinder liegt Margit Bauer besonders am Herzen. Doch Bildung muss man sich in Afrika leisten können.
Die Bildung der Kinder liegt Margit Bauer besonders am Herzen. Doch Bildung muss man sich in Afrika leisten können. FOTO: Margit Bauer