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Ein Aktionstag gegen die Barrieren im Alltagsleben

Ein Aktionstag gegen die Barrieren im Alltagsleben

Neunkirchen. Gemeinsame Sache machten gestern bei warmem Frühsommer-Wetter der Landkreis Neunkirchen, die Stadt Neunkirchen, der Gehörlosenverband und die Multiple-Sklerose-Selbsthilfe

Neunkirchen. Gemeinsame Sache machten gestern bei warmem Frühsommer-Wetter der Landkreis Neunkirchen, die Stadt Neunkirchen, der Gehörlosenverband und die Multiple-Sklerose-Selbsthilfe. "Jede Barriere ist zu viel" hieß das Motto der Aktion (angestoßen von der Aktion Mensch), mit der deutlich gemacht werden sollte, dass Ausgrenzung durch "Barrieren" viele Erscheinungsformen hat."Barrieren" stehen nicht nur Menschen im Rollstuhl oder mit Gehbehinderungen im Weg, sondern auch Menschen mit anderen Einschränkungen körperlicher oder geistiger Art. "Wenn Defizite beim Sehen, Hören oder der Auffassungsgabe vorliegen, hat der Betroffene oft im Alltag mit allerlei Barrieren zu kämpfen", beschreibt Petra Moser-Meyer vom Landratsamt die Situation. Der Landkreis arbeite daran, den Behördenkontakt für Menschen mit Einschränkungen zu erleichtern. So sucht man bei Schreiben Schriften aus, die besonders gut lesbar sind, formuliert die Texte einfach und verständlich. Am Stand des Kreises konnten dessen Besucher an einer "Barrieretafel" auf Zetteln anpinnen, wo sie Barrieren erleben und wie man die Situation verbessern könnte. Beispielsweise Neunkircher Förderschüler nutzten diese Gelegenheit, um aufzuschreiben oder aufzumalen, wo sie an vermeidbare Grenzen stoßen. "Ich kann nur Groß-Buchstaben lesen", lautete da eine Botschaft.

Als "Krankheit mit 1000 Gesichtern" stellte die Multiple-Sklerose-Gesellschaft mit Jutta Gaschot von der Neunkircher MS-Selbsthilfegruppe (trifft sich jeden zweiten Donnerstag im Monat im Städtischen Klinikum) die chronische Krankheit vor. Und machte, wie auch die anderen Helfer an diesem Info-Stand, mit ihrem tatkräftigen Auftreten deutlich, dass trotz MS ein erfülltes Leben mitten in der Gesellschaft möglich ist.

Ebenso engagiert agierte das Team des Deutschen Schwerhörigenbundes mit dem hiesigen Landesvorsitzenden Walter Wöhrlein. Angereist mit dem Hörmobil, das Sofort-Tests anbot, und unterstützt von Mitarbeitern des Tinnitustherapie- und Hörzentrums Neunkirchen war viel zu erfahren, über die Möglichkeiten, ein gutes Gehör zu erhalten. Bestes Beispiel Walter Wöhrlein selbst. Seit seinem siebten Lebensjahr komplett ertaubt, ist er dank eines Cochlea-Implantates (Implantat in der Hörschnecke) problemlos in der Lage, an jedem Gespräch teilzunehmen. "Es besteht noch ein großes Informations-Defizit", ist Wöhrlein sicher, dass noch vielen Menschen mit entsprechenden Geräten - außen oder innen im Ohr - geholfen werden könnte.

Um Menschen in ihrem dritten Lebensabschnitt kümmern sich in Neunkirchen das Seniorenbüro und der Seniorenbeirat. Monika Jost betreut das Senioren-Thema im Rathaus und war mit Mitgliedern des Beirates auf dem Stummplatz unterwegs, um auf die Angebote für Ältere zu verweisen. Damit das Altern keine Barriere darstellt, die Menschen aus der Bürger-Gesellschaft ausgrenzt.