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Ehemalige Bibliothek macht Platz für Schüler der Lutherschule

Gesamtschule Stadtmitte : Ehemalige Bibliothek macht Platz für Schüler

Der Kreis will das Gebäude kaufen. Bis 2025 sollen alle Schüler der Gemeinschaftsschule in der Lutherstraße unterrichtet werden.

Am 12. Dezember sind es genau fünf Jahre, dass die Stadtbibliothek Neunkirchen in neuen Räumen im KULT.Kulturzentrum Neunkirchen untergebracht ist, in neuen hellen Räumen. Eifrige Bibliothekenbesucher erinnern sich noch, wie’s früher war. In der Lutherstraße direkt neben der Lutherschule. Ein paar Stufen hoch, durch die Glastür, vorne links die Theke, vorne rechts eine Sitzecke umgeben von Zeitschriften. Geradeaus Regale, links die bunte Kinderecke, davor DVD’s, ganz links durch die Tür ging es zu den CD’s. In der Mitte die Regale mit Literatur. Seit dem Umzug der Bibliothek ins Kuturzentrum steht das Gebäude in der Lutherstraße leer. Ab und an machen es sich ein paar Menschen auf den Eingangsstufen gemütlich, treffen sich dort zu einer Art geselligem Beisammensein.

Nun scheint endlich mehr oder weniger klar, was aus dem Gebäude werden wird. Noch, so bestätigt Deniz Alavanda, Pressesprecher der Stadt Neunkirchen, gehöre es der Stadt. Allerdings steht es zum Verkauf. Der Käufer steht weitestgehend fest: Der Landkreis hat Interesse. Laut Alavanda wird der Verkauf wohl noch im ersten Halbjahr 2020 stattfinden. Was der Kreis damit will? Nun, ob und wenn wie es konkret genutzt wird, das wird sich zeigen. Sicher ist nur, teilt Landrat Sören Meng der SZ auf Anfrage mit, der Kreis braucht es, weil der nämlich derzeit den Neu- oder Umbau der Gemeinschaftsschule Neunkirchen Stadtmitte als vierzügige Gemeinschaftsschule mit teilgebundenem Ganztag am Standort Lutherstraße plant. Momentan läuft dazu ein Architektenwettbewerb. Hintergrund: Zurzeit werden die 366 Schüler an zwei Standorten, nämlich Neunkirchen Lutherstraße und Wiebelskirchen, unterrichtet. Nach dem Neubau sollen 575 Schüler Platz in der Schule haben – und zwar alle in der Lutherstraße. Bis 2025 soll es so weit sein, sagt Meng.

Damit das gelingt, braucht der Kreis weitere Grundstücksflächen. Deshalb will man sowohl die Parkplatzfläche vor der Turnhalle als auch die ehemalige Stadtbibliothek ankaufen. Gespräche sind geführt, Bedarf und Absicht von Seiten des Kreises dargelegt. Die Stadt, so sagt Meng, habe zugesichert, auf eine Vermarktung der Grundstücke zu verzichten, bis das Ergebnis des Architekturwettbewerbs vorliegt. Das soll im Mai bekannt gegeben werden. Wie viel der Ankauf den Kreis kosten beziehungsweise der Stadt bringen wird, darüber gibt es noch keine Aussagen. „Über die Höhe des Kaufpreises befinden wir uns noch in Verhandlungen mit der Stadt“, erklärt der Landrat.

Wie Meng betont, geht es dem Kreis lediglich um den Platzbedarf: „Das ehemalige Bibliotheksgebäude ist für den Landkreis von seinem Zuschnitt, dem Zustand und der Lage ohne Wert.“ Man gehe deshalb derzeit von einem Abriss aus. Letzten Endes werde aber erst das Ergebnis des Architekturwettbewerbs im Mai zeigen, ob eine sinnvolle Integration der Gebäudesubstanz vielleicht doch möglich sein wird.

Bereits im Januar 2016 hatte die Stadt auf Nachfrage angedeutet, dass der Kreis an einem Kauf wegen des Platzbedarfs aufgrund der gestiegenen Schülerzahlen der Gemeinschaftsschule interessiert sei. Damals hatte man bei der Stadt allerdings als weitere Optionen auch noch den Verkauf an Investoren oder eine Nutzung für die Unterbringung von Flüchtlingen und damit durch die Stadt selbst genannt.