Kulturprogramm Neunkirchen: Drei Männer und ein Kulturprogramm

Kulturprogramm Neunkirchen : Drei Männer und ein Kulturprogramm

Das neue „halbzeit“-Heft der Neunkircher Kulturgesellschaft ist fertig. 55 Veranstaltungen im handlichen Taschenformat.

Die Neunkircher Kulturgesellschaft ist ihrer Zeit voraus. Immer. Und notgedrungenermaßen. Denn während zurzeit das Programm fürs zweite Halbjahr druckfisch in der Geschäftsstelle, dem Rathaus und vielen Geschäften ausgelegt wird, ist das Team mit Geschäftsführer Markus Müller planungstechnisch bereits mindestens ein Jahr weiter. „Wir sind schon heftg an 2020 und sogar 2021“, sagt Müller beim SZ-Gespräch. „Und haben schon erste Anfragen für 2022“, ergänzt Tim Masson vom Veranstaltungsteam. „Wer sich schon erste Gedanken macht, was er an Weihnachten verschenken möchte: Viele Veranstaltungen sind schon im Vorverkauf“, fügt der Leiter des Veranstaltungsteams, Klaus Braße, an.

Die Fans der Neunkircher Kultur interessiert aber erst einmal: Was kommt denn im aktuellen Halbjahr auf sie zu. „Viele warten immer schon auf das neue Heft, fragen nach, wann es endlich erscheint“, weiß Masson. In diesem Jahr war man sehr zeitig. Das erste „halbzeit“-Heft unter der Ägide des neuen Chefs ist Tage vor der ersten Veranstaltung raus. Das ist traditionell die Aufführung des Neunkircher Musical-Projektes. Eine Veranstaltung, auf die sich gerade Müller besonders freut. Schließlich war er vor dem Wechsel an die Spitze der Kulturgesellschaft Produktionsleiter des Projektes, ist einer seiner drei Väter. Involviert ist die Kulturgesellschaft natürlich immer noch. Und ohne das Hallenteam der Kulturgesellschaft ginge sowieso nichts. Thomas Hoheisel ist der technische Leiter auch des Projektes.

„Wir machen Kultur“, so lautet der Leitgedanke, den Geschäftsführer Markus Müller zusammen mit seinem Team dem Jahr 2019 gegeben hat. Der hat nur dieses Jahr bestand. 2020 gibt es was Neues. Stärker inhaltlich orientiert soll der künftige Leitgedanke die Richtung vorgeben und klar machen, wo man sich mit der Neunkircher Kultur platzieren will am Markt. Mehr aber will man aktuell noch nicht verraten. Einfließen in die aktuelle und die künftige Arbeit werde aber auf jeden Fall das, was dem Kulturgesellschaftsteam wichtig ist, in diesem und in den folgenden Jahren: Vielfalt, Weltoffenheit, Toleranz und die Freiheit der Kunst.

Da jeder im Veranstaltungsteam seinen Bereich hat, mit dem er sich auskennt, in dem er Kontakte pflegt, steht der Vielfalt des Programmes schon einmal nichts im Wege. Ein besonderes Beispiel hierfür sind für Braße die Neunkircher Nächte. „Da hat jeder einen Vorschlag gemacht und so ist ein buntes Programm entstanden mit Christina Stürmer, René Marik, Voxxclub, Maxim Maurice und den Temptations.“ Für alle Temptations-Fans: Mehr Original geht nicht. Die beiden noch lebenden Gruppenmitglieder stehen auf der Bühne der Gebläsehalle.

Insgesamt stehen 55 Veranstaltungen im neuen Programmheft. „Das entspricht der Anzahl der vorherigen“, sagt Masson. Das Programm ist bunt: Pop, Rock, Punk, Soul, Jazz, Comedy, Theater, Weinachtsmärchen, Film, Ausstellungen, „präsentiert von Lokalgrößen, Geheimtipps und Stars. So steht es auch im Vorwort der neuen „halbzeit“. „Wichtig ist uns, die Musiker der Region mit ihren neuen Projekten zu unterstützen“, erzählt Braße. Da gibt es beispielsweise eins von Amby Schillo und Francesco Cottone, oder Michael Marx mit „SMS“ sowie den weltbekannten Neunkircher Jazzern Susan und Martin Weinert, die gerade in Avignon ihre neue CD eingespielt haben und als Rainbow-Trio weltweit auf den bekanntesten Festivals unterwegs sind. In Neunkirchen präsentieren sie ihre neue CD. Ganz was Neues gibt es auch mit Elmar Federkeil (Elmar Federkeil’s Soul Night – mit Apostroph, weil’s Englisch ist). Er wird mehrmals nach Neunkirchen zum Tanz einladen. „Ein Format, das er früher in Lautern im Kammgarn hatte und auch schon in Saarbrücken“, erläutert Müller. Der in Neunkirchen bestens bekannte Soul-Musiker (mit Nicole Jo und beim Musical-Projekt zu Gange) wird das Format sich entwickeln lassen: Mit Newcomern und bekannten Musikern und dies und jenem. „Für alles offen.“

Offen zeigen will man sich auch wieder beim Kulturgesellschafts-Team, was die Zusammenarbeit mit der Neunkircher Szene anbelangt. „Für eine Stadt dieser Größe gibt es unverhältnismäßig viel sehr gute Musiker“, sagt Braße. Mit denen will man sich wieder regelmäßig treffen und sich austauschen über Möglichkeiten. „Das war viel zu lange eingeschlafen“, bedauert Müller. Eine Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum ist auch bereits angeleiert. Die erste Veranstaltung sollte auch stattfinden, steht auch noch im Heft, musste aber abgesagt werden. „Wird aber nachgeholt. Der Testballon kommt“, sagt Masson, „nur eben später als gedacht.“

Die Herren sind stolz auf ihr neues Programm, das noch so einiges an Besonderheiten aufweist und „sowohl durch Qualität als auch durch Quantität“ überzeugt. „Es ist ein sehr dichtes Heft geworden“, freut sich Müller.

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