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Kultur
Drei große P bestimmen die Kultur

 Auf die Probenbühne im KULT.Kulturzentrum Neunkirchen hatte der Geschäftsführer der Neunkircher Kulturgesellschaft, Markus Müller, eingeladen, um das Frühjahrsprogramm vorzustellen. Von links: Horst Brünnet (Gesellschafter Antattack), Markus Müller, Peter Meyer (Vorsitzender Poprat), Michael Hohmann und Lars Lößner (beide Kulturgesellschaft).
Auf die Probenbühne im KULT.Kulturzentrum Neunkirchen hatte der Geschäftsführer der Neunkircher Kulturgesellschaft, Markus Müller, eingeladen, um das Frühjahrsprogramm vorzustellen. Von links: Horst Brünnet (Gesellschafter Antattack), Markus Müller, Peter Meyer (Vorsitzender Poprat), Michael Hohmann und Lars Lößner (beide Kulturgesellschaft). FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Die nächsten Wochen gibt es für Kulturfans einiges zu erleben. Ganz gemäß der neuen Leitlinie „Wir machen Kultur“. Von Elke Jacobi

Das Schlusswort fasste es noch einmal kurz und prägnant zusammen: „Kommt nach Neunkirchen, hier wird Kultur gemacht.“ Was zu beweisen war in dieser ersten Pressekonferenz des neuen Geschäftsführers der Neunkircher Kulturgesellschaft. Markus Müller, seit 1. Februar in Amt und Würden, hatte auch die Umgebung passend gewählt. Man traf sich auf der Probenbühne im KULT.Kulturzentrum Neunkirchen, umgeben von Musical-Plakaten und Hinweisschildern, dass es hier zum Casting gehe (das hatte allerdings bereits vor zwei Wochen stattgefunden). Kulturige Atmosphäre also, ergänzt durch die Plakate, die das im Bild zeigten, was dann ausführlich im Wort angekündigt wurde: Die Höhepunkte der Neunkircher Kultur im Frühjahr. „Drei P sind es, auf die wir hier treffen“, sagte Müller. und meinte drei Premieren: das 9kircher Popfestival (“Ich hoffe, die Historiker werden nicht auf den Plan gerufen, stammt doch der Name der Stadt eigentlich von neue Kirche ab, nicht von der Zahl neun“, hofft der Geschäftsführer), das Nominierungskonzert zum Orchesterpreis und die Neuinszenierung des Musicals „Rocky Horror Show“.


Wie die neue Leitlinie der Kulturgesellschaft – wir machen Kultur – im Detail präsentiert wird, darauf gingen dann nach Müllers allgemeiner Vorstellung gerne die Kooperationspartner ein. Horst Brünnet und Peter Meyer. Brünnet ist der Mann von Antattack. Das findet bereits zum vierten Mal in Neunkirchen statt und „das passt einfach“. Peter Meyer vom Poprat, den es seit 2016 gibt, ist sich sicher: „Wir haben schon einige Aktionen zusammengearbeitet, das wird sicher nicht das letzte Mal sein.“ Meyer freut sich über die Leidenschaft und das Engagement, mit dem die Kulturgesellschaft Veranstaltungen auf die Bühne bringe. Dass Pop längst weg ist von der eigentlichen Jugendkultur – „auch wenn es natürlich auf jeden Fall was für die Jugend ist“, weiß Müller – das zeige doch, dass heute 70-Jährige mit dem Pop groß geworden sind. Man war sich also einig: Was hier am 26. und 27. April in die Neue Gebläsehalle kommen wird in diesem Jahr, das ist ein Highlight für ein junges und junggebliebenes Publikum. Antattack mit nationalen und internationalen Größen des Punkrock kommt am Samstag, 27. April. „Letztes Jahr mussten wir absagen, weil der Headliner im letzten Moment abgesprungen ist, das wird dieses Jahr nicht passieren“, sagt Brünnet. Headliner sind Samiam aus San Francisco, Co-Headliner Good Riddance, dazu viele Newcomer wie die Kanadier Pkew Pkew Pkew und als lokaler Opener Pool Rules.

Weil man sich dachte, erzählt Brünnet, man könne doch die benötigten Kapazitäten noch weiter ausschöpfen, kam die Idee eines weiteren Tages auf. Mit einem anderen Thema: dem Pop. Also, so dachte sich Brünnet, der einer der vier nebenberuflich tätigen Gesellschafter von Antattack ist, nimmt man doch den Poprat ins Boot. Geboren war das 9kircher Pop-Festival. Echo-Gewinner Joris konnte dafür gebucht werden. Ansonsten, so Meyer, gibt es ein rundes Lineup. Mit Frau Wolf und OQMan Solo, zwei regionale PopActs, die über den Poprat vergeben wurden, mit der Wahl-Berlinerin und gebürtigen Schiffweilerin, die in Neunkirchen Abitur gemacht hat und 2014 mit Elaiza beim Song-Contest dabei war: Ela. „Schön, dass das geklappt hat“, freut sich Meyer über diese typisch saarländische Entwicklung: Ela sei auch Poprätin, halte immer noch Kontakt ins Saarland und habe schließlich Pop-Geschichte geschrieben. „Ich liebe diese Dinge, diese Netzwerke, die hier funktioneren“, sagt Meyer.



Dass die beiden Festivals zeitlich gut gewählt sind, das bestätigt auch nochmal Michael Hohmann, Pressesprecher der Kulturgesellschaft. „Durch die frühe Zeit im Jahr gibt es kaum Konkurrenz, die Chancen für große Namen stehen gut“, erläutert er. Für ihn und Lars Lößner vom Veranstaltungsmanagement gab es ebenso wie für die nicht anwesenden Kollegen viel Lob vom immer noch neuen Chef. „Das funktioniert einfach bestens.“

Dass alles einfach bestens funktioniert, das hofft Müller auch für das Nominierungskonzert zum Deutschen Jugendorchesterpreis des Kreisjugendorchesters Neunkirchen am Sonntag, 28. April, 18 Uhr, in der Gebläsehalle. Die Jeunesses Musicales Deutschland habe das Orchester ausgewählt, um sich in einem Konzert vor heimischem Pubilum einer Jury zu stellen. „Alleine die Nominierung ist schon eine Auszeichnung“, meint Müller dazu.

Eine Auszeichnung ist es für ihn auch, dass David Helbock’s Random/Control am Sonntag, 5. Mai, 18 Uhr, in die Stummsche Reithalle kommt. Und zwar deshalb, weil er Bläser dabei hat. „Das ist nicht bei jedem Konzert der Fall und deshalb etwas ganz Besonderes“, will Müller mit diesem Konzert gerne noch einmal anknüpfen an den früheren guten Namen Neunkirchens in Jazzkreisen. Für Comedy-Fans gibt es bereits am 16. April ein Schmankerl: Atze Schröder und Till Hoheneder mit „Zärtliche Cousinen“.

Einen guten Namen hat auch das Musical „Rocky Horror Show“. Das kommt mit Aufführungen von Donnerstag, 23. Mai, bis Sonntag, 23. Juni, in die Gebläsehalle. Mit vielen bekannten Namen: Anna Hofbauer, Edda Petri, Andreas Wolfram, Jan Schuba, Ellen Kärcher unter der Regie von Thilo Reinhardt in einer Neuinszenierung ist das Stück zu sehen. „Über 60 Prozent der Tickets sind weg“, mahnt Müller zur Eile an, für alle, die’s sehen wollen. Übrigens, wer gerne mal auf Prominentschau geht: Ab 24. April ist der Cast in Neunkirchen und probt in der ehemaligen Schlossbrauerei.

Infos auch im Internet unter www.nk-kultur.de