Don Juan bricht Zuhörer-Herzen

Helmut Eisel (Klarinette), Michael Marx (Gitarre) und Stefan Engelmann (Kontrabass) begeistern die Zuhörer in der Stummschen Reithalle in Neunkirchen mit einer Don-Juan-Bearbeitung zwischen Klassik und Klezmer.

. Der Legende nach soll es einst einen jungen Adligen gegeben haben, der unter dem Namen Don Juan vor allem dafür bekannt war, zahlreiche junge Herzen erobert und wenig später gebrochen zu haben. Ende des 18. Jahrhunderts greift Wolfgang Amadeus Mozart die Thematik in seiner Oper "Der bestrafte Wüstling oder Don Giovanni" auf.

Mozarts Interpretation

Nach mehr als 200 weiteren Jahren widmen sich Helmut Eisel (Klarinette ), Michael Marx (Gitarre ) und Stefan Engelmann (Kontrabass ) sowohl der ursprünglichen Sage, als auch Mozarts Interpretation. Daraus entsteht schließlich das Album "Don Juan à la Klez", welches die klassischen Schöpfungen des deutschen Komponisten mit Jazz und Klezmermusik anreichert.

Klezmer, eine jüdische Volksmusiktradition, ist eines der Markenzeichen von Helmut Eisel und Jem. 1989 gründete sich die Formation, welche seit 2000 in der aktuellen Besetzung zusammen spielt. Das Crossover-Potential von Klassik und Klezmer sowie den später hinzukommenden Jazzelelementen nutzend, prägen die drei einen unverwechselbaren Stil, der im neuesten Werk "Don Juan à la Klez" einmal mehr zur Geltung kommt.

Ein großartiges Bühnenprogramm zeigen die Drei auch in der Stummschen Reithalle in Neunkirchen , wo der Saarbrücker Eisel fast schon ein Heimspiel hat. Dabei wissen sie nicht nur musikalisch zu unterhalten, sondern zeigen auch humoristische Gewandtheit, welche vor allem im Rahmen der Stücke hervorragend funktioniert. "Wir möchten Musik machen und den Menschen damit Freude bringen", sagt Eisel. Für Jürgen Schirra aus Stennweiler ist es "Große Virtuosität gepaart mit viel Lebensfreude - ein Genuss!"

Allerdings geht es nicht immer ganz so idyllisch zu. "Wir zeigen mal, wie ein anständiger Degenkampf bei uns ablaufen würde".

Divergenz und Harmonie

Daraus entsteht ein Wettstreit (selbstredend auf instrumentaler Ebene), der so mancher Castingshow locker das Wasser reichen kann. "Das Gemeine ist aber: Man muss zwischendurch so tun, als hätte man sich lieb." Der musikalische Dialog zwischen den Instrumenten führt Beides, Divergenz und Harmonie, zusammen.

Auf dem Programm stehen Bearbeitung aus "Don Giovanni", versehen mit den Originaltiteln oder Abweichungen wie "Champagner Freilach", sowie eigene Arrangements.

Zum Ende hin stechen die Einflüsse der jüdischen Traditionsmusik zunehmend heraus: "My jiddische Mamme" (frei nach Jack Yellen) und The Klezmers Freilach sprechen für sich.

Einmaliges Klarinettenspiel

"Der Kautus Firmus, die führende Stimme hat gepasst. Hervorzuheben ist auch das tiefgründige Spiel des Bassisten, besonders beim Stück "Dieh Viene", resümiert Ulrike Büchel aus Neunkirchen .

Und: "Das Klarinettenspiel ist einmalig." Da fragt man sich doch, wie Eisel: "Was hätte alles passieren können, wenn Don Juan eine Klarinette gehabt hätte?"