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Die Situation beim TuS Wiebelskirchen

TuS Wiebelskirchen : Beim TuS lässt sich keiner hängen

Bei den Fußballern des TuS Wiebelskirchen ist man in allen Altersstufen, von den Minis bis zur A-Jugend, vertreten, sorgt sich aber, ob das nach der langen Pause so bleibt.

Es war im vergangenen Sommer für die Fußballer des TuS Wiebelskirchen in der Landesliga Ost der beste Saisonstart seit vielen Jahren. Zwei Siege in den ersten vier Spielen gegen den SV Kirrberg (3:0) und die Spielvereinigung Einöd-Ingweiler (2:0) sowie zwei Unentschieden gegen Viktoria St. Ingbert (0:0) und den SV Reiskirchen waren ein verheißungsvoller Auftakt. Dann aber leisteten sich die Blau-Weißen eine ebenso unerwartete wie unnötige 1:2 Heimniederlage gegen die Sportfreunde Walsheim und eine Woche später unterlag der TuS erneut im Stadtderby beim Spitzenreiter SV Furpach. Danach berappelte sich die Mannschaft aber wieder und kam im siebten und vorerst letzten Saisonspiel zu einem 4:3 Erfolg beim punktlosen Schlusslicht SG Bliesgau.

Mit elf Punkten auf Platz fünf ging der TuS Wiebelskirchen danach in die Pandemie-Zwangspause und damit können die Verantwortlichen durchaus leben. „Absolut“, bekräftigt Thomas Eichner, der sportliche Leiter der TuS-Fußballer im Gespräch mit der SZ und er bekommt Zustimmung von Florian Regitz. „Seit unserer Zugehörigkeit zur Landesliga sind wir noch nie so gut gestartet“, erinnert der stellvertretende Abteilungsvorsitzende und Spielführer der ersten Mannschaft an frühere Zeiten. Für Eichner ist das auch das Ergebnis eines Lerneffekts. „Es gab in der Mannschaft über Jahre hinweg kaum eine Fluktuation, so dass sie sich kontinuierlich weiter entwickeln konnte“, erklärt der Sportchef und er fügt hinzu: „Wir hatten einen Lauf und hätten deshalb natürlich gerne weiter gespielt, aber alles andere ist natürlich nicht unsere Entscheidung.“

Für den Trainer kam der gute Saisonstart keineswegs überraschend. „Wir waren im vergangenen Frühjahr schon ausgebremst worden“, erinnert Carlo Guarraci an die erste Zwangspause im vergangenen Jahr und an einige Ausfälle von Leistungsträgern. Sebastian Braun, Albion Mehmetaj und Aaron Weigle konnten auch in dieser Saison noch kein Spiel bestreiten, „und insofern dürfen wir bis jetzt sehr zufrieden sein“, macht der Trainer deutlich. In die Freude über den bisherigen Saisonverlauf mischen sich aber auch Bedenken.

Der TuS Wiebelskirchen ist einer der wenigen Vereine in der Region, der im Jugendbereich ganz ohne Spielgemeinschaft mit einem anderen Verein auskommt und trotzdem von den Minis bis zu den A-Junioren mit allen Altersstufen am Spielbetrieb teilnimmt. Möglich ist das mit 180 Jugendspielern, „aber ich habe die Befürchtung, dass wir nach der langen Spiel- und Trainingspause irgendwann vielleicht nur noch 120 Jugendliche zur Verfügung haben“, sorgt sich Carlo Guarraci, der selbst viele Jahre als Jugendtrainer beim TuS tätig war.

Wie wichtig der Unterbau ist, zeigt sich beim TuS im Aktivenbereich. „In der ersten Mannschaft ist Torwart Christopher Rinder der Einzige, der von außerhalb kommt“, erklärt Florian Regitz, „alle anderen haben irgendwann bei uns schon in der Jugend gespielt“. Das trägt nach Ansicht des Trainers auch zum Zusammenhalt bei. „Trotz der Situation ist die Mannschaft immer noch zusammen“, hebt Guarraci hervor und verweist auf wöchentliche Videokonferenzen, mit denen der Kontakt aufrechterhalten wird.

Der 34-jährige Spielertrainer hat seinen Mannschaftskollegen Trainingspläne mit in die Pause gegeben, „aber die sind auch ohne die Vorgaben die ganze Zeit unterwegs“, erzählt Guarraci. „Es lässt sich keiner hängen“, bestätigt auch der sportliche Leiter. Thomas Eichner ist „relativ zuversichtlich, dass der Spielbetrieb fortgesetzt wird“. Er gehe davon aus, dass auf jeden Fall die Hinrunde zu Ende gespielt wird, sagt der Sportvorstand „und dann wollen wir unter den ersten Acht sein, um eine mögliche Relegationsrunde ohne Abstiegsängste spielen zu können“.