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Berufswahl
Die reizende Renate reißt alle mit

Neunkirchen. Für Mädchen: Ein Workshop hilft, die richtigen Weichen zur Berufswahl zu finden. Von Solveig Lenz-Engel

Nachdem  ein  möglicherweise etwas übermotivierter Vater, der seiner Tochter zur Seite sitzen wollte, freundlich herauskomplimentiert ist, kann es losgehen. Ursel Jacoby vom Jugendbüro Ottweiler begrüßt die Teilnehmerinnen des Workshops zur Berufswahl im Neunkircher Kommunikationszentrum in der Kleiststraße. Der Kreis der Teilnehmerinnen ist überschaubar. Sechs 14 und 15-jährige Mädchen sind gekommen, um an der passgenau auf ihre Zielgruppe zugeschnittenen  Veranstaltung teilzunehmen. „Ich bin eine Schülerin - holt mich hier raus! Durch den Berufe-Dschungel zum Traumberuf“, unter diesem Titel hat der Arbeitskreis „Mädchenarbeit in der Jugendhilfe im Landkreis Neunkirchen“ den Workshop in Zusammenarbeit mit dem Jugend-Beratungs-Zentrum Kompass  der Arbeitsagentur angeboten. Renate Behard-Kleber von Kompass ist überhaupt nicht enttäuscht, dass der Kreis so klein ist. Im Gegenteil, sie und ihre Kolleginnen Isabelle Hartz und Eveline Bautscha können so individuell auf die Teilnehmerinnen eingehen.


Aber die sind  zuerst einmal eher eingeschüchtert  und verunsichert, was da auf sie zukommt. Abhilfe schaffen da erste Kennenlern- und Lockerungsspiele. Es geht darum, den eigenen Namen mit einer Eigenschaft (soll mit dem gleichen Anfangsbuchstaben beginnen) und einer Geste zu verbinden. Also „entzückende Eveline“ oder „reizende Renate“. Und ganz langsam kommen die „mutige Michèle“, die „kühle Kira“, die „dramatische Diana“, die „kluge Kim“, die „loyale“ Luisa“ und die „junge Johanna“ aus der Deckung. Dann kann es losgehen, mit der Erkundungsreise durch Stärken, Schwächen, Interessen, Hobbys, schulische Schwerpunkte und besondere Fähigkeiten. Richtung Abitur wollen die meisten der Mädchen gehen, nur eine hat mit  Heilerziehungspflegerin  schon ein konkretes Ziel. Die Moderatorinnen nehmen sich viel Zeit, Denkanstöße zu geben,  zu sortieren, aber alle Schubladen offen zu lassen, denn die Teenager sollen  ergebnisoffen über mögliche Schul- oder Berufsziele reflektieren. Was die Teilnehmerinnen sich mit nach Hause nehmen? Die Überzeugung, dass Beratung eine prima Sache ist.