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Die Nachbarn dürfen es gerne nachmachen

Vertreter des Orga-Teams (von links): Martin Rebel (Ehrenamtsbörse), Verena Bernard (Das Saarland lebt gesund), Karin Schneider und Mona Schulz (Landessportverband). Foto: cle
Vertreter des Orga-Teams (von links): Martin Rebel (Ehrenamtsbörse), Verena Bernard (Das Saarland lebt gesund), Karin Schneider und Mona Schulz (Landessportverband). Foto: cle FOTO: cle
Kreis Neunkirchen. Sportvereine sollen sich lokale Partner suchen. Den Kindergarten zum Beispiel oder das Seniorenbüro. Um ihre Zukunft zu sichern. Doch für den Kooperationsweg gibt es nicht immer oder sofort eine Erfolgsgarantie. Claudia Emmerich

Es gehe um Nachhaltigkeit , nicht um Aktionismus. Das haben die Organisatoren des Regionalworkshops "Generationen bewegen sich" in Neunkirchen betont (SZ vom 19. März). Da passt es, sich nach wenigen Wochen nochmal mit den Teilnehmern zu treffen, um Rückmeldung zu erhalten, Ideen weiterzuentwickeln, neue Fragen aufzugreifen.

Von 40 Vertretern aus Sportvereinen, Kommunalverwaltungen, Kitas, Schulen oder auch Jugend- und Seniorenbüros folgte ein Viertel der Einladung zum Nachtreffen. Sie hätten auf zwei Viertel gehofft, aber auch in kleiner Runde habe es einen guten Austausch gegeben", berichten im Gespräch mit unserer Zeitung Vertreter der vier im Orga-Team vertretenen Organisationen - Landessportverband (Karin Schneider), die Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (Verena Bernard), die Ehrenamtsbörse des Landkreises Neunkirchen (Martin Rebel) und das Projekt "Der Landkreis Neunkirchen lebt gesund" (Anja Stuppi). Ziel des Workshops : Familiensport einen Impuls geben. Erhoffter Effekt: neue Angebote für Familien, Mitglieder und Helfer für die Vereine, Attraktivität für die Kommune.

"Würden wir gerne machen, aber wer macht es?" Diese Aussage eines Vereinsvertreters zitiert die Runde als ein zentrales Thema, das die Vereine bewegt. Vereine sollen sich Partner suchen, um ihre Zukunft zu sichern. Etwa den örtlichen Kindergarten oder das Seniorenbüro vor Ort. Vereine seien aber noch nicht alle wirklich offen, für solch neue Wege. "Kooperationen bedingen noch mehr Absprachen und damit erstmal Zeitaufwand. Kooperationen bringen nicht gleich ein sichtbares Ergebnis. Kooperationen können scheitern oder auch enden, wenn handelnde Personen wegfallen", räumt die Runde ein. Für den Kooperationsweg gibt es nicht immer oder sofort eine Erfolgsgarantie.

Das Orga-Team ist in der intensiven Vorbereitungszeit zusammengewachsen. Das spürt man im Gespräch. Ihr Projekt wird sich aber auch an Erfolg messen lassen müssen. Sie wissen das. Wie ist Erfolg messbar? Ein Indiz könne sein, so Karin Schneider, wie Vereine das Projekt "Familie in Bewegung" des Landessportverbandes aufgreifen (siehe "Stichwort").

"Der Workshop war ein Versuchsballon", zieht Karin Schneider ihr Zwischenfazit. Ein Anstoß. "Wir hoffen, dass viele Dominosteine umfallen." "Wir haben gesehen: Es gibt Informations- und Diskussionsbedarf bei den Vereinen", resümiert Verena Bernard. "So ein Workshop wie in Neunkirchen könnte vielleicht auch in anderen Landkreisen angeboten werden. Das Konzept ist fertig." Einen eigenen Lerneffekt stellt Martin Rebel fest: "Ich habe gedacht, dass ich doch schon einen guten Kontakt zu den Vereinen habe und sie gut informieren kann. Jetzt habe ich gelernt, dass Informationen aber immer noch zu wenig ankommen. Und ich lerne daraus, dass wir die Kommunikationswege weiter verbessern müssen."


Meinung:

Kein Sprint, ein Langstreckenlauf

Von SZ-RedakteurinClaudia Emmerich

Und jetzt? Abwarten und hoffen, dass die Impulse wirken? Ja. Aber gemessen am eigenen Anspruch der Nachhaltigkeit heißt es fürs Projektteam "Generationen bewegen sich" auch aktiv bleiben. Vereine sollen sich Partner suchen, Kooperationen eingehen - das ist die vermittelte Botschaft. Das braucht Offenheit bei den Vereinen. Und Menschen in den Vereinen, die erstmal Zeit investieren, Zusatz-Arbeit auf sich nehmen für Kontaktaufnahmen, für Gesprächs- und Abstimmungsrunden. Schnelle Erfolge werden sich kaum einstellen. Neue Mitglieder, neue ehrenamtliche Helfer, lebendiger Verein in einem lebendigen Umfeld. Das ist das Ziel. Dahin zu kommen, erfordert langen Atem. Ein Langstreckenlauf , kein Sprint. Dem Projektteam bleibt die Aufgabe des kontinuierlichen Unterstützens.



Zum Thema:

StichwortProjekt "Familie in Bewegung", Förderung besonderer Angebote für Familien im Rahmen lokaler Kooperation: Aktionstage können mit je 200 Euro unterstützt werden, Kursangebote mit einmalig 400 Euro. Ausgezahlt wird an den Sportverein. Information unter www.lsvs.de . Ein Antrag auf Förderung 2015 muss bis 11. Mai eingereicht sein. cle