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Die Liebe zum heißen Eisen bleibt

Die Liebe zum heißen Eisen bleibt

Ottweiler. Friedrich Schneider aus Ottweiler arbeitet als Schlosser. Seit 50 Jahren ist er Meister. Zum Jubiläum verlieh ihm die Handwerkskammer des Saarlandes den Goldenen Meisterbrief. Bereits seit 1749 ist die Huf- und Wagenschmiede von Friedrich Schneider in Ottweiler in Familienbesitz

Ottweiler. Friedrich Schneider aus Ottweiler arbeitet als Schlosser. Seit 50 Jahren ist er Meister. Zum Jubiläum verlieh ihm die Handwerkskammer des Saarlandes den Goldenen Meisterbrief. Bereits seit 1749 ist die Huf- und Wagenschmiede von Friedrich Schneider in Ottweiler in Familienbesitz. Nachdem Schneider bei seinem Vater das Schmiedehandwerk erlernt hatte, legte er 1961 außerdem die Meisterprüfung ab. Wie ein Kleinod aus alten Zeiten wirkt die Familien-Werkstatt. "Gott segne das ehrbare Handwerk" steht außen an der Wand geschrieben. Tritt man ins Innere, sieht man schmiedeeiserne Gegenstände - große und kleine, von oben bis unten an allen Wänden. Zangen, Hammer, Ketten, Hufeisen, Ochseneisen, Wagenräder und mehr.Von der Decke hängen komplette Fahrgestelle alter Wagen. "Das sind die Dinge, die früher hier hergestellt wurden", erklärt der 78-Jährige, während er in einem gemauerten Kamin an der Rückwand ein Schmiedefeuer entzündet. "Doch dafür bekommt man heute keine Aufträge mehr. Deshalb stellen wir seit 1961 auch Bauschlosserarbeiten wie Geländer und Türen, sowie Kunstschmiedearbeiten her." Ein filigranes Gitter mit geschwungenen floralen Ornamenten war sein Meisterstück.

Ähnlich kunstvolle Arbeiten werden im Nebenraum aufbewahrt: große Kerzenständer, Gitter und Grabkreuze.

Beruf ist auch Hobby

Mit solchen Arbeiten befasst sich der Meister am liebsten. "Ich schmiede nicht nur für Aufträge. Wenn ich gerade nichts in Arbeit habe, gehe ich mir etwas suchen." Auf die Frage, ob sein Beruf auch sein Hobby sei, strahlt er: "Ja, so kann man sagen." Mit der Auftragslage ist man in der Werkstatt zufrieden. Es gebe noch Leute, die echtes Handwerk den Baumarkt-Ketten vorziehen. Auch Schulklassen kommen oft in die Werkstatt, die eine Art Museum ist.

Besonders gut gefällt Friedrich Schneider, dass er kommen und gehen kann, wann er möchte, seit sein Sohn vor 15 Jahren die Werkstatt übernommen hat. Meist wird mit vier Mann gearbeitet. "In den Semesterferien kommt häufig noch mein Enkel dazu, dann sind wir hier drei Generationen", lacht Schneider. Die über 250-jährige Tradition der Schmiede wird fortgesetzt - Talent und Leidenschaft für das heiße Eisen sind in der Familie erblich.