Die Kunst geht aufs Wasser

Neunkirchen. Die Gebläsehalle noch nicht fertig, das Bürgerhaus schon außer Betrieb - dieses Szenario für den Sommer 2012 fordert die Veranstalter in Neunkirchen. "Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, trotzdem etwas zu machen, was ins Auge sticht

Neunkirchen. Die Gebläsehalle noch nicht fertig, das Bürgerhaus schon außer Betrieb - dieses Szenario für den Sommer 2012 fordert die Veranstalter in Neunkirchen. "Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, trotzdem etwas zu machen, was ins Auge sticht." Mit dem Projekt "Wasserphantasie" hat Elmar Ottenthal von der seit Anfang des Jahres in Neunkirchen ansässigen Produktionsfirma Aura Entertainment (wir berichteten) "Neuartiges und Interessantes" ins Leben gerufen. Die Produktionsfirma hatte schon im SZ-Gespräch vor einigen Wochen versprochen: Es wird jährlich eine Premiere in Neunkirchen geben. Den Veranstaltungsort Gutsweiher hat Ottenthal, wie er der SZ gestern am Vortag zur offiziellen Pressekonferenz verriet, beim Spaziergang gefunden. Als Bürgerprojekt wird die Veranstaltung aufgezogen. So wird es neben drei Profi-Sängerinnen insgesamt rund 200 Akteure geben. Die werden mit Hilfe der Neunkircher Kulturgesellschaft zurzeit rekrutiert aus den ansässigen Musikvereinen, Gesangvereinen, Turnvereinen. "Für eine Szene brauchen wir 100 Bläser, die vom Ufer aus musizieren." Jede Menge Sportler, Athleten werden benötigt. Das THW hilft in Zusammenhang mit Flößen, die bei der Vorstellung zum Einsatz kommen. Der Modellbauclub und Schulklassen könnten beziehungsweise sollten zum Bau von Seeungeheuern aktiv werden. Karnevalsvereine könnte man sich als Mitarbeiter bei den vielen bunten Kostümen vorstellen.Viel Lob hat Ottenthal für Peter Bierbrauer und Klaus Brasse von der Kulturgesellschaft. "Sie sind schon eifrig dabei, Leute zu finden." Wie überhaupt Ottenthal sich freut über die positive Resonanz. Selbst der Heimatverein Furpach stünde dem Projekt positiv gegenüber. "Wir müssen nur auf den am Weiher lebenden Schwan Acht geben." Wer die drei Profi-Sängerinnen sein werden, das ist noch nicht zu 100 Prozent klar. Ottenthals Geschäftspartnerin und Lebensgefährtin Aino Laos wird aber "mit 99 prozentiger Wahrscheinlichkeit" nicht selbst singen. Von ihr stammt die Musik.

Die Produktion ist in vollem Gange. Einen Vorgeschmack gibt es auf der Internet-Seite. Zum Repertoire gehört unter anderem ein Terzett "Wir sind das Kleeblatt, das den See regiert". Nach Weihnachten schon soll mit den Proben begonnen werden. Erst einmal natürlich auf dem Trocknen, in Turnhallen beispielsweise. Erst eine Woche vor der Veranstaltung geht man an den Weiher, fügt die Einzelteile zu einem Ganzen zusammen. Die neue Geschichte basiert auf alten Überlieferungen: Die Wassernymphe, die sterben muss, wenn sie sich unsterblich verliebt. Eine der drei wird es treffen. Bis dahin sollen sich witzige Dialoge ("man wird richtig lachen können") und Musik abwechseln. Ergänzt wird die Darstellung auf dem Weiher durch "optisch tolle Sachen". So wird die Natur mit einbezogen, die Besucher erleben, wie die Bäume die Farbe wechseln, hören und sehen Vögel über ihren Köpfen hinweg, riechen und schmecken Ungewöhnliches. Die aufwändige Technik verschlingt einiges an Geld. "Für Neunkirchen alleine könnten wir das nicht machen." Aber es gibt schon Anfragen, im Jahr 2013 geht es dann auf Tournee.

Auf einen Blick

Karten für die Veranstaltung zum Preis von 24 Euro für Erwachsene und zwölf Euro für Kinder bis 14 Jahren gibt es ab 12. Dezember, Gutscheine ab sofort über die Internetseite www.wasserphantasie.com. Bis 31. März gibt es einen Frühbucher-Rabatt, dann kostet auch der vorbestellbare Picknickkorb für zwei Personen 22 statt später 24 Euro. ji