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Die Kirmes in Neunkirchen soll wieder mehr Besucher locken.

Neinkerjer Kerb : Die „Kerb“ soll wieder Spaß machen

Wie lässt sich die Attraktivität der Neunkircher Kirmes steigern? Eine Runde diskutierte die Frage lebhaft.

2018 war nicht das beste Jahr der Neunkircher Kirmes. Kurzfristige Absagen, unter anderem eines Ausstellers aus den Niederlanden, sorgten für größer Lücken zwischen den Fahrgeschäften und Buden, ein Autoscooter fehlte erstmals seit Jahrzehnten, es mangelte an Attraktionen und mal wieder gab’s kein Festzelt. Und das, erklärte Thomas Sonnier, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Saar, wird es in der Größe wie es früher der Fall war, wohl auch nicht mehr geben. Und das nicht etwa, weil die Standgebühr zu hoch ist – die liegt bei gerade mal sechs Cent pro Quadratmeter –, sondern weil solche Festzelte bespielt und unterhalten werden müssen, was hohe  Kosten verursacht. „In Neunkirchen, das muss man ganz ehrlich sagen, rentiert sich ein solches Zelt nicht mehr“, weiß Sonnier. Als Gründe nannte er unter anderem die Jahreszeit (“Im Sommer ist so ein Zelt schwer zu füllen.“) und die Konkurrenz, etwa bei Oktoberfesten („Früher gab es solche Feste nicht, da war das auf der Kirmes etwas Besonderes.“). Und damit musste der Schausteller den Initiatoren einer Diskussionsrunde, die kürzlich im Familien- und Nachbarschaftszentrum Neunkirchen stattfand, den ersten Zahn ziehen.

Die waren der Einladung des Neunkirchers Brandon Posse und des Vereins Horizont gefolgt, um gemeinsam Ideen zu sammeln und zu entwickeln, mit denen sich die Attraktivität der Kirmes steigern lässt. Es hätten schon mehrere Vereine ihr Interesse an einem Kerwe-Umzug bekundet, erklärte Posse, den man initiieren könne, ebenso eine Kerwe-Redd und einen Autoscooter-Gottesdienst. Letzteres stieß jedoch weder beim Neunkircher Pfarrer Michael Wilhelm noch bei Thomas Sonnier auf großes Interesse. Es sei niemandem damit gedient, wenn am Ende ein paar Leute zu einem solchen Gottesdienst kämen, so Sonnier. In Saarlouis, wo es seit ein paar Jahren einen solchen Autoscooter-Gottesdienst gibt, sei die Situation, „mitten in der Stadt, im Schatten der Kirche“, eine völlig andere, meinte Pfarrer Wilhelm.

Was einen Umzug zur Kerb angeht, gab der Neunkircher Bürgermeister Jörg Aumann zu bedenken, dass nicht jeder, der jetzt Interesse bekundet, am Ende auch mitmache. Ein solcher Umzug und ähnliches Rahmenprogramm müsse gut geplant und organisiert werden.

Es war eine lebhafte Diskussion, in deren Verlauf Thomas Sonnier mehrfach betonte, dass die Neunkircher Kirmes nach wie vor unter den Schaustellern hohes Ansehen genieße und mit dem Eisweiher eine Toplage hätte. Und in diesem Jahr komme auch wieder ein Schausteller mit Riesenrad und sogar mit Achterbahn. Auch ein Autoscooter wird wieder auf dem Eisweiher stehen. Eine gute Gelegenheit also, das Image der Neinkerjer Kerb wieder aufzupolieren. Dazu könne etwa Radiowerbung beitragen, „damit auch Leute von außerhalb wissen, dass in Neunkirche Kirmes ist“, so Sonnier. „Wir haben in diesem Jahr die Chance, mit richtig guten Fahrgeschäften zu punkten.“ Sein Vorschlag: Die Stadt könne, wie in anderen Städten auch, die Hälfte der eingenommenen Standgebühren dafür investieren. „Wenn niemand zur Kerb kommt, hat auch die Stadt nichts davon, und die Schausteller bleiben vielleicht im kommenden Jahr fern“, erklärte Sonnier.

Bürgermeister Aumann sagte zu, die Kirmes von Seiten der Stadt in diesem Jahr besser, und vor allem richtig zu bewerben. Auf den Bannern der letzten Jahre war noch die Rede von einem großen Festzelt. Auch will er sich mit dem Neunkircher Karnevalsausschuss und dem Sportverband in Verbindung setzen und anfragen, ob Interesse besteht, auf der Kirmes einen Biergarten zu betreiben. Auch bei kommerziellen Betreibern wolle man anfragen. Darüber hinaus soll demnächst ein Treffen mit Schaustellern und Verantwortlichen der Stadt Neunkirchen folgen.

Die Neinkerjer Kerb findet in diesem Jahr vom 23. bis 27. August statt.