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Jugendbeirat
Die jüngste Kandidatin ist 16 Jahre alt

Die Stimmzettel zur Wahl des Jugendbeirats der Stadt Neunkirchen wurden von den jungen Menschen vor der Wahl noch mal in Augenschein genommen.
Die Stimmzettel zur Wahl des Jugendbeirats der Stadt Neunkirchen wurden von den jungen Menschen vor der Wahl noch mal in Augenschein genommen. FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Die Stadt Neunkirchen hat junge Menschen zur Wahl des neunten Jugendbeirats in die Stummsche Reithalle eingeladen. Von Anja Kernig

Ein kleines „schade“ bleibt. Ansonsten war es ein durch und durch positiver Abend: Am Donnerstag hatte die Stadtverwaltung in die Stummsche Reithalle zur Wahl des neunten Jugendbeirates der Kreisstadt Neunkirchen geladen, gut 40 Jugendliche kamen. „Das war sehr, sehr gute Arbeit“, lobte Bürgermeister Jörg Aumann das von Julian Sieren und seiner Stellvertreterin Marita Ackermann geleitete amtierende Gremium.


In seinem Rückblick ging Sieren kurz auf die Treffen mit NVG-Chef Pascal Koch, bei dem es unter anderem um die Optimierung von Busfahrplänen ging, und dem Geschäftsführer der Neunkircher Kulturgesellschaft, Uwe Wagner, ein. „Wir versuchen, jugendlichere Veranstaltungen zu bekommen.“ Auch die Kooperation mit dem Jugendzentrum habe man reaktivieren und intensivieren können. Beispiel: „Summer Opening Party“ im Mai mit knapp 200 Gästen. „Ein Riesenerfolg“, freute sich der 19-Jährige. Für die neue Amtsperiode ist bisher eine Bildungsfahrt nach Berlin geplant.

Zur Wahl stellten sich 20 Jugendliche in den drei Gruppen Schulen, Vereine und Sonstige, darunter etliche alte Beirats-„Hasen“, die schon länger dabei sind – mit Felix Bütermann und Jeremias Wagner sogar so etwas wie lokale Prominenz. Handelt es sich doch um die Gründungsväter des Heimatvereins Ludwigsthal, die erst kürzlich mit dem Preis der SZ „Saarlands Beste“ ausgezeichnet worden waren. Noch schnell auf die Liste schreiben ließ sich Laura Käfer. Die 19-Jährige absolviert zurzeit ihr Fachabitur am Sozialpflegerischen BBZ und engagiert sich seit vier Monaten ehrenamtlich im Juz.

Eine der jüngsten Kandidatinnen war Lusylle Freyer. Die 16-jährige Schülerin des Krebsberggymnasiums ist Mitglied der Jusos, findet es aber „nicht so wichtig, welcher Partei man angehört. Es ist alles akzeptabel, außer rechts.“ Dem Vorurteil der älteren Generation, die Jugend habe nur Spaß im Kopf, setzt sie eigenen Einsatz entgegen – in dem sie syrischen Mädchen im Alltag hilft, sich zu integrieren. „Wenn man jetzt nicht als Jugendlicher aktiv wird, wann dann“, meinte sie. In Neunkirchen selbst fehlt es ihrer Meinung nach an Radwegen. Lob gab es von der Schülerin für die Bliesterrassen: „Die sind gelungen“, aber für den Winter bräuchte es noch einen alternativen Treffpunkt. Am Ende reichte es nicht ganz für Lusylle, die ihr Glück 2019 erneut versuchen kann. Der neue Jugendbeirat wird sich in Kürze zur konstituierenden Sitzung treffen und einen neuen Vorstand wählen.