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Umfrage zu Bliestagen
Umfrage: Bliestage kommen schlecht weg

Erstmals fanden die Neunkircher Bliestage statt, das ehemalige Stadtfest hat sein Gesicht geändert.
Erstmals fanden die Neunkircher Bliestage statt, das ehemalige Stadtfest hat sein Gesicht geändert. FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Die Junge Union Neunkirchen hat 538 Personen zu den Bliestagen befragt – Stadtfest-Macher nehmen Kritik an Von Marc Prams

Nein, die Umfrage ist nicht repräsentativ, und, weil online durchgeführt und überwiegend über soziale Netzwerke beworben, auch nicht alle Altersgruppen sind in gleicher Anzahl vertreten. Dennoch gibt die Umfrage der Jungen Union Neunkirchen zu den Bliestagen ein deutliches Stimmungsbild ab: Rund 70 Prozent der 538 Befragten antworteten auf die Frage, ob das Konzept überzeugt hat, mit „Nein“. Es gehe bei der Umfrage allerdings keineswegs darum, die Premiere der Bliestage nur zu kritisieren, betonte der JU-Vorsitzende Nils Meisberger bei der Präsentation im Hotel Holiday-Inn. Ziel sei es vielmehr, Ideen und Anregungen für die Umsetzung der Bliestage in den kommenden Jahren zu sammeln.


Aus diesem Grund waren auch Uwe Wagner von der Kulturgesellschaft, Christian Schwinn von der Agentur AC-Press, die das Konzept der Bliestage entwickelt hat, Julian Sieren vom Jugendbeirat sowie Stadtratsmitlied und Vereinsvertreter Michael Schley (CDU) zur Diskussionsrunde geladen, Caroline Collet moderierte. Mit 18 Zuschauern war das Publikum sehr überschaubar. Schade, denn für  ausreichend Diskussionsstoff dient die Umfrage allemal.

Auf dem Podium: (v.l.) Moderatorin Caroline Collet (CDU-Stadträtin), Nils Meisberger (Vorsitzender JU Neunkirchen), Uwe Wagner (Kulturgesellschaft), Christian Schwinn (Agentur AC-Press), Michael Schley (CDU-Stadtrat und Vereinsvertreter) und Julian Sieren (Vorsitzender Jugendbeirat).
Auf dem Podium: (v.l.) Moderatorin Caroline Collet (CDU-Stadträtin), Nils Meisberger (Vorsitzender JU Neunkirchen), Uwe Wagner (Kulturgesellschaft), Christian Schwinn (Agentur AC-Press), Michael Schley (CDU-Stadtrat und Vereinsvertreter) und Julian Sieren (Vorsitzender Jugendbeirat). FOTO: Marc Prams


So vergaben die Befragten unter anderem Schulnoten für die räumliche Aufteilung (4,5 im Schnitt) und das Freizeitangebot auf dem Stadtfest (4,3), was weitaus schlechter bewertet wurde als das Essensangebot (3,4) und das musikalische Angebot (3,7). Was den Bereich der Bliesterrassen angeht, so fanden immerhin 30 Prozent der Zielgruppe, also eher junge Leute, Gefallen an dem Lounge-Ambiete mit DJ und Shisha-Bar. 59 Prozent aller Befragten konnten indes nichts mit diesem Bereich anfangen. Ein Besucher stellte die Frage, ob die Bliesterrasse als „riesige Baustelle“ nicht eher abschreckend gewesen sei. „Mit dieser Geschichte wurden viele vergrault.“ Dazu Christian Schwinn: „Zu Beginn der Planungsphase hatten wir etliche Stände dort platziert. Das Problem ist allerdings, dass wir dort weder Wasser noch Abwasser haben.“ Zudem habe die Verlegung des Stadtfestes dazu geführt, dass etliche Standbetreiber zum neuen Datum bereits terminlich bei anderen Festen gebunden waren. Statt auf „professionelle“ Betreiber zu setzen, solle man lieber verspieltes Vertrauen bei den Vereinen zurückgewinnen und zusehen, dass „alte Player“ wie etwa die Pfarrei St. Josef, wieder aufs Stadtfest kommen, meinte Michael Schley, nach eigenen Angaben seit 25 Jahren vor und hinter dem Tresen der Roten Funken auf dem Stadtfest zu finden. Die Vereinsakquise, darauf Schwinn, stehe ganz oben auf der Agenda fürs kommende Jahr. Es hätte aber auch kurzfristige Absagen von Vereinen  geben, durch die die ein oder andere Lücke entstanden sei.

Was laut Umfrage ganz klar gefehlt hat, war die Bespielung des Unteren Marktes samt Bühne. Über 82 Prozent gaben dies an. Es sei geplant gewesen, dort das Riesenrad aufzustellen, sagte Uwe Wagner. Allerdings habe man dann festgestellt, dass dort zu wenig Strom sei und sich einen Tag vorm Fest umentschieden. Die Räumung des Unteren Marktes sei also aus der Not geboren gewesen.

Wenn man dies kurz vorm Aufbau feststelle, sei das eindeutig ein Fehler der Planer, meinte dazu Julian Sieren: „Ich kann nicht verstehen, dass man donnerstags merkt, dass da zu wenig Strom ist.“ Im kommenden Jahr soll der Untere Markt wieder ins Stadtfest integriert werden, erklärte Christian Schwinn. Eventuell werde dort ein kostenfreies Kinderprogramm angeboten, mit Hüpfburg, Bungee und Ähnlichem.

Was ebenfalls im kommenden Jahr besser werden soll, ist die Bewerbung der Bliestage. Auch die kam bei den Befragten nicht gut weg. Hier will man vonseiten der Agentur AC-Press verstärkt auf soziale Medien und Internet setzen.

Zum Abschluss der Runde äußerte jeder Teilnehmer auf dem Podium seinen Wunsch für die zweite Auflage der Neunkircher Bliestage. Nils Meisberger: „Die Verzahnung von Machern und Vereinen muss wieder besser werden.“ Uwe Wagner: „Wir wünschen uns ein Fest für alle, zu dessen Gelingen alle etwas mehr beitragen.“ Christian Schwinn: „Ein Fest, bei dem die Tradition gewahrt bleibt und wir uns für die Weiterentwicklung engagieren.“ Michael Schley: „Das Vertrauen der Vereine muss wieder zurückgewonnen werden, und dass wir ein Fest mit vielen Besuchern und super Stimmung feiern.“ Julian Sieren: „Dem kann ich mich nur anschließen.“

Wer das gesamte Ergebnis der Umfrage haben möchte, kann dies online bei der JU Neunkirchen erhalten. E-Mail an: jusvnk@web.de