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VHS Neunkirchen
Die Hälfte der Besucher ist neu

Das VHS-Team von links Antonia Petrova (Bereich Integration), Christina Krämer (Geschäftsstelle), Thomas Haffner (Hauptamtlicher pädagogischer Mitarbeiter), Elke Leonhardt-Jacob (Leiterin).
Das VHS-Team von links Antonia Petrova (Bereich Integration), Christina Krämer (Geschäftsstelle), Thomas Haffner (Hauptamtlicher pädagogischer Mitarbeiter), Elke Leonhardt-Jacob (Leiterin). FOTO: Leonhardt-Jacob / VHS
Die VHS-Leiterin zeigt sich zufrieden und bleibt offen für Veränderungen und die Erfüllung von Träumen. Von Elke Jacobi

Gleich mal vorweg: Wie viele Kurse hat das nun beginnende erste Halbjahr der Volkshochschule Neunkirchen?



Elke Leonhardt-Jacob: Im Sommersemester 2018 haben wir 189 Kurse und Veranstaltungen im Programm, davon ca. 70 ganz neue Angebote. Und die Palette ist sehr breit – ein Schmökern in der VHS-Broschüre lohnt sich auf alle Fälle.

Wo liegen die Schwerpunkte?

Leonhardt-Jacob: Bei einem Blick ins Inhaltsverzeichnis wird schon deutlich, dass ein Schwerpunkt im Fachbereich Gesundheit liegt. Hier greifen wir Trends auf, mit den Entspannungs- und Bewegungsangeboten, aber auch mit den Kochkursen und weiteren Angeboten zum Thema Genuss. Das Spektrum reicht von Zumba über das Biertasting „US Craft Beer“ bis zur Modifizierten Fastenkur.

Was hat sich am Programm geändert?



Leonhardt-Jacob: Das Programm ist vielfältiger geworden, wir wollen damit möglichst viele Zielgruppen ansprechen, Männer wie Frauen, Kinder und Jugendliche, jüngere Erwachsene und selbstverständlich auch Senioren. Manche Teilnehmer bevorzugen kürzere Kurse oder Tages-Workshops, andere freuen sich darüber, das gesamte Semester einmal pro Woche in einen VHS-Kurs zu gehen. Auch in dieser Hinsicht haben wir das Angebot vielfältiger gemacht. Unser Ziel ist es, für jeden etwas Passendes anzubieten.

Worin liegen die Änderungen begründet: Teilnehmerwünsche, Nachforschungen an anderen Volkshochschulen oder worin?

Leonhardt-Jacob: Die Interessen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind uns enorm wichtig. Beispielsweise haben wir die Themen der Tortenmodellierkurse in diesem Semester sehr stark an den Wünschen der Kunden ausgerichtet. Außerdem kamen viele auf uns wegen Brotbackkursen zu. Es hat einiges an Mühe gekostet, aber jetzt haben wir mit dem Betriebsleiter der Bäckerei Ziegler einen professionellen Dozenten gewinnen können.

Auch Nähkurse wurden immer wieder bei uns nachgefragt, ab diesem Semester bietet unsere Näh-Dozentin zusätzliche Kurse an. Und natürlich dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren, was so auf dem Markt passiert, also bei anderen VHSen – und dies nicht nur im Saarland. Wenn ich irgendwo in Deutschland unterwegs bin, schaue ich immer, ob ich ein Programm der dortigen VHS mitnehmen kann. Gleichzeitig macht natürlich das Internet auch vieles möglich…

Wie kommen die Veränderungen bislang an?

Leonhardt-Jacob: Die Veränderungen kommen sehr gut an, das freut das gesamte VHS-Team sehr und motiviert uns. Zum Wintersemester 2017 waren 30 Prozent der Teilnehmer ganz neu dazugekommen! Jetzt zum Sommersemester haben sich bereits rund 500 Personen angemeldet, viele von ihnen auch für mehr als einen Kurs. Davon sind 50 Prozent Neukunden oder nach vielen Semestern zurückgewonnene Kunden.

Vieles ist aber auch seit Jahren unverändert . . .

Leonhardt-Jacob: Die wichtigsten Kunden für uns sind natürlich unsere Stammkunden. Wir haben Teilnehmer, die bereits seit mehr als 20 Jahre unsere Kurse besuchen. Der Kursbesuch ist zu einem festen Lebensbestandteil geworden, auf den man sich immer wieder freut. Hier unterstützen wir die Dozenten und die Teilnehmer, dass es auch so weitergehen kann. … Und sich natürlich „altbekannte“ und beliebte Kurse in jedem Semesterprogramm wiederfinden.

Was wird es künftig gar nicht geben?

Leonhardt-Jacob: Was es sicherlich nicht in unseren VHS-Kursen gibt, ist Langeweile. Das ist die einhellige Meinung unseres gesamten Teams.

Bleibt man weiterhin für alles offen, oder sollen die Veranstaltungen eine bestimmte Richtung beibehalten?

Leonhardt-Jacob: Ich denke, in der heutigen schnelllebigen Zeit ist es unbedingt wichtig, immer und für alles offen zu bleiben, Volkshochschulen sind nicht mehr so, wie sie noch vor rund 30 Jahren waren, als ich selbst als Teilnehmerin meine ersten VHS-Kurse besucht habe. Die Freude am Entdecken, etwas Neues (kennen) zu lernen, soll im Mittelpunkt stehen.

Das Programm ist jünger geworden, oder?

Leonhardt-Jacob:  Wir starten schon bei den Kindern und Jugendlichen, die wir als neue Zielgruppe gewinnen wollen. Unter dem Logo „Junge VHS Neunkirchen“ haben wir ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Der Flyer in Tablet-Form haben wir an allen Schulen in Neunkirchen verteilt. Auch über unsere web-Seite www.nk-kultur.de/vhs lassen sich weitere Infos dazu finden. Die Workshops finden vorwiegend in den Ferien statt und sind bestimmt interessante Alternativen zu Fernsehen und Faulenzen!

Was würde denn die VHS-Leiterin gerne noch so tun – was davon ist realistisch, was ein Traum?

Leonhardt-Jacob (schmunzelt): Mich motivieren Träume und es gibt ja auch Träume, die realisierbar sind und die realisiert werden. Vor einem Jahr habe ich von einem renovierten Gymnastikraum geträumt – und heute ist er fertig – als Gemeinschaftsprojekt der Stadt Neunkirchen und der Neunkircher Kulturgesellschaft, zu der die VHS ja gehört. Und meine kleinen und großen Träume gehen weiter…

Das Gespräch führt Elke Jacobi