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Die Borussia siegt, der FSV hadert

Die Borussia siegt, der FSV hadert

Fußball-Oberliga: Mit Glück und Geschick hat Borussia Neunkirchen einen wichtigen 2:1-Heimsieg im Derby gegen den FSV Jägersburg gefeiert. Im Abstiegskampf waren das sehr wichtige Punkte. Die Gäste ärgerten sich im Ellenfeld über den Schiri.

400 Zuschauer sahen am Samstag in der Fußball-Oberliga ein heiß umkämpftes Ostsaar-Derby. Am Ende setzte sich Borussia Neunkirchen im Ellenfeldstadion knapp mit 2:1 (2:0) gegen den FSV Jägersburg durch. Die Borussen haben nun im Kampf um den Klassenverbleib wieder Rückenwind. Die Gastgeber legten in ihrer starken Anfangsphase die Grundlage zum späteren Sieg. Es waren erst vier Minuten gespielt, als Jens Kirchen den Ball per Freistoß von der linken Außenbahn in die Mitte brachte, wo Ruddy M'Passi mit dem Kopf das 1:0 gelang. In der 18. Minute war es wiederum M'Passi, der aus halbrechter Position mit einem Schuss ins linke Eck auf 2:0 erhöhte. Beide Mannschaften hatten bis zum Pausenpfiff weitere gute Chancen - die beste vergab Neunkirchens Cordt Flätgen. Der linke Außenverteidiger verzog völlig freistehend aus halblinker Position (40.).

Die Jägersburger fühlten sich im Verlauf der 90 Minuten mehrfach vom Unparteiischen Fabian Vollmar aus Mauschbach (bei Zweibrücken) benachteiligt und suchten mit dem Schiedsrichter immer wieder die Diskussion. Bereits vor der Pause hatte Marco Dahler einen Schuss von Waldemar Schwab im Strafraum aus Sicht des FSV mit der Hand geklärt (38.). Auch nach dem Seitenwechsel gab es weitere strittige Situationen. So reklamierten die Gäste ein weiteres Handspiel im 16er von Giuseppe Vituzzi, als sich der Innenverteidiger in einen Schuss von Murat Adigüzel warf (90.).

Zuvor hatte es abermals auf beiden Seiten etliche gute Chancen gegeben. Die beiden Torhüter Philippe Persch (Neunkirchen) und Philip Luck (Jägersburg) konnten sich mehrfach auszeichnen. Persch, der schon beim 1:4 im Spiel zuvor beim SV Gonsenheim zweimal gepatzt hatte, war allerdings dann am Jägersburger Anschlusstreffer beteiligt. Persch konnte Niklas Holzweißig nur noch auf Kosten eines Strafstoßes bremsen. Zuvor hatte Markus Schmitt leichtfertig gegen den Jägersburger Einwechselspieler den Ball vertändelt. Adigüzel traf aus elf Metern halbhoch rechts zum 1:2 (74.). Anschließend überstanden die Borussen die Jägersburger Schlussoffensive schadlos.

"Das war ein extrem wichtiger Sieg für uns. Wir haben verdient gewonnen, weil wir einfach kämpferisch stärker waren. Die Jägersburger waren selbst schuld, dass der Schiedsrichter nicht auf ihrer Seite war. Wenn ich 70 Minuten lang bei jeder Aktion auf den Schiri einrede, muss ich mich nicht wundern, dass er bei 50:50-Aktionen gegen mich entscheidet", meinte Kirchen und ergänzte: "Jetzt müssen wir am Mittwoch zu Hause im Nachholspiel gegen Karbach unbedingt nachlegen." Anstoß auf dem Kunstrasenplatz im Wagwiesental ist morgen um 19 Uhr.

Ziemlich gefrustet war Jägersburgs linker Außenverteidiger Steven Simon. "Wir hatten leider den Auftakt verschlafen, uns aber danach gut reingekämpft. Wir hätten das Spiel komplett drehen können, haben aber zu viele Fahrkarten geschossen. Die meisten engen Situationen sind gegen uns entschieden worden, aber der Schiedsrichter war nicht schuld an unserer Niederlage", meinte Simon.

FSV-Trainer Marco Emich lobte das Auftreten seiner Elf. "Wir haben zu keinem Zeitpunkt aufgegeben und alles probiert. Leider haben wir uns nicht in Form eines Punktes für den Einsatz belohnt", sagte Emich.

Neunkirchens Werner Mörsdorf erklärte: "Vor der Pause hätten wir das 3:0 nachlegen müssen. In der zweiten Halbzeit hatten wir sehr oft das Glück auf unserer Seite", gab der Borussen-Trainer zu. Zudem meinte er: "Der Schiedsrichter hat einige strittige Situationen zu unseren Gunsten ausgelegt. Wir haben mit Kampf und Leidenschaft den Vorsprung über die Zeit gebracht. Ich gehe davon aus, dass sowohl Jägersburg als auch wir bis zum Saisonende um den Klassenverbleib kämpfen müssen."