Derby im Krankenstand

In der Fußball-Oberliga kommt es am Sonntag zum Derby zwischen Borussia Neunkirchen und dem FV Diefflen. Dabei gehen gerade beiden Vereinen die Spieler aus. Die Trainer rätseln noch an den Aufstellungen.

An diesem Sonntag kommt es im Neunkircher Ellenfeldstadion zum Fußballderby der Verletzungsgeplagten. Um 14.30 Uhr wird die Partie zwischen den Oberligisten Borussia Neunkirchen und dem FV Diefflen angepfiffen. Während man bei beiden Clubs noch nicht weiß, wie viele Oberligaspieler überhaupt zur Verfügung stehen, stellen sich beide Trainer auf ein schweres Spiel ein.

"Gerade haben sich drei Spieler krankgemeldet. Ich weiß nicht, wer mir am Sonntag zur Verfügung steht. Ich denke, dass ich das frühestens am Samstagnachmittag weiß", klagt Borussia-Trainer Valentin Valtchev. Die drei Ausfälle heißen Marco Dahler, Yannick Bach und Jannik Schliesing und leiden an Grippesymptomen. Sie reihen sich in das Lazarett, in dem Tim Cullmann (Bänderverletzung im Knie) und Jens Kirchen (Muskelfaserriss) schon länger sind. Moussa Dansoko war die ganze Woche dienstlich unterwegs. Ruddy M'Passi ist gesperrt. Vor einer Woche im Spiel beim TuS Mechtersheim (2:3) musste Valtchev sogar drei Spieler aus der Bezirksliga-Mannschaft in den Kader berufen.

Bei Diefflen fallen der frühere Neunkircher Alpcan Ömeroglu (Kapselverletzung im Knöchel), Fabio Groß (Außenmeniskus-Riss) und Artur Mielczarek (Schambeinentzündung), der nächste Woche operiert wird, definitiv aus. Spielertrainer Thomas Hofer leidet zudem an einer Achillessehnen-Entzündung und ist damit ebenso angeschlagen wie Michael Fritsch, der vor einer Woche gegen den TSV Schott Mainz (2:4) ausgewechselt werden musste.

"Dass wir personelle Probleme haben, ist kein Grund für einfache Fehler", betont Hofer allerdings. Denn: Beiden Teams gemein ist auch die tagesabhängige Höhe der Fehlerquote. Neunkirchen hat bisher 30 Gegentore kassiert, Diefflen 33. Und das nach gerade einmal 15 Spielen. Während die zwischen Genie und Wahnsinn schwankende Borussia vereinzelt hohe Niederlagen einstecken musste, schaffte es das Überraschungsteam des FVD zuletzt nur mit großem Kraftaufwand, mehr Tore zu schießen, als es kassierte.

"Dass wir vor Neunkirchen stehen, ist eine schöne Momentaufnahme. Ob das auch am Ende der Saison noch der Fall ist, muss man einfach abwarten. Der Vorsprung ist ja nicht so groß", bemüht sich Hofer um Bescheidenheit. "Neunkirchen hat eine kompakte Mannschaft, die defensiv sehr kopfball- und zweikampfstark ist und nach vorne mit einem spielstarken Zentrum und schnellen Außen arbeitet."

Valentin Valtchev gibt das Lob zurück: "Was heißt Überraschung?! Ich habe schon oft gegen Diefflen gespielt und damit gerechnet, dass der FV in dieser Saison mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird", sagt er und betont das über Jahre gewachsene spiel- und kampfstarke Kollektiv des Gegners.

"Wir haben in dieser Saison schon den einen oder anderen Punkt etwas glücklich mitgenommen. Manchmal hat man aber auch Pech, und das war bei der Borussia hin und wieder der Fall", sagt Hofer und ergänzt: "Ich erwarte jedenfalls ein ganz schweres Auswärtsspiel auf einem tiefen, schwer zu bespielenden Rasen."